Überall Wasser, überall Schlamm in Woltersdorf


Es hat reichlich geregnet. Auch in Woltersdorf, mit seinen vielen unbefestigten Sandwegen, die von der Verwaltung als Straßen bezeichnet werden. Seit vielen Jahrzehnten geht es so und nichts passiert in Woltersdorf. Hier ein Beispiel, wie das Wasser im „Im Winkel“ zugeschlagen hat. Zu der üblichen Seenlandschaft, die jedesmal für nasse Füße sorgt, nun auch noch Ausspülungen von zehn bis 20 cm Tiefe. Heute ist die Firma Ertel mit einem LKW voll Sand für eine Notreparatur gekommen. Wie mag es wohl weitergehen?
Woltersdorf Im Winkel
Im Januar 2015 habe ich versucht zart darauf hinzuweisen, das da oben von der Hochstraße an über „Im Winkel“ bis zum Meisensteg bei kräftigen Regen die Welt untergeht. Bei Unwetter von der Hochstraße zum „Im Winkel“ zu gelangen ist dann ein jahrzehntelang geübter Balanceakt. Ganz Pfiffige versuchen es dann von der anderen Seite, vom Meisensteg über die Treppe zu „Im Winkel“. So richtig will das auch nicht gelingen, die prächtige Seenlandschaft im Meisenweg kann es an richtig nassen Tagen mit der Mecklenburgischen Seenplatte aufnehmen. Ohne nasse Füße oder Gummistiefel geht rein gar nichts bei Regen und es regnet ziemlich oft.

Wie viel guten Bürgersteig hätte die Gemeinde wohl bauen können, wenn sie nicht rund 30.000 Euro Eigenmittel in ein touristisch fragwürdiges Unternehmen, wie den 103.000 Euro teuren Blickpunkt auf den Bauersee gesteckt hätte. Vielleicht würden dann die am Rande von Woltersdorf Lebenden auch einmal etwas für ihre seit Jahrhunderten gezahlten Steuern zurückbekommen.

  1. Friedrich

    Herr Matthias,

    bezüglich des Zusammengehens mit Erkner möchte ich Ihnen zustimmen, ich bin auch dafür. Mir scheint es die einzige Möglichkeit die verkrusteten Strukturen in unserer Gemeinde aufzubrechen.

    Da sind die gut bezahlten Gemeindediener nicht einmal in der Lage, die Strassen in Schuss zu halten und das 27 Jahre nach der Wende.

    Stattdessen wird eine Turnhalle für 3,5 Mio Euro gebaut,von der der Sportverein sagt, dass sie nichts taugt und es vergleichbare Hallen für weniger als 1 Mio Euro gäbe.

    Hier muss einmal durchgefegt werden- aber mit dem ganz großen Besen.

  2. Bernds Journal

    Nun ja, wir haben eine Weide gepflanzt, ringsherum hat sie schlappe 20 qm Wiese und ein Gemüsebeet habe ich vor zwei Jahren angelegt. Das haben sich aber die Frauen, hier in unserer Wohngemeinschaft, unter den Nagel gerissen.
    Ganz so einfach sehe ich das mit dem Versickern nicht. Dort oben hat das Wasser den losen Sand- und Kieselsteinbelag auf ein Grundstück am unteren Ende der abschüssigen Sandallee geschwemmt. Das Wasser-Sand-Kiesel Gemisch hat sich seinen Weg zum Haus gesucht und ein Kellerfenster aufgedrückt. Das alte Holzfenster ist jetzt kaputt. Dann wälzte sich das Gemisch unaufhaltsam in alle Kellerräume, 10 cm hoch steht der Schlamm. Gestern habe ich geholfen, den nassen Sand mit Eimern an die frische Luft zu befördern.
    Die Gemeinde, für die ordnungsgemäße Entwässerung der Straßen zuständig, hat hier keine Entwässerungskanäle gebaut, wohl auch nie geplant. Von Versickerungsmulden ist auch nichts zu sehen. Also hat die Gemeinde hier versagt, denn das Gesetz sagt, dass die Gemeinde ihr Wasser nicht über andere Grundstücke ableiten darf.
    Die Eigentümerin hat bei der Gemeinde angerufen und die an sich freche Antwort bekommen: wir haben kein Geld. Ich frage mich, wenn ich für einen Schaden verantwortlich bin, nützt mir dann auch der Spruch: ich habe kein Geld?
    103.000 Euro, davon 1/3 Wolterdorfs Anteil für den kurzen erhabenen Blick irgendeines Touristen, der vielleicht irgendwann einmal nach Woltersdorf kommt, über das Weltkulturerbe „Bauersee“ sind vorhanden gewesen. Nur ihren Pflichtaufgaben, die Infrastruktur des Ortes in Ordnung zu halten und wo diese Infrastruktur fehlt, sie zu bauen, dazu war und ist diese Gemeinde nicht fähig. Das ganze Steueraufkommen versickert irgendwo, wie hier der Schlamm in den Kellern der Woltersdorfer.
    Grüße
    Bernd

  3. Alte Woltersdorferin

    Tja, lieber Bernd, hättest Du mal Dir lieber ein Pferd zum Gassigehen angeschafft. Das hätte Dich auf auf natürlichen Sandwegen durch die Pfützen getragen, wäre notfalls mit Dir geschwommen, würde Dich keine Hundesteuer zur Auffüllung der von den unermüdlichen Planern geplünderten Gemeindekasse kosten, wäre als Touristenattraktion eine ländliche Augenweide, pflückt sich sein Futter selber am Feld- und Wegesrand oder in den Straßengräben, und beteiligt sich mit seinen Pferdeäpfeln an der natürlichen Düngung Deiner Gemüsebeete. – Das war ein Scherz, Du Guter. Denn ich vermute mal, dass Du gar keine Gemüsebeete zu beackern oder Weidewiese im regen- und sonnen-überdachten, zersiedelten, boden-versiegelten Dorf hast. 😉

    Aber mal im Ernst: Wir brauchen auf unseren ländlichen Berg- und Talstraßen keine unnötigen und teuren Straßenentwässerungen, wenn unser ständig absinkender Grundwasserspiegel, unsere flachen Seen, unsere Bäume und Vegetation zwischen den heißen und sehr trockenen Sommermonaten nach Wasser „lechzen“. Da das Wasser die natürliche Angewohnheit hat, immer nur abwärts zu fließen, sollten wir uns wegen der kurzzeitig großen Regenpfützen keine Sorgen machen.
    An solchen Tagen gingen wir früher als Kinder mit Gummistiefeln und Regencape durch die Pfützen zur Schule. In anderen Hochwassergegenden paddelten die Leute sogar mit dem Schlauchboot durch die asphaltierten Straßen, die hatten da mehr Probleme, als wir. Als Erwachsene blieben wir (wo nötig, wo möglich) mal zu Hause, bis das Wasser abgelaufen und versickert ist. Auch heutzutage werden wir schon nicht verhungern, denn lt. Regierungsempfehlung haben für prognostizierte Katastrophen wir uns mit allem Lebensnotwendigem gut eingedeckt. Das Horten und Sammeln, sowie Improvisieren war ja eine unserer Überlebensstrategien und ist uns alten DDR-Bürgern nicht unbekannt. – Bei dem ach so fortschrittlichem, auf „höchstem Stand der Technik“ verwöhntem BRD-Personal bin ich mir da aber nicht so sicher. 😉

  4. Matthias

    Da fragt man sich tatsächlich, ob man sich als hinterwäldlerisches Dorf oder Teil einer Metropolregion verstehen will. Immerhin werden ja jetzt einige „Straßen“ befestigt, aber an sich ist das gesamte Vorgehen durchaus erschreckend. Selbst die neu gebauten Straßen bekommen nur Sickergräben für das Regenwasser, wobei eine „richtige“ Kanalisation eigentlich Stand der Technik wäre.

    Allein im Bereich Fläming-/Waldstraße kommt wieder das leidige Thema Entwässerung hoch, was ja schon 2011 Thema war und wo nur irgendwelche Sickergruben im Dickicht existieren, in denen bereits Wurzeln die Kanäle verstopfen.

    Vielleicht wäre ein Zusammengehen mit Erkner doch besser, was die Verwaltung sowie Instandhaltung von Infrastruktur anbelangt…

Kommentare sind geschlossen.