Woltersdorf – Badestellen ohne Infrastruktur


Altes Foto von der Badestelle Flakensee

Hier das Bild einmal gespiegelt, quasi seitenverkehrt. Der Grund dazu ergibt sich aus den Kommentaren.

Ganz schön heiß war es in den letzten Wochen. Schulferien, Urlaub und Kurzarbeit waren und sind angesagt. Viele Familien konnten nicht in die Ferne fliegen. Es gab und gibt massig Reisewarnungen verstreut über den Erdball. Ungewöhnlich viele Menschen tummeln sich dadurch im unmittelbar an uns angrenzenden Berlin und bei uns sind es auch nicht Wenige, die hier im Ländle Urlaub machen müssen. Verstärkt wurde der Trend durch einen besonderen Service der Tageszeitungen, die ihren Lesern tolle Ausflugsziele in der Umgebung der Metropole offerierten. Unter den spannenden Zielen befanden sich auch der Flakensee und der Kalksee. An beiden wirklich schönen Destinationen liegt Woltersdorf, mein Zuhause.
Woltersdorfs wenige Strände wurde von Urlaubern en masse überrannt. Den Blick möchte ich auf die Badestelle an der Richard-Wagner-Str. und dem Strand nahe des Campingplatzes Flakensee richten. Beides schöne Sandstrände, aber und das aber ist wichtig, ohne jede Infrastruktur. Es soll in ferner Vergangenheit mal Toiletten, Trinkwasser, Verkaufsstände, Umkleidekabinen gegeben haben. Ich kenne davon nichts mehr. Neues wurde für Badegäste nie geschaffen, Woltersdorf verharrt da immer noch im Wendeschock und das wird wohl so bleiben.
Also, sie kamen mit Kind und Kegel, die Berliner, natürlich im Auto. Diese blockierten dann bei beiden Badestellen alle Straßen, Zufahrten, Waldwege. Feuerwehr und Rettungsdienste hätten wenn sie denn gemusst hätten, keine Chance gehabt. Keine Chance hatten auch die Bewohner des Campingplatzes, der wurde heillos zugeparkt.
Und nun ruf auf de Wiesen. Es waren viele Besucher, ganz Viele und beide Badestellen haben nur ein begrenztes Platzangebot. So rückte man eng zusammen, ganz eng, noch enger, auch im Wasser, auch Seen haben einen Anfang und ein Ende. Mögen Sie bei 36 Grad eine Maske tragen? Ich auch nicht, ich bin deshalb da nicht hin. Die aber da waren wollten auch keine tragen. Hotspot, Corona-Hotspot kann man so etwas nennen. Ich bin stolz auf meine Gemeinde, mit zwei der ersten Virenschleudern in Brandenburg.
Die Massen breiteten Decken aus, schleppten Kühltaschen heran, badeten, futterten was das Zeug hielt, tranken, kippten Mengen Kaltes in sich rein. Es war ja irrsinnig heiß, teils um die 36 Grad. Auch bei Menschen ist es so geregelt, was oben hinein geschüttet wird, muss unten wieder raus. Gut wäre es, wenn dann so etwas wie Toiletten da wären, die waren aber nicht da. Hygiene hat die Gemeinde nicht eingeplant. Es wurde mir berichtet, dass die umliegenden Gebüsche, Waldwege und das Wasser zum Pinkeln und Schei… von unendlich vielen Menschen genutzt wurden. Einem Gemeindevertreter in der Sebastian-Bach-Str. sollen in Not geratene Badende einen größeren Haufen vor die Tür geschiss… haben. Da schwimmt man so im See und dann quert da eine braune Wurst vor der Nase, brrr. Es soll in den Bereichen so gestunken haben, dass sich sogar Hunde und Katzen verdrückt haben.
Hilferufe von Betroffenen an die Bürgermeisterin und den Landrat blieben erfolglos. Die Polizei fühlte sich auch nicht zuständig. Bei der Bürgermeisterin, ok, die kommt nicht in die Pantinen. Beim Landrat verwundert es mich arg, den hatte ich als Hoffungsträger im Ländle angesehen. Aber beim Campingplatz, da wird viel von der Gemeinde gemauert und da bleibt eben auch mal die umgebende Hygiene auf der Strecke. Und unsere Polizei, tja diese fragmentierte Truppe, seit Jahren von der Bildfläche verschwunden, der kann ich nur Genesung von den letzten Reformen wünschen.

5 Gedanken zu „Woltersdorf – Badestellen ohne Infrastruktur

  1. Heinz

    Auf dem Foto ist der Flakensee mit „Schwarzem Stubben“ abgebildet, das Foto ist nur seitenverkehrt.
    Leider kann ich das gedrehte Foto hier nicht beifügen.

    1. Bernd

      Danke für den Hinweis, ich setze das Bild einmal gespiegelt unter das im Artikel Vorhandene. Wäre dankbar für eine Beurteilung. Grüße.

  2. Manschke

    Wo ist dieses Foto aufgenommen wurden, denn es sieht nicht nach dem Flakensee aus.
    Auch gibt es am Flakensee zwei Campingplätze und zahlreiche Strände und Bademöglichkeiten.
    Bezüglich des Stillhaltens der Gemeinde und des Kreises: Die Unsitte verbreitet sich langsam in Deutschland, dass Bürgermeister und Politik für alle Unfälle an offiziellen Badestränden direkt verantwortlich gemacht werden. Zwar sollte gerade eine so seenreiche Gemeinde wie die unsere sich davon nicht abschrecken lassen, offizielle Strände zu betreiben, aber ihr Stillhalten ist zumindest durch diese Angst vor dem „verklagt-werden“ teilweise nachvollziehbar.
    Link entfernt v. Admin

    1. Bernd

      Es ist ein sehr altes Papierfoto v. Flakensee in der Nähe des Camingplatzes Flakensee. Um diese Gegend handelt es sich u.a. Der zweite Campingplatz befindet sich in Springeberg, der kommt hier nicht zur Sprache. Mit den zahlreichen Badegelegenheiten ist das so eine Sache, die befinden sich m.E. zumeist auf der Rüdersdorfer Seite.
      Ansonsten meine ich Sie haben das Thema verfehlt. Es ging hier keineswegs um Badeunfälle sondern schlicht und einfach um Hyginie und den ruhenden Verkehr. Es bestand also kein Grund zur Angst vor einer Klage.

      1. Manschke

        Das Foto zeigt aber nicht den Flakensee, noch irgendeinen Strand dort. Wenn es am weißen Strand sein soll, dann müssten die Landzunge am schwarzen Stubben und im Hintergrund die Strandpromenade und Häuser zu sehen sein.
        Und am Thema vorbei sind die Bedenken auch nicht. Stahnsdorf hat seinen Strand mit Toiletten und Imbiss hergestellt, so wie man es sich nur wünschen kann und musste ihn deshalb sperren, da es dann auch eine offizielle Badeaufsicht benötigt. (nachzusehen in: „Sind Bürgermeister schuld, wenn jemand ertrinkt? | quer vom BR“ und „Realer Irrsinn: Baden verboten an Badestelle | extra 3 | NDR“ auf YouTube

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