Warum der neue Blitzableiter am Turm?

Als ich die von der Verwaltung angeordnete Verschandlung des Woltersdorfer Aussichtsturm auf dem Kranichsberg sah, habe ich hier darüber berichtet. Der einst schöne Turm ging mir auch danach nicht aus dem Kopf und so langsam kristallisierte sich eine Frage heraus, die ich hier stellen möchte.

Dass, was da Sanierung genannt wird, kostete die sehr stolze Summe von 33.000 Euro. Die Angebote bewegten sich, wie ich hörte, eins zwischen 27 und 28 TE und das andere lautete 28.800 TE. Klar bekam der, der das niedrigste Angebot abgab auch den Auftrag, obwohl das Leistungsangebot des teureren Angebots besser war. Vom WVV erfuhr ich, der Betrieb, der einst den Turm erbaute und ihn bis zur letzten selbstgedrehten Schraube kennt, wollte 70 qm Schalungsbretter fachgerecht auswechseln. Das Holzschutzmittel, damit es tief in die Poren eindringt, hätte er, wie all die Male zuvor, mit dem Pinsel aufgetragen lassen und nicht, wie geschehen, dünn und flüchtig darüber gesprüht. Der etwas billiger anbietende Betrieb wechselte nur einige wenige Bretter aus, das Ganze sieht schon von weitem nach Flickwerk aus.

Der „Handwerksbetrieb“ verschandelte dafür das Angesicht des Wahrzeichens von Woltersdorf auf Dauer, mit auf jeder Seite des Turms in der Mitte längs aufgenagelten, farblich nicht zum Turm passenden Brettern, die obendrein noch nicht einmal bis ganz nach oben durchgezogen wurden und keinen Sinn ergeben.

Soweit so gut, über Aussehen und Qualität kann man streiten, aber wieso wurde am Turm eine neue Blitzschutzanlage montiert? Die Errichtung der Anlage war weder im Bau-, noch im Hauptausschuss, geschweige denn in der Gemeindevertretung vorgetragen worden und sie wurde auch von keinem der Ausschüsse genehmigt. Pikant wird der Blitzdeal, weiß man, der Turm hatte schon vorher einen gut funktionierenden Blitzableiter, der zuletzt im Jahr 2009 als technisch einwandfrei abgenommen wurde. Da kommen Fragen auf, nicht wahr?

  1. A.-M. Schramm

    Liebe Redaktion,

    wenn sich Sachverhalte ergeben, an deren genauerer Erläuterung ich ein Interesse habe, dann würde ich dem entsprechenden Fachreferat in der Verwaltung einen Brief schreiben und um Beantwortung meiner Fragen bitten.

    Dann muss es nicht bei Mutmaßungen bleiben, sondern mein Anliegen erhält eine hoffentlich nachvollziehbare Erklärung. Falls nicht, würde ich die Dinge bei nächster Gelegenheit in der Gemeindevertretung erneut zur Beantwortung vortragen.

    Immer nur Sticheleien helfen nicht wirklich, die doch eigentlich gewollte Klarheit und Transparenz zu erreichen.

    AMS

    1. Bernd

      Lieber Herr Schramm,
      in einer Mutmaßung würde ich über Gründe für das Mutmaßliche spekulieren, das habe ich nicht getan. Schlicht und einfach steht hier ein Sachverhalt, der so abgelaufen ist, wie er nicht hätte ablaufen dürfen. In der GV etwas vortragen – sinnlos. Einmal, vor einem Jahr, haben wir es gemacht, dem BM die Frage sogar schriftlich in die Hand gedrückt, die Antwort steht noch immer aus. Damit ist hoffentlich auch Ihr Tipp – an die Verwaltung zu schreiben ausreichend beantwortet. Die von Ihnen immer wieder entdeckten Stichlinge, konnte ich nicht finden.
      Frohe Weihnachten wünscht
      BW

      PS: Mir ist eine Dame bekannt, die hat in letzter Zeit vier Briefe an den BM geschrieben, keiner wurde beantwortet. Soweit zum Bürgermeister für Öffentlichkeit und Transparenz.

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