Verbrechen im Auftrag der Regierung

In zwei Artikeln habe ich mich bisher mit der Verfolgung von Verbrechen, die auf Befehl des Staates erfolgten, beschäftigt. Grundsätzlich vertrete ich die Auffassung, dass es für die Täter schwer möglich war ihr Unrecht zu erkennen und wenn sie es erkannten, in der Mehrzahl keine Möglichkeit hatten sich dagegen aufzulehnen. Insbesondere sind das Verbrechen, die im Krieg oder zu jeder anderen Zeit durch Geheimdienste verübt wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurden von allen kriegsführenden Mächten unvorstellbare Greultaten begangen. Geahndet wurden nur die von Deutschen begangenen, z.B im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. Alliierte Verbrechen dagegen wurden nicht einmal erwähnt, eher als Heldentaten gefeiert.

Ein schönes Beispiel ist der Fall Demjanjuk. Der Mann hat vor ca. 65 Jahren vielleicht Verbrechen begannen, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall, hat er alles was er tat, auf Order der deutschen Regierung getan, die die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen hatte. Wer kann das heute noch nachvollziehen und richten? Gleichfalls, die Stasi, auch deren Angehörige haben Verwerfliches getan – aber auch nur im Dienste ihrer Regierung.

Die Problematik der Verfolgung von Verbrechen die von Regierungen befohlen wurden, scheint nur in unserem Land zu existieren. Jedenfalls bekommen andere Staaten bei der Lösung solcher Dinge nicht die geringsten Bauchschmerzen. Die amerikanische Regierung hat jetzt die Aufarbeitung der auf ihren Wunsch erfolgten Folterungen elegant gelöst.

Mitarbeiter der CIA sollen nach Präsident Barack Obama nicht für die Folter von Terrorverdächtigen büßen müssen. „Wer seine Pflicht im guten Glauben an die Vorgaben des Justizministeriums erfüllt hat, habe keine strafrechtliche Verfolgung zu befürchten“, teilte Obama mit. So kommt auch George W. Bush, der es erlaubte, ungeschoren davon.

Bürgerrechtler kritisieren die Entscheidung als unhaltbar. Mag sein, aber vernünftig ist sie allemal, dient sie doch dem inneren Frieden eines Landes.

5 Gedanken zu „Verbrechen im Auftrag der Regierung

  1. renate

    Genau, küssen vornherum, Messer gezückt hinterm Rücken und zum geeigneten Zeitpunkt zustechen … so hab ich das auch schon erlebt.

    1. Bernd

      Solche Erlebnisse sind deprimierend und lassen einen schon mal den Glauben an die Menschheit verlieren. Tiere sind da deutlich unkomplizierter, entweder sie mögen dich oder sie mögen dich nicht. In jedem Fall zeigen sie es dir sehr deutlich.

  2. renate

    P.S.: Statt Bestrafung erfolgen aber meistens freundschliche Handschläge oder sogar Brüderküsschen. Die Küsserei ist sowieso inflationär geworden. Sogar Feinde küsst man. Judasküsse nenne ich so was…

    1. Bernd

      Dabei setzt sich immer mehr die Ansicht durch, dass Judas ein anständiger Heiliger war und der Verrat von einem Anonymus begangen wurde. Seine Feinde küsst man, damit sie sich in Sicherheit wiegen und dann „Hau druf wie nüscht“

  3. renate

    Wenn Menschen im Auftrag der Regierung handeln, dann darf man sie – meines Erachtens nach – nicht im Nachhinein bestrafen. Man sollte die Regierung bestrafen.

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