Trasse Landesstraße L30

Landstrasse L30Als ich das erste Mal davon hörte, hielt ich es für einen Karnevalsscherz, ist es aber nicht. Gestern bei der Besprechung des Flächennutzungs- plans kam der Vorschlag wieder auf den Tisch. Unsere CDU Ortsgranden wünschen sich ein Bäumchen Wechsel Dich zweier Straßen. Der lange Berghofer Weg soll die Landesstraße L30 werden und die Rüdersdorfer Straße, die bisher als L30 ausgewiesen ist, wird anders (niedriger) eingestuft.

Als Begründung muss herhalten: Die vielbefahrene Rüdersdorfer Straße (L30) ist auf Grund der Verkehrsbelastung für Radfahrer und Fußgänger gefährlich. Würde die Rüdersdorfer Straße herabgestuft, fänden zudem Fuß- und Radwege Platz. Die Stolpbrücke und die Straße Am Stolp (L30) in Rüdersdorf seien in einem beklagenswerten Zustand. Schiebt man den Verkehr zum Berghofer Weg, bringt das Entlastung für die Rüdersdorfer Straße. Obendrein sei es fraglich, ob die Stolp Brücke nach der Sanierung, in der für eine Landesstraße erforderlichen Dimension Platz fände.

Stimmen die Gründe? Nicht ganz! Die L30 würde von Erkner bis zur Kreuzung Berghofer Weg, Rüdersdorfer Straße die alte L30 bleiben und damit vielbefahren und für Radfahrer gefährlich. Der Berghofer Weg ist für eine Landesstraße zu schmal. Der Weg müsste verbreitert werden und Fuß- und Radwege bekommen. Ob die Anrainer dafür von ihren Grundstücken abgeben würden? Die Entlastung der Rüdersdorfer Straße führt automatisch zur Mehrbelastung des Berghofer Wegs. Auch die Besorgnis, ob die Brücke nach der Sanierung in der nötigen Dimension Platz fände, ist weit hergeholt. Die Brückenbauer haben die Pläne für eine richtig dimensionierte Brücke für Landesstraßen längst fertig, sollte doch die Sanierung schon lange stattgefunden haben.

Die von der CDU gewünschte L30 Trasse Berghofer Weg ist 1500 Meter lang, davon in Woltersdorf nur rund 650 Meter, dann fängt Rüdersdorf an. Diese Woltersdorfer 650 Meter L30 würde das Land bauen und bezahlen. Dafür bekäme Woltersdorf die zurückgestufte Rüdersdorfer Straße, ab der Kreuzung Berghofer Weg bis zur Stolpbrücke und das sind 1200 Meter. Woltersdorf darf dann für rund 550 Meter Straße mehr als vorher, alle Kosten tragen. Dann ist da noch die Sanierung der Brücke, die Millionen würden auch aus der Woltersdorfer Gemeindekasse hingeblättert werden müssen.

Seien wir doch mal ehrlich, kann Woltersdorf es sich leisten, die Kosten für eine zusätzliche Brücke und 550 Meter Straße zu übernehmen? Würde Woltersdorf je Rad- und Fußweg in der Rüdersdorfer Straße bauen? Wovon denn, wir haben Ebbe in allen Kassen. Wir bauen ja nicht mal den vom Bürgermeister gewünschten Fuß- und Radweg in der Schleusenstr und auch keine anderen Rad- und Fußwege. An Straßenbau wollen wir gar nicht denken, da ist in den gut 20 Jahren seit der Wende auch nicht viel geschehen.

Wessen Vorteil ist es, wenn der Plan für Woltersdorf ein dickes Verlustgeschäft wird. Das Land würde Gewinner sein, aber was hat unsere CDU davon, wenn das Land den Reibach macht?

  1. Theo Mütze

    Ich sehe die Rüdersdorfer Strasse und den Berghofer Weg als gleichwertig an. Beide Strassen teilen den Verkehr bzw. stellen eine Alternative da. Die Rüdersdorfer Strasse ist nun einmal Landstrasse, so wollte es der Zufall.

    Wenn es so ist, dass der Erhalt der Rüdersdorfer Strasse der Gemeinde langfristig mehr Geld beschert, so sollte man doch alles dran setzen, dass es so bleibt.

    Wäre in Zukunft der Berghofer Weg eine Landstrasse, so wäre mir das vollkommen egal, für mich zählt nur die Geschwindigkeit, mit der ich mein Ziel erreiche. Meinen Autoreifen ist es auch egal , ob sie jetzt auf einer Landstrasse fahren oder nicht.

    Langfristig muss die Rüdersdorfer Strasse mal gemacht werden, ein Fahrradweg muss her, denn diese Radfahrer und Füssgänger auf der Strasse sind gefährlich. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann gibt es mehr Geld dafür, wenn alles so bleibt, wie es ist.

  2. A.-M. Schramm

    Ich denke, bevor hier wieder vieles vermutet und interpretiert wird, sollte genau in Erfahrung gebracht werden, wie denn eine L30 unter Nutzung des Berghofer Weges wirklich aussehen könnte.

    Sinnvoll wäre hier, einen Kreisel direkt an der Autobahnauf- und -abfahrt so anzulegen, dass dann ein neues Straßenstück geradeaus weiter über die heute noch landwirtschaftlich genutzte Fläche in den Berghofer Weg geführt wird, ungefähr in Bereich Ortsgrenze Rüdersdorf/Woltersdorf.
    Aber so, dass die Überquerung der Straßenbahnlinie bereits auf der dann neuen, geraden Straßenspur erfolgen kann (zur besseren Einsicht und Entschärfung dieses Gefahrenpunktes).
    Die heutige Einmündung des Berghofer Weges in die L302 kann dann entfallen, sie hat ohnehin eine eher schwieriges Abbiegeprofil.
    Und ehrlich, wer fährt denn, wenn er von der Autobahn kommt und Richtung Schleuse / Erkner orientiert ist, die Strecke über Am Stolp / Rüdersdorfer Straße ?
    Und im Fall einer Sperrung der Autobahn wäre so eine Umleitungsstrecke
    für alle Beteiligten eine wohl spürbare Optimierung gegenüber jeder bisher vorhandenen Streckenführung.
    Aber letztlich entscheidet sich ja alles dann doch eher am Geld als an der
    Sinnhaftigkeit des Handelns.

    Und ein Kreisverkehr im Außenbereich ist wirklich eine prima Verkehrseinrichtung, wenn er entsprechend großzügig angelegt ist
    und meist besser als eine Verkehrsregelung durch Ampeln!

    Ich kreisele gerne!
    AMS

  3. werlsee

    Na, wer hat sich denn den Scherz ausgedacht. Aber man muss das Ganze noch weiter verfolgen.
    Der Berghofer Weg endet ja an der L 302. Das ist die Trasse, die in der einen Richtung zur Autobahn und weiter nach Schöneiche, durch einen Kreisel, führt und in der anderen Richtung nach Tassdorf geht, ebenfalls über einen Kreisel (Torellplatz). Diese Trasse ist sehr befahren, so dass man oft lange warten muss, um aus der Autobahnabfahrt auf die L302 abbiegen zu können. Dasselbe würde mit dem Einbiegen am Berghofer Weg (wenn L30) passieren, denn die gedachte L30 würde keine Vorfahrt bekommen, da sie ja auf die L302 trifft. Man könnte also diesen ganzen Verkehrskrampf nur durch einen weiteren Kreisel entzerren. Dann hätten wir also auf einem Stück von knapp fünf Kilometer drei Kreisel. Na dann fröhliches Kreiseln, der LKW-Fahrer dank es den Politikern.
    Kreiselnden Gruß
    Yvonne

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