Zwei Sozialfälle

Demokratie bedeutet, alle Bürger werden gleich behandelt. Auf Papier, wie in unserem Grundgesetz, machen sich solche Thesen prima. Das papierne Versprechen der Gründungsväter unseres Staates taugt im realen Leben nichts, da erweist es sich als kraftlose Worthülse. Der Mangel an „Gleichheit“ wurde mir heute wieder schmerzhaft bewußt, als ich die Zeitung aufschlug und in das stadtbekannte Konterfei eines Berliner CDU Granden blickte, der 12 Tage lang Senator war und 12 Tage lang die Presse auf den Plan rief. Ein Glück, dass die Presse hartnäckig blieb, wir hätten den Mitternachts CDUler noch Jahre an den Freßnäpfen, die der Steuerzahler füllt, dulden müssen.

Ganze 12 Tage klebte er an seinem Amtssessel, davon hat er wohl die meisten Tage, bis Mitternacht, mit der Reinigung seiner „Weißen Weste“ verbracht. Für’s Gemeinwesen hat er nichts gebracht, außer Kosten. Ganze 6 Monatsgehälter, drei volle und drei halbe, eines Senators erhält der Mann für – NICHTS. Macht bei Braun rund 50.000 Euro und alles ehrlich im Schweiße seines Angesichts vor Mitternacht verdient. Die Berliner wollen Braun aber nicht darben sehen und behalten ihn deshalb als Mitglied des Abgeordnetenhauses. Dafür bekommt er Diäten in Höhe von 3309 Euro pro Monat.

Damit komme ich zu unser aller Gleichheit, die vom Grundgesetz (GG) gefordert wird. Einen, der in der Politik mitschwimmt, habe ich beschrieben. Mein Vergleich, ob das GG stimmt, ist ein junger Mann aus Woltersdorf. Es ist noch nicht lange her, da wurde er vom Hartz IV Amt in Erker vorgeführt. Ganze 5 Monate gab ’s kaum einen Cent zum Leben, keinen Cent für die Miete, nur immer neue Formulare und einen Maulkorb für die Öffentlichkeit. Erst auf massiven Druck hin, hat sich die Sozialbehörde bewegt und Hilfe gewährt, die sie ganze 5 Monate verweigerte, egal ob der Betroffene hungerte oder seine Wohnung verliert.

Vergleiche ich das Los eines Politikers mit dem eines Normal-Bürgers stelle ich fest, es muss zwei verschiedene Grundgesetze geben, oder irre ich mich da?

  1. PT66

    Das ist ja nun nichts Neues, wenn man als DDR Bürger immer schön
    Westfernsehen gesehen hat, und nicht nur Spielfilme, der konnte schon
    ahnen, was mit der Maueröffnung auf uns zukommt.
    Und wer schlau war, ging nach der Wende in die Politik oder ins
    Versicherungswesen.
    Alle anderen müssen mit dieser Demokratie leben…

    1. Bernd

      sie scheint aus dem Gleichgewicht gekommen zu sein, die alte Tante Demokratie. Sie sollte aufpassen, dass sie nicht stürzt.
      Gruß Bernd

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