Vor der Wahl geplaudert

Vor den Wahlen geplaudert in Woltersdorf

Vor der Wahl geplaudert


Bevor ich zum Thema komme erst einmal zum Foto. Handyfoto mächtig misslungen, Gegenlicht und das noch durch Leuchten verstärkt und im Vordergrund einsetzendes Dämmerlicht. Da die Leute kaum zu erkennen sind, erst einmal eine Vorstellung, von links nach rechts: Ulrich Lipka, Christian Stauch (SPD), Achim Schneider (CDU), Jelle Kuiper (Grüne), Askell Kutzke(UW), daneben saß Ines Thoren, auf dem Bild nicht zu finden, da reichte der Erfassungswinkel der Kamera nicht mehr weiter, zurückgehen ging nicht, der Saal war brechend voll.

Damit bin ich bei den Akteuren angelangt. Alle vier Kandidaten gingen gut vorbereitet in den zwei Stunden Marathon, der von den beiden Moderatoren und Kandidaten souverän bewältigt wurde. Es ging hauptsächlich um die üblichen, immer wieder aktuellen, Themen: Kita, Schule, Straßenbau, Radwege, Straßenbaugebühren.

Die Kandidaten:
Christian Stauch (SPD), der zum ersten Mal als Spitzenkandidat an einer Gemeindevertreterwahl teilnimmt, hat ein fundiertes Wissen über die Verschachtelungen der Straßenbaugebühren in der Gesetzgebung gezeigt und konnte das Komplizierte gut rüberbringen.

Achim Schneider(CDU) war auch gut bewandert, er konnte allerhand zu Schule und Kita sagen. Musste er auch können, ist er doch schon einige Jahre Vorsitzender der Partei in Woltersdorf. Auch er tritt erstmalig als Spitzendkandidat in einem Woltersdorfer Wahlkampf an.

Jelle Kuiper(Grüne), da brauch ich nicht viel zu sagen. Er ist ein altes Schlachtross auf dem Felde der Gemeindepolitik, wenn der ins Stottern gekommen wäre, hätte ich mich schon gefragt – wo bin ich. Jelle Kuiper ist Grüner und somit vorbelastet mit grünen Themen. Er wollte immer wieder auf das Thema Abgaben zum Klima und zu CO2 kommen, die ja wohl, wenn ich richtig gelauscht habe, den Bürgern in Schöneiche bereits angetan wird. Glücklich bin ich damit nicht, weil solche Gelder immer irgendwo verschwanden und nie wieder auftauchten, siehe Sektsteuer für des Kaisers Flotte und den Soli, den sollten wir ein Jahr zahlen. Da sollten die Grünen noch mal drüber schlafen. Ansonsten sehe ich Jelle Kuiper durchaus als Bereicherung für unsere Gemeindevertretung.

Dann haben wir da noch Askell Kutzke(UW). Auch er beantwortete die Fragen locker und richtig. UW ackert sich zur Zeit an den Straßenbaugebühren ab, deren Abschaffung viele, ich auch, schon lange fordern. Recht erfolgreich, denn die Mauern der Gegner werden langsam sturmreif geschossen. Dennoch sollte man, auch auf der Erfolgswelle, nicht allzu populistisch rüberkommen. Ich denke da an das Straßenkarree um die Schule, wo die Geühren im Einvernehmen von 90 auf 50 Prozent gesenkt wurden. Ein toller Erfolg, dennoch wollte UW, Wahlkampf – na klar, die 50 kippen und 70 Prozent durchsetzen. Hier wäre wohl ein bißchen Zurückhaltung angebracht gewesen, mit Blick auf die Gemeindekasse. Bei der nächsten Wahl, da sollten die Gebühren weggefallen sein. Ansonsten, auch auf Askell Kutzke ist Verlass, er wird der nächsten Gemeindevertretung angehören. Es kommen interessante Zeiten auf uns zu.

Das einzige, was ich bei der Veranstaltung vermisste, war das Volk, das mit der Botschaft erreicht werden sollte, obwohl der Saal gerammelt voll war. Es mag sich ja der Eine oder Andere vom Volk eingefunden haben, so wie ich. Nur, das waren eben einige, die Masse wurde von den Parteigänger und den restlichen Kandidaten gestellt.
Deutlich war es an den Fragen zu merken. Es waren keine kurzen Fragen, es waren des Öfteren ganze Abhandlungen als Frage deklariert. Zielsetzung wohl, erstens selber zu glänzen und zweitens die Kandidaten der anderen Fraktionen wohl ein wenig in Verlegenheit zu bringen.

Alles in allem, es war ein interessanter Abend und ich freue mich schon auf den nächsten „Vor der Wahl geplaudert“.