Wilhelm-Tell-Str. – aus meiner Sicht

Ich fürchte, die Ordnungsdiskussion zur Causa Wilhelm-Tell-Straße dreht sich – wie schon seit Jahren – im Kreis. Jede der zuständigen Stellen in Ort, Kreis und Land hat Paragraphen und gute Argumente zur Hand, die Polizei sieht keinen Unfallschwerpunkt und der Status Quo ist dann am Ende doch die einzig mögliche Lösung.

Daher möchte ich die Sache mal aus einer anderen Richtung betrachten:

– Woltersdorf hat die Straße Ende der 1990er Jahre gebaut, der Wert beträgt gemäß Anlagenverzeichnis knapp 400.000€ (ohne Gehwege und Beleuchtung), der Abschreibungszeitraum beträgt 50 Jahre, es ist also gerade erst mal ein knappes Viertel der Nutzungsdauer um.

– Jetzt stelle sich der geneigte Leser/Leserin bitte die Frage, wie die Straße aussieht, wenn sie bis 2049 weiter so genutzt wird wie heute !

– In einschlägigen Quellen ist zu lesen, dass die Schädigung der Straße mit der 4. Potenz der Last pro Rad wächst (also ein Brummi mit 14 Reifen und 14 t Leergewicht bringt so viel Schaden wie 256 PKW von 1 t Gewicht), bei Verzicht auf Zwillingsbereifung wird es noch deutlich ungünstiger; und wenn der Brummi dann 8h und länger auf einem Fleck steht, lassen erst Asphaltdellen, dann Pfützen und später Frostaufbrüche und Schlaglöcher nicht auf sich warten!

– Sieht die Wilhelm-Tell-Straße dann im Jahr 2049 wieder so aus wie schon mal Mitte der 90er Jahre? Oder wie die Werderstraße heute? Gibt es eine Lösung, um das zu vermeiden?

– 1. Ansatz: Mehr Geld für Werterhalt im Haushalt einstellen – aber woher nehmen? Leider gibt es keine Überschüsse, die nach Bedarf und guter Laune verplant werden können; also muss woanders gestrichen werden! Wer hebt die Hand?

– Alternative: man könnte ja beginnen, die jährlichen Abschreibungen für diese Straße tatsächlich zu erwirtschaften (ca. 8.000 € pro Jahr) und dann für Werterhalt einzusetzen; das Stichwort Parkraumbewirtschaftung fiel in diesem Zusammenhang ja schon. Wie hoch wäre dann aber die tatsächliche Gebühr und will davon wirklich jemand laut sprechen? Ist es wirtschaftsfördernd, keine Gebühren zu erheben, aber damit in den Markt privat betriebener Auto- und Fuhrhöfe einzugreifen oder ist es wirtschaftsschädigend, Gebühren zu erheben und dadurch Spielraum für andere, wichtige Aufgaben zu schaffen (Kultur, Vereine, Ortsgestaltung, etc.)?

– Eins ist klar: Preiskampf und Einsparungen in der Wirtschaft (Verkleinerung der Fuhrhöfe, Verselbständigung der Fahrer) führt hier für alle deutlich sichtbar zu massiver Mehrbelastung der öffentlichen Hand – steht das noch in einem gesunden Verhältnis zueinander? D.h. wollen wir wirklich um der gesparten Mark bei der Fuhre Kies langfristig ein mehrfaches an Steuergeldern einsetzen müssen, um die Folgen zu kompensieren?

– Also doch auf die Vernunft und Verantwortung aller setzen und öffentliches Eigentum schützen? Da stoßen mir natürlich sofort auch wieder alle Schmierereien und Vandalismus-Schäden und die vielen wilden Müllkippen im Ort sehr sauer auf und lassen mich doch eher zweifeln…

– Wie kommen wir raus aus dem Dilemma? Herr Joecks, Frau Hoffmann – bitte um Vorschläge aus dem Bauamt!

  1. Pingback: Brandenburg daily – Blick auf Blogs am 03.01.2012 | world wide Brandenburg

Kommentare sind geschlossen.