Wieder der Flächennutzungsplan

In der Gemeindevertretung tagte der „Zeitweilige Ausschuss zur Prüfung des Flächennutzungsplans“, immer noch im Feuerwehrhaus und streckenweise unverständlich leise, auch wie immer. Wobei sich dabei an Unverständlichkeit besonders hervortaten, Herr Müller-Brys und Frau Prof. Böhm, die grundsätzlich in Richtung des Vorsitzenden sprach, bei uns, den Besuchern, kam es dadurch sehr gedämpft an.

Herr Pieper hatte bei der letzten Sitzung den Auftrag erhalten, über die demographische Entwicklung von Woltersdorf für die nächsten 20 Jahre zu referieren. Er kam, auf den Punkt gebracht, zu dem Ergebnis, dass eine Zunahme der älteren Bürger bevorsteht, der man nichts entgegensetzen kann, da der Nachwuchs, der den Ausgleich bringen könnte, vor 20 Jahren nicht geboren wurde. Die Gemeindevertreter diskutierten seine Ausführungen, ihre Ideen und Vorschläge scheiterten aber daran, dass die dringend benötigte Altersgruppe, die heute zwischen 30 und 40 wären, nicht geboren wurde. Auswirkungen auf Kita und Pflegestellen sieht er dabei nicht, die sind ausreichend vorhanden. Bei Schulen ist es anders, da ist er der Meinung, dass Flächen für Bildung im Flächennutzungsplan reserviert werden sollten.

Irgendwo schweifte die Gesellschaft in den Bebauungsplan ab, die Grenzen sind in einer Diskusion ja auch fließend. Dr. Vogel sprach das Schleusenviertel und den Komplex um die Kirche an, die beiden Kerne möchte er zu einem zusammenhängenden Kern verschmelzen. Dabei, ich stutzte, erwähnte er auch das Delta-Gelände in der Schleusenstr, seine Vision dafür ist, ein Mischgelände mit Bebauung.

Herr Gutjahr brachte den bemerkenswerten Vorschlag auf den Tisch, den Verkehr aus Woltersdorf zu verbannen, oder so umzuleiten, dass die Ortsmitte nicht so belastet wird. Lieber Herr Gutjahr, Umgehungsstraßen sind tödlich für jedes lebendige Gemeinwesen, wenn sie denn fertiggestellt sind, kehrt Ruhe ein – Grabesstille, der Ort ist tot, Geschäfte sterben mangels Kundschaft. Fahren Sie mal nach Seelow, die Seelower haben erst vor kurzem ihren Ort auf diese Weise zu Grabe getragen.

Herr Joecks hielt einen kurzen Vortrag über Straßen, ihre Nutzung und die Zukunftsaussichten. Insbesondere interessiert die Anwesenden die Vogelsdorfer Straße, die, wie jeder weiß, nicht ganz unproblematisch ist. Durch den demographischen Wandel sieht er einen Bedarf für Fußgänger- und Radwege, scherzhaft meinte er, es würden bald mehr Rollatoren auf der Straße zu sehen sein als früher. Er möchte, dass die Ergebnisse der Sitzungen einem Profi übergeben werden, der daraus einen neuen Flächennutzungsplan erstellt. So wie ich das verstehe, denkt Herr Joecks dabei an ein Ingenieurbüro und das kostet Geld, wohl eine ganze Menge.

Zusammenfassend kam Heinz Vogel zur Erkenntnis, es müsse eine Situationsanalyse neu geschrieben werden, da könnte die Verwaltung einen Teil erledigen. Dann wollte er die Landschaftsgestaltung anschneiden, wurde aber von Herrn Joecks elegant ausgebremst, um einzufügen, dass heute die Umweltbelange berücksichtigt werden müssen, die es vor 13 Jahren, als der jetzt gültige Flächennutzungsplan geschaffen wurde, noch nicht gab. Wolterdorf muss jetzt einen Umweltbericht erstellen, wahrscheinlich noch ein Ingenieurbüro.

Heinz Vogel schloss die Sitzung damit, dass der Bericht vom Tourismusausschuss mit in den Flächennutzungsplan einfließen soll. Das wars, heute Abend ist der Finanzausschuss an der Reihe.