Unser Leid mit UMTS

Nichts geht mehr, unser Internet ist langsam geworden, bei jedem Seitenaufruf dauerts Ewigkeiten und oft wird die Müh mit dem Hinweis: Zeitüberschreitung beendet. Dabei fing alles so schön an, hier im DSL geschädigten Raum von Brandenburg.

Wir hatten ISDN und ein Modem, DSL war für uns nicht machbar, angeblich gings mit den Glasfaserkabeln der Telekom nicht. Mit den Jahren wurde das Internet über ISDN zum Krampf, wir wurden mehr aus der Leitung geschmissen als hineingelassen. Dann ein Lichtblick am düsteren Byte Himmel tauchte eine Wunderwaffe gegen den Rückschritt auf, UMTS. Damit, so die Versprechungen der Branche, sollte es fast so schnell wie mit DSL gehen.

Wir haben vier Sticks von O2 im Gebrauch. Der Anfang war einfach berauschend, wir hatten ein wahnsinnig schnelles Internet. Der Datenverkehr mit dem eigenen Server lief erstklassig, wir waren, trotz der hohen Kosten, glücklich. Nicht lange, dann begannen die Betreiber der Frequenzen die Werbetrommel zu rühren. Massenweise wurde hier UMTS vertrieben, die Preise fielen und bald hatte jedes Kind seinen Zugang.

Es kam der Tag, da passte das Verhältnis von Bandbreite und Menge der Nutzer nicht mehr zusammen. Der Zugang zum Internet wurde langsamer und nerviger. Über Weihnachten und Neujahr brach dann alles zusammen: Schulferien, jedes Kind hatte einen UMTS Stick und bei Jappy konnte der Nachwuchs ein digitales Rentier, so etwas wie ein Tamagotchi, füttern. Rien ne va plus, nichts geht mehr, seit dem alle möglichen Spielarten der permanenten Bindung des Nutzers an Jappy, Facebook etc. zunehmen. Wir wurden zurück in die Steinzeit des Internets geschleudert.

Nächste Woche bekommen wir DSL, die Telekom hat Leitungen gelegt. Was wir nicht bekommen, ist die freie Wahl des Anbieters. Wir müssen uns mit dem Teuersten bescheiden, egal nur kein UMTS mehr. Die UMTS Sticks sind gekündigt, bei O2 wird es der misshandelten Bandbreite zugute kommen und vielleicht die, die immer noch auf DSL hoffen, ein etwas schnelleres Surfen erlauben.