Zoff in Grünheides Gemeindevertretung

In Grünheide gibt es eine Gemeindevertretung. Vorsitzende ist Liselotte Fitzke (75). Mit dem Wirken der betagten Dame und des Gremiums sind etliche Grünheider nicht zufrieden. Vier Bürger beklagten in der Fragestunde der letzten Versammlung den Gleichmut und Arbeitsstil der Volksvertreter und der betagten Vorsitzenden. Die Abgeordneten schwiegen sich zu den Vorwürfen aus.

Karin Wehrle wehrte sich dagegen, dass sie, beziehungsweise ihr verstorbener Vater, von der Vorsitzenden öffentlich als Lügner dargestellt werde. Umgekehrt warf sie Lieselotte Fitzke vor, eine Entscheidung der Abgeordneten durch Unwahrheiten beeinflusst zu haben. Die Vorsitzende wiederum meint sie sei falsch informiert worden.

Lutz Holst vermisst das Gespräch mit den Einwohnern, die haben es schwer gehört zu werden. Nur bewiesene Tatsachen werden akzeptiert, eigene Schritte zur Aufklärung würden von Abgeordneten nicht unternommen. Er erlebe keine wirkliche Diskussion. Der Gemeinderat erinnere ihn an die Nationale Front von vor 1989, an die Ja-Sager. Das ist heute nicht viel anders.

Andy Pankow machte seinen Unmut deutlich Luft: „Die Gemeindevertretung hat das Problem zu verkrusten. Die Mehrheit nickt ab, was die Verwaltung vorbereitet. Es gibt Abgeordnete, die noch nie etwas gesagt haben.“ An die Adresse von Liselotte Fitzke gerichtet: „Treten Sie in den verdienten Ruhestand ab. Wir leben nicht mehr in einer Monarchie.“

Dieter Lahode meinte, die Abgeordneten hätten mit dem Mandat die Aufgabe übernommen, sich konsequent für die Belange der Bürger einzusetzen. „Wenn Sie dazu nicht willens oder in der Lage sind, legen Sie Ihr Mandat nieder. Wir brauchen keine Abnicker.“

Wie viele solcher Gemeinde-Monarchien, mit greisen Vorsitzenden, angefüllt mit Ja-Sagern und Alles-Abnickern, Nie den Mund-Aufmachern und Nichts-Nachprüfern, mag es wohl in Brandenburg geben? Vielleicht erkennt der eine oder andere Abgeordnete ja im Grünheider Spiegel seine eigene Gemeinde wieder.