Woltersdorf will Seniorenbeirat

Seniorenbeirat WoltersdorfDer Bürgermeister, Dr. Rainer Vogel, möchte, wie einige Nachbargemeinden, auch bald einen Seniorenbeirat vorzeigen können. Gestern Abend, um 19:00 war’s dann soweit. Im Rathaus fanden sich von den 1657 Woltersdorfer Senioren ganze 35 ein. Nach der Begrüßung, meinte der BM, er wolle die Veranstaltung in zwei Teile splitten. Im ersten Akt wollte er so etwas wie eine Umfrage nach dem Motto: wo drückt der Schuh, beginnen und dann im zweiten Teil nach einer Diskussion ergründen, ob sich für sein Vorhaben genug Interessierte finden würden. Als Gäste des Bürgermeisters waren zwei Herren, einer aus Erkner und einer aus Schöneiche, erschienen, die die Vorteile eines Seniorenbeirates in ihrer jeweiligen Gemeinde erläuterten. Es entwickelte sich eine überraschend lebhafte Konversation, die zeigte, dass durchaus Interesse und auch Sachkunde vorhanden war. Rainer Vogel ließ eine kurze Bildpräsentation von seinem Vertrauten Hannes Langen an die Wand werfen. Die beiden zeigten sich als geübte Moderatoren, die sich auf Stichwort im Vortrag abwechselten.

Unseren BM kennend, wartete ich auf das Besondere, wie dazumal im Hummelchen und es kam. In der ersten Reihe saß ein älterer Herr, er bekam von Dr. Vogel das Wort. Der Redner lobte des Bürgermeisters Idee und erwähnte dann die bevorstehende Seniorenwoche im Mai. In dem Moment als er das Wort – Seniorenwoche – aussprach, drückte Hannes Langen auf den Knopf, und ein Werbebild für diese Seniorenwoche im Mai wurde an die Wand geschmissen. Komischer Zufall dachte ich, da erwähnt ein zufälliger Gast ein zufälliges Wort und unser BM hat für das zufällige Wort genau das passende Bild im Computer und in Power Point eingebunden. Na ja, besagter älterer Herr erwiese sich dann als selbstloser Helfer, der mit einer Liste durch die Halle zog und sich zwischendurch immer mal wieder Rat und Ermunterung bei Rainer Vogel holte. Wieder so ein kleiner Fehler in der Regie, ob unser BM die jemals zu vermeiden lernt?

Dann war da noch Frau Killian, die ich sehr schätze. Hier an diesem Abend, zu diesem Anlass empfand ich nicht ihre Anwesendheit, sondern ihre Aktivität als nicht passend. Monika Killian ergriff zweimal das Wort. Da frage ich mich, warum müssen sich unsere Abgeordneten überall reindrängeln, sie haben doch ihre Ausschüsse und die Gemeindevertretung, warum können sie die Bürger nicht einmal ohne ihre Beratschlagung diskutieren lassen. Meinen sie ohne ihre Weisheit klappt nichts? Frau Killian ist in der Gemeindevertretung, Vorsitzende vom Sozialausschuss und bei der AWO im Vorstand tätig, kann sie nicht auch mal Andere lassen. In ihrer Rede versuchte sie die Gründung des Seniorenbeirates gleich in eine ihr passende Richtung zu kanalisieren. Ihre Forderung: der Seniorenbeirat solle sich nur aus Mitgliedern von Vereinen zusammensetzen.

Wir haben 1657 Senioren, davon sind höchstens 30 Prozent in einem Verein, 70 Prozent würden bei der Erfüllung ihrer Forderung gleich durch’s Sieb rutschen. Solch Denken empfinde ich als sehr befremdlich. Die Vereine sind auf das Wohlwollen der Gemeinde angewiesen und flugs hat sich der passende Maulkorb für Seniorenbeiräte, die gleichzeitig Vereinsmitglieder sind, gefunden. Obendrein möchte sie gerne Seniorenbeirat werden. Wie will sie dann die Senioren in den Ausschüssen vertreten, wenn sie da gleichzeitig auch die andere Seite, die Gemeindevertretung vertritt? Ich meine, hier sollte Frau Killian zurückrudern.

Diejenigen, die sich eine Mitarbeit im Seniorenbeirat vorstellen könnten, wurden in einer Liste erfasst und sollen dann irgendwann von Irgendjemand etwas hören, na mal sehen.

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