Wo sind sie hin, die Pflastersteine aus der Schleusenstraße?

Vor Tagen las ich, dass unsere Bauamtsleiterin, Frau Marsand, die Pflastersteine in der Schleusenstraße, um die es heiße Debatten gab, nicht, wie oft versichert und geplant, weiterverwendet werden sollen, sondern, nun auf einmal entsorgt werden.
Zuvor wurde immer wieder betont, wie wertvoll die alten Steine sind, die man mit etwas Geschick gut kapitalisieren kann. Es soll für die Steine einen Interessenten aus Bayern gegeben haben. Jetzt sind sie, von einem Tag auf den anderen, nichts mehr wert, weg damit. Dabei, die Initiative Schleusenstraße kämpfte lange vergeblich darum, dass die Steine in der Schleusenstraße wiederverwendet werden. Nein, kam es da von der Mehrheit der Gemeindevertreter, die müssen weg, wir wollen eine Asphaltdecke, forderten sie, am lautesten die Gemeindevertreter vom Woltersdorfer Bürgerforum (WBF) und die Linken.

So machte ich mich heute auf den Weg, die Baustelle in der Schleusenstraße zu besichtigen

Vorne an der Rüdersdorfer Straße ist das historische Pflaster noch erhalten, wie man auf den beiden Bildern gut sehen kann. Sieht gut aus, besser als eine alltägliche Schwarzdecke. Was kostet wohl so ein alter Pflasterstein, ein Euro, zehn Euro? Keine Ahnung, aber Frau Marsand wird’s wissen, wieviele Euro da zusammen mit den Pflastersteinen entsorgt werden.

Weiter zur Baustelle, beeindruckend die Menge an Baugeräten, die da plötzlich am Straßenrand auftaucht. Fleißig waren sie, die Bauarbeiter. Auf einer Straßenseite ist das Pflaster weggenommen, auf der anderen Seite, hinter den Schienen sind die Steine noch vorhanden.


Dann, ich fotografiere gerade, ist ja nicht verboten, eine öffentliche Straße, da werde ich von dem Lenker einer dieser Baumaschinen angerufen, was ich da mache, warum und für wen ich fotografiere, will er wissen. Mit meinen Auskünften wohl zufrieden, durfte ich dann unbehelligt von dannen ziehen. Danke, liebe Baufirma. Natürlich fragte ich mich, warum dieses argwöhnische Verhalten dieses Baumenschen. Hat das was mit den Pflastersteinen zu schaffen, die wollte ich doch eigentlich sehen, nur die waren alle fort und weg. Um die schweren Dinger in Masse wegzuschaffen, da braucht’s schon schweres Gerät.
Dann kam der Tipp, fahr doch mal zur Straße „An den Fuchsbergen“ Ecke „Ruetlistraße“ da kannste die verschwundenen Pflastersteine ansehen. Also rein ins Auto und hin und da fand ich schöne große Pflastersteine.


Die sehen haargenau so aus, wie die Pflastersteine, die aus der Schleusenstraße abtransportiert wurden. Lange können sie hier hinterm Zaun noch nicht liegen, sonst wäre ja das Grünzeug durch alle Ritzen gewachsen. Nur, kann es sein, dass die der Gemeinde gehörenden Pflastersteine, die die Anwohner der Schleusenstraße so gerne behalten hätten, plötzlich auf einem privaten Grundstück wieder auftauchen und an dessen Briefkasten der Name eines WBF-Gemeindevertreters geschrieben steht?
Dann könnte ich auch verstehen, dass das WBF so heftig dafür plädierte, dass die Pflastersteine durch Asphalt ersetzt werden, würde ja Sinn machen.

Sicherlich alles nur ein Irrtum und die beim Gemeindevertreter gesichteten Pflastersteine sind nicht die Pflastersteine der Gemeinde aus der Schleusenstraße, oder? Unsere Bauamtsleiterin kann bestimmt locker, wie immer, erklären, wo alle, wirklich alle Pflastersteine der Schleusenstraße abgeblieben sind. Ist ja einfach zu rechnen, pro Quadratmeter so und so viel Steine malgenommen mit den Quadratmetern der Schleusenstraße, wo die Steine verschwunden sind, macht dann so und so viel Steine und die möchte Frau Marsand den Bürgern dieser Gemeinde einmal vorrechnen und deren Verbleib erklären, wenn’s geht bis zum letzten Pflasterstein.

4 Gedanken zu „Wo sind sie hin, die Pflastersteine aus der Schleusenstraße?

  1. Alte Woltersdorferin

    Nachtrag:
    Hallo Bernd, ich muss mich fairerweise korrigieren, als ich da irrtümlich schrieb: „Woanders, als bei Euch, konnten wir solche Ungereimtheiten bisher leider nicht lesen.“ Denn soeben las ich im Internet rein zufällig einen passenden Artikel des Abgeordneten Herrn Ponsel von den FreienBürgernWoltersdorf, den ich mit folgender Verlinkung Euch nicht vorenthalten möchte.
    https://www.freie-buerger-woltersdorf.de/schleusenstrasse-pflastersteine/#more-186
    Herr Ponsel ist wohl wieder mal der einzige Abgeordnete, der sich für die Interessen der Woltersdorfer Bürger aktiv (!) einsetzt. So, wie er es im Wahlprogramm versprochen hatte. Das will ich hier auch mal lobend (und nach der Wahl !) erwähnen. Dagegen der linke Meeskes wiedermal in der ganzen Fülle seiner Inkompetenz versucht, mit Machtmissbrauch als noch-amtierender GV-Vorsitzende, die Aktivitäten des Abgeordneten Ponsels zu blockieren. Doch lest mal bitte alle selbst im o.g. Weblog der Freien Bürger.
    MfG

    1. Bernds Journal

      Karl-Heinz Ponsel hat sich über lange Zeit als guter Vertreter der Bürger qualifiziert. Er ist er einige Gemeindevertreter, der immer wieder nachfragt, nicht locker lässt, auch wenn er gegen die Abbügelungsversuche der Verwaltung öfters nicht ankommt.

  2. Alte Woltersdorferin

    Liebe Redaktion vom Woltersdorfs-Journal,
    es ist immer wieder löblich, dass Ihr stets ein wachsames Auge auf die eigenartigen Vorgänge des Bau- und Ordnungsamtes unserer Gemeinde habt, die da im Zusammenhang mit den Gemeindevertretern über unser Leben, über unsere Kosten, und oftmals selbstherrlich nach Gutsherrenart gegen den Bürgerwillen sämtliche Entscheidungen treffen. Woanders, als bei Euch, konnten wir solche Ungereimtheiten bisher leider nicht lesen.
    Es ist ja nicht schwierig, mal im Internet sich zu informieren, was die Anschaffung von Granitpflasternatursteinen heutzutage so kostet. Und auch die angestellte (nicht verbeamtete) Bauamtsleiterin Marsand wird vermutlich diese Preise kennen:
    https://granitpflasternaturstein.de/preisliste-granitpflaster/

    Den von Dir erwähnten WBF-Gemeindevertreter, auf dessen Privatgrundstück in der Rütlistraße Ecke AndenFuchsbergen, die gemeindeeigenen, historischen Pflastersteine unserer Woltersdorfer Schleusenstraße nun im Verborgenen „lagern“, könntest Du auch mit Namen nennen. Er ist ja als Abgeordneter eine sog. „Person des öffentlichen Interesses“. Damit muss er leben können, dass ihn nun die Bürger zu Recht genau befragen, wie er zu den gemeindeeigenen Steinen aus unserer Schleusenstraße gekommen ist. Bei diesen teuren Granitpflasternaturstein-Preisen sollte es kein Geheimnis bleiben, wo bzw. bei wem diese historischen (!) Steine nun zukünftig verbaut werden sollen. Und welchen Preis er der Gemeinde bzw. allen Anliegern der Schleusenstraße gezahlt habe, um nicht unnötig in den Verdacht der Korruption zu geraten.
    (Siehe dazu auch, was Wikipedia über Abgeordnetenbestechung so schreibt: https://de.wikipedia.org/wiki/Abgeordnetenbestechung)

    1. Bernds Journal

      Bei den Höchstpreisen von tausenden von Euros die Pflastersteine entsorgen zu wollen ist mehr wie merkwürdig, da steckt dann wohl eher dahinter: Nicht verkaufen sondern verschenken an wem – an Gemeindevertreter?
      Den Namen habe ich nicht genannt, ich möchte die Sache bekanntmachen aber nicht über den Gemeindevertreter herfallen. Wer will kann zu der Anschrift fahren und den Namen auf dem Briefkasten anschauen. Die es betrifft, Bauamtsleiterin, Bürgermeisterin und Gemeindevertreter, die wissen wer da wohnt. Grüße.

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