Waffen zu Hause – Ja oder Nein

Es gab schon viele Amokläufe und jedesmal kommen dann mehr oder weniger qualifizierte Vorschläge, wie man solche Taten verhindern kann. Auch in Winnenden, kaum war ’s geschehen, meldeten sich die üblichen Schlauberger. Wurde ihnen doch eine willkommene Gelegenheit geboten, sich öffentlich darzustellen. Was sie dann so von sich geben ist zweitrangig, Hauptsache ihr Name und Bild ist in irgendeiner Gazette nicht zu übersehen.

So wurden als Schuldige schnell eine Minderheit ausgemacht, Leute die Paintball spielen, obwohl es nur einige Tausend Spieler in Deutschland gibt. Paintballer, für die die es nicht wissen, versuchen sich mittels CO2 Waffen und Farbkugeln einzufärben. Ob das Sinn macht, dass mag jeder für sich selber entscheiden. Die Polizei benutzt ja solche Waffen auch.

Neben den paar Paintball Playern mit ihren CO2 Pistolen, gibt es aber noch ein Millionenheer von schwer bewaffneten Sportschützen und privaten Jägern, die sich ihre Vitrinen mit schätzungsweise 10 Millionen Ballermännern vollgestopft haben. Diese mächtige Wählergruppe möchte nun kein Politiker verstimmen.

Die politischen Windmacher haben mit ihrer Forderung nach einem Paintball-Verbot, auch Diskutanten aller Schattierungen auf den Plan gerufen. Die einen beklagen, dass es in Deutschland überhaupt Waffen gibt und jammern, dass wir zu den zehn größten Rüstungsexporteuren gehören.

Die anderen haben Gefallen an Waffen, der „innovativen Technik deutscher Ingenieurskunst“, wie es einige nennen. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass legale Waffen nur in einem verschwindend geringem Umfang für kriminelle Taten verwendet werden. Das man dann auch Sportarten wie Fechten, Bogenschießen und Kendo verbieten müsse, obwohl bisher noch kein Massaker mit Säbeln und Pfeilen vorgekommen ist.

Aufgefallen ist mir, wie schnell einige der Flintengegner aggressiv wurden und ihr Gegurre ablegten, da wurde schnell in die Mottenkiste gegriffen und Schwergewichte wie: „braune Abfallgrube“ und „faschistisches Gelaber“ auf den Waffenfreak geschleudert.

Es mag ja jeder zu Paintball stehen wie er möchte, es gut oder schlecht finden, Waffen sammeln oder verabscheuen, nur sollte das alles kein Grund sein, seinen Gegenüber mit brauner Soße zu übergießen.