Zwei, die mir auffielen

Zwei Männer aus Ostbrandenburg fielen mir zum Jahresende auf. Der eine, Frank Mangelsdorf Chefredakteur der Märkischen Oderzeitung (MOZ), moralisierte dort über den Bundespräsidenten und seinen Kredit: „Auf diese Demutsgeste des Bundespräsidenten hat das Land lange gewartet. Was Christian Wulff gestern (22.12) bei seinem vier Minuten Auftritt in Schloss Bellevue vortrug, hätte er schon lange erklären können. Schon vor einer Woche hätte er sagen können, dass er die Umstände des Hannoveraner Hauskredits bedaure, dass er zumindest nicht gradlinig war….“. Weiter nörgelte Mangelsdorf: “und er hätte schon viel früher von privaten Urlaubsreisen bei befreundeten Unternehmern Auskunft geben können“, und noch einen drauf: „..so lange zu der peinlichen und anstößigen Kreditaffäre schwieg…“. Des Cheredakteurs Schlussfolgerung: „…der Mensch, der das höchste deutsche Amt innehat, der muss nicht perfekt sein. Aber er muss mit Wort und Tat überzeugend deutlich machen, dass er zu früheren Fehlern steht und seine Lehren daraus gezogen hat. Sonst nimmt die Institution Staatsoberhaupt Schaden.“ Mangelsdorf kommt zur Urteilsbegründung: “Wenn keine weiteren Verfehlungen ans Tageslicht kommen, wenn nicht noch mehr gemauschelt, getrickst und ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit gepflegt wurde, dann hat er vielleicht als geläuterter Präsident Gelegenheit, ein besserer zu sein, als er es bislang war.“

Da kleckste Moralin pur aus der Feder des MOZ Chefredakteurs. Wer so überaus hohe moralische Ansprüche einfordert, hat bestimmt den höchsten Gipfel der Ethik erklommen, muss ein Heiliger sein. Ist Frank Mangelsdorf ein Heiliger, der das Recht hat über andere zu richten? Beim Blättern in meinem Archiv fand ich einen Chefredakteur der MOZ, der hatte einst Kontakte zur Stasi, wegen einiger kleiner Vorteile. OK, hat er mit der Bagage gekungelt, ist sein Bier, nur er sollte sich jeden Kommentar über moralisches Handeln verkneifen. Dazu hat er in diesem Leben kein Recht mehr! Eine Geschichte über Frank Mangelsdorf

Den zweiten, Artur Pech (Linke), finden wir nicht weit von uns. Er ist Gemeindevertreter in Schöneiche. Er wundert sich, dass „gewählte Gemeindevertreter ins Umfeld einer Mörderbande gerückt werden.“ Die Vorgeschichte, Bürgermeister Jüttner aus Schöneiche hat anonyme Morddrohungen bekommen. Ins Visier der Ermittler gerieten dabei auch politische Gegner aus der Gemeindevertretung und einzelne Bürger. Meine Frage, sind Bürger die zu Gemeindevertretern gewählt werden, nach der Wahl automatisch durch Gottes oder hier besser Lenins Willen bessere Menschen, quasi Gutmenschen, denen alles kriminelle abhold ist? Ein kleiner Satz, dennoch zeigt er zu welchen Höhenflügen so ein – gewählt – animieren kann.