Virenschwemme

Gestern wars, ein Morgen wie immer, bis ich meinen Computer einschaltete. Knopf drücken, hinhocken, am Kaffee den Schlund verbrennen und warten bis sich der PC zur Arbeit aufgerappelt hat. Endlich, ich kann anfangen, da fängt doch diese unheimliche Blackbox an zu piepen und zu klingeln, als wenn sie ein Symphonieorchester wäre. Der Dirigent, mein Virenscanner verklickerte mir, dass meine Software von Viren und Trojanischen Gäulen überfallen wurde und ich nun ein Problem haben dürfte.

Der langjährig werkelnde Scanner von Avira hat mir brav alle aufgelistet, aber partout nicht gelöscht und viel schlimmer, er hat sie alle, alle auf meine Festplatte eintreten lassen. „Wozu habe ich eigentlich das gute Stück?“, fragte ich mich verdutzt und kam zu dem Schluss, das unnütze Ding muss weg. Mein Freund, Delete hat mir den Taugenichts auch bestens entsorgt, aber die Mistviecher von Viren waren noch da, was nun?

Als flüchtiger Leser von Computerbild kenne ich den Scanner des Jahrtausends: „Kaspersky Security Suite CBE09.“ Also Computerbild CD rein in den Schlitz und Minuten später fing das Programm an zu installieren. Plötzlich stopp! Der neue Virenfresser will ein Passwort, habe ich nicht. Hastig durchwühl ich die PDF des Herstellers, er will mir eine Kennung an mein Mailfach schicken. Klasse, umgehend kam ein ellenlanger Code und ich wollte es eingeben, es ging nichts. Kurz und gut mein guter Kumpel, Delete musste den halbfertigen Scanner wieder abräumen. Noch mal installieren, Passwort eingegeben, er läuft, Gott sei Dank. Zu früh gefreut, er erzählte mir etwas von seinen veralteten Dateien, die ich bitte erst mal updaten möchte. Nun wurde es spannend, ich wohne in einer DSL Einöde und habe nur einen UMTS Stick, den starte ich nun und das wars. Der Kaspersky hat keine Verbindung zum Internet zugelassen, eine Meldung flammte auf und ich konnte einige Einstellungen machen und hoffen. Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt, den Punkt erreichte ich schnell, Online zu gehen schaffte ich nicht und Offline wollte er wegen seines uralten Inhalts nicht schuften. So kam der überlastete Delete wieder zum Einsatz und Kaspersky ging mit seiner Suite in den Orkus, meine Viren waren aber immer noch da und langsam dunkelte es.

Der Zugang zum Internet klappte wieder, neues Spiel-neues Glück, diesmal versuchte ichs mit einem Virenscanner von Norton. Aus dem Net gezogen, installieren, minimale Angaben und dieser Virenfresser stand bereit sein Werk zu tun, er schaltete nicht mal meinen Internetzugang ab. Gut gelaunt drückte ich auf „Scannen“ und klaglos begann der Norton sein Werk. Nach einiger, ziemlich langer, Zeit hatte er sich durch meine Festplatte gewühlt und acht dieser Unglücksprogramme entfernt. So ein gutes Stück, dachte ich, muss man ausnützen und pflanzte in auch auf der Festplatte meiner Hausdiktatur ein, auch ohne jedes Problem. Nun hieß es warten, warten, aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen, meine Freundin hatte keinen Computer, nein das war eine Virenfarm – 23 dieser Mistviren beförderte das Programm anstandslos vom Leben zum Tode.

Seit gestern spät am Abend kann ich wieder werkeln, hoffe, dass der Norton ein zuverlässiger Partner bleibt und kann ihn allen meinen Freunden wärmstens empfehlen.

  1. Renate

    Auweia, das klingt ja sehr stressig. Mit meinem MAC gibt solche Probleme erfreulicherweise nicht.

    Schönen Sonntag!

    Liebe Grüße von Renate

    1. Bernd

      Ja, ich hätte auch gerne einen Mac. Leider sind die Dinger unverschämt teuer und ich ein armer Rentner, der am Hungertuche nagt…
      Lieben Gruß
      Bernd

    1. Bernd

      Ja, deine Einschätzung ist leider richtig. Deshalb will ich testen mit welcher Linux Version mein UMTS Stick werkelt. Kubuntu ist schon auf der Strecke geblieben. Windows ist zwar prima, aber die Viren, die mangelhafte Rechtevergabe und das Unvermögen zwischen Groß- und Kleinschreibung zu unterscheiden verhindern eine innige Zuneigung.
      Schönen Sonntag nach Strausberg wünscht
      Angelika und Bernd

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