Wochenende, was war das für eine Woche

Keine so Gute. Seit Tagen hat eine Familie in Rüdersdorf ein Gestell zum Transport von Zementsäcken und Sand den Hügel hinauf gebaut, ist dort wo die Treppe anfängt bis zum Fährweg. Seit Tagen eine recht gefährliche Krabbelei durch den Draht- und Schienenverhau. Keine Absperrung, keine Schilder, keine Ausweichmöglichkeit, außer sein Leben den Autofahrern auf der Rüdersdorfer Straße anzuvertrauen. Es kam, wie es kommen musste, eine Frau ist dort in dem Metallgewirre zu Fall gekommen und wohl die schlappen 10 Meter runter zur Straße gekullert und hat dann noch sehr lange geschrien, muss irre Schmerzen gehabt haben. Die Bautypen wollten ein Bein mit einem Brett schienen und sie dann in einem PKW verladen. Das hat Gott sei Dank nicht funktioniert, so mussten sie einen Krankenwagen bestellen. Die Rettungskräfte kamen auch nicht klar, so kam denn der Notarzt, dann ging der Abtransport. Von Polizei wollten sie nichts wissen, die kam auch nicht, jedenfalls so lange ich mir das ansah.
Fix, stellten die Arbeiter dann Warnkreuze auf dem Trampelpfad an beiden Enden auf und zweckentfremdeten ein dort für eine andere Baustelle stehendes Achtungsschild für ihre Zwecke. Den Rest des Samstags mussten sich alle Passanten, auch Kinder auf der Fahrbahn der Rüdersdorfer Straße durchkämpfen, ein Kampf ums Überleben.
Ja, die Truppe war sehr robust, einem Passanten, der meinte, die Polizei müsste dazu kommen, dem boten sie Dresche an. Letztendlich behaupteten sie, der Pfad ist ein Privatweg und deshalb sollten sich alle verpissen.
Wie so immer, von der Gemeindeverwaltung keine Spur, die hatte ja Wochenende.
Erklären kann ich mir die Behauptung, der allgemein bekannte öffentliche Weg sei ihre Privatstraße mit der Tatsache, dass unser Bauamt, Frau Marsand, in der Rüdersdorfer an der Ecke Fährweg den Bau von zwei Einfamilienhäusern erlaubte. Das Bauamt nahm dann den Einwohnern rund siebzig Meter des Gehwegs weg, damit die notwendige Feuerwehrzufahrt vorhanden ist. Die siebzig Meter, nun Fahrbahn, dürfen Fußgänger dann mitbenutzen, noch. Womit das hiesige Bauamt die Saat legte für die Umnutzung von Fußwegen der Gemeinde in allerlei bedürfnisgerechte Lösungen. Was die neuen Anwohner für das Aushändigen von siebzig Metern Fußweg wohl hinblätterten? Vielleicht fragt ja mal ein Gemeindevertreter und prüft die Antwort nach.

Mit der Versorgung klappt das wohl nur stotternd. Unsere Einkaufszentrale, ein Roter Netto in #Woltersdorf bekommt seine Regale nicht voll. Gut, ich kann einkaufen, verhungern muss keiner. Vieles ist aber einfach nicht da, z.B. Büchsen, die lange gelagert werden können. Die wären aber jetzt sinnvoll, dann bräuchten wir nicht alle Naselang einkaufen. Die kurzlebigen Sachen treiben einen ja immer wieder neu aus dem Haus. Das Brot, welches wir beim Netto mitnahmen, nach drei Tagen machte sich Schimmel auf der Kruste breit. Wieder raus, neues besorgen. Da ist doch eine Bundeslandwirte-Lobbyistin, Frau Klöckner, hat die nicht großmäulig getönt, alles gesichert, dauert nur etwas länger. Bei uns dauert es nun gute 14 Tage und nichts ist wie es sein sollte. Was heißt, dauert ein bißerl länger bei einer Landwirtschaftsministerin?

Heute, Sonntag, Gassi gehen, Wuff muss vor die Hütte. #Woltersdorf hat so wie ich es sehen konnte keinen Corona-Gast. Die Straßen voll, wo ich sonst Wochenlang mal einen Einzelnen sehen konnte, tobten heute an die drei Dutzend mit Kind und Kegel auf den Straßen rum. Abstandsschätzungen müssen sehr vielen Woltersdorfern ein Buch mit sieben Siegel sein. Eine Vierergruppe die den kompletten Weg versperrte, bei unseren schmalen Trampelpfaden keine Kunst, war recht empört, als ich meinte, ich wollte sie in größeren Abstand passieren. Gott sei’s gedankt, die beiden Herren hatten intelligente Frauen dabei. Es ging dann doch alles, so wie es sein sollte.

Wünsche Euch eine Coronafreie Woche

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