Woltersdorf, kein Wintermärchen

Wieder mal bin ich durch Woltersdorf gestiefelt. Schnee und Dreck bis zum Horizont, in allen Ecken des Dorfes. Nur um das Rathaus war, wie immer, alles bestes gereinigt und gestreut. Das kann auch jeder verstehen, nicht wahr, sollen Bürgermeister und Getreue vielleicht durch den Dreck waten, durch den der Bürger stiefelt? Nein, da stehen die Dörfler gerne für die WG des Rathauses zurück?

Während ich mich so durch die Schnee- und Matschberge quäle, kreisen meine Gedanken um Woltersdorf. Mir fällt die Homepage der Gemeinde ein. Eine verspielte Seite von Straßenbahn und Schleusenliebhabern mit einer nervenden Intro. Das interessanteste ist aber die Webadresse, nicht www.woltersdorf.de wie es sich für eine gestandene Gemeinde gehören würde, nein sie lautet: www.woltersdorf-schleuse.de. Die Schleuse liegt im Ortskern von Woltersdorf und allein um diesen Kern geht es dem Bürgermeister und seine Mannen. Da wird geklotzt, da wird gebaut, da ist Geld da. In dem Ortskern findet der Wanderer auch das Rathaus, welches gerade mit erheblichen Mitteln gestylt wird. Jeder der durch den Bereich geht, sieht den Unterschied zum restlichen Woltersdorf.

Kaputte Gehwege soweit es überhaupt welche gibt, fehlenden Radwege für Schulkinder, gewaltige Löchern in den Straßen, die nur aus Sand und Schlaglöchern bestehen, das ist das wahre Woltersdorf. Das Woltersdorf, dessen Bewohner einen großen Teil der Gemeindesteuern aufbringen muss. Steuern, die dann für Ortskern, Rathaus und eine Millionen teurer Sporthalle ausgegeben werden. Es ist nicht viel Neues zu sehen, was die öffentliche Hand dort je geschaffen hat. Eigentlich sehe ich gar nichts, vorstellen kann ich mir, dass es zu DDR Zeiten nicht viel anders aussah, verstaubt und runtergekommen. Dieses Woltersdorf, mit seinen nie oder selten gestreuten Straßen, Stolperfallen in den Gehwegen, um die sich niemand von der Gemeinde kümmert, das ist unser tägliches Leben. Das andere Woltersdorf, dass ist für die Touristen und denen die daran verdienen, ja und für die Gemeindeindianer mit ihrem Häuptling Höhne.

Wenn in einer Gemeinde soviel im Argen liegt, da stellt man sich die Frage: Sind der Bürgermeister Höhne, seine Genossen im Rathaus amtsmüde? Brauchen er und die anderen Herren vielleicht eine Pause von dem Amt, welches sie so mangelhaft ausfüllen? Wäre es nicht an der Zeit, die alte Garde in Pension zu schicken? Da gibt es ein Sprichwort: Neue Besen kehren gut; Es ist an der Zeit, dass das Rathaus von Woltersdorf mit einem neuen Besen ausgekehrt wird.

Nachtrag: www.woltersdorf.de ist beim Hoster Strato reserviert und ohne Inhalt. Wem die Adresse wohl gehört???

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  1. Renate

    Wat ne hässliche Homepage! Nur die Intro, die ist zuuuuu niedlich … 😉

    Wer die URL reserviert hat, das ist in der Tat eine interessante Frage.

    1. Bernd

      Die Homepage ist wie das Ansehen der Genossen, die sie irgendwann nach der Wende mal aufgebaut haben. Verschroben, altertümlich, mit einem Wort sehr rückständig. So kann man keine Touristen hinter dem Ofen hervorlocken.
      Die Frage nach der reservierten URL ist wirklich interessant, aber unser Bürgermeister beantwortet grundsätzlich keine Fragen. Er schwebt über den Dingen.
      Lieben Gruß
      Angelika

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