Touristenfalle Woltersdorf

Ausflug nach Woltersdorf, die ganze Familie, vier Mann hoch. An der Schleuse der chaotische Langen – Schilderwald, überall abgestellte Autos, kein erkennbarer freier Parkplatz. Es ist heiß, die Kinder quengeln – wann sind wir denn da, ich will ein Eis, nervig. Rundreise durch die umliegenden Straßen. Schlaglöcher – Schlaglochhausen.Die Löcher hätten prima als Blumenschalen beim 40ten Parteitag der SED herhalten können. Zurück zur Schleuse, das Gequengel nervt, die Karre hingestellt. Glück gehabt, wir sind Besitzer eines Tisches am Wasser. Erst einmal Eis und Limo für die Rasselbande, wir vergnügen uns mit Kaffee und Kuchen und danach, ist ja Wochenend, ein Eis mit Schlagsahne, ist nicht gesund – egal, aber am Sonntag darf’s sein. Aufbruch, mühsam wälzt sich unser Clan zum Wagen. Von Weitem schon sehe ich einen Zettel am Scheibenwischer flattern. Reklame denke ich und grapsche den Wisch. Schöne Reklame, von der Gemeinde – 15 Euro – fürs Autoabstellen. Ein Blick in die Runde, überall sind die Scheibenwischer mit solch Zettelchen verziert. Ärger, Wut packt mich, Abzocke, Gaunerei, die wollen sich an uns Touris gesundstoßen, schöner Tag – jetzt ein Versauter. Nächstes Mal geht’s woanders hin, Woltersdorf kann uns mal. Andere haben auch schöne Töchter und Ausflugsziele, die backen auch Kuchen, kochen Kaffee und Eis gibt’s dort auch. Dort, wo nicht auf die Brieftasche der Touristen gelauert wird. Soll ’n Mal sehen, die an der Schleuse, wie sie ohne uns Touristen weiterkommen.

Die Geschichte ist nicht wahr, könnte es aber werden, jedenfalls für Kaffee Knappe, Restaurant zur Liebesquelle, Hotel Kranichsberg, Hummelchen, Promenadenkaffee und Schleusenstübchen. Verärgerte Gäste kommen meist nicht wieder, erzählen im Bekanntenkreis ihre Erlebnisse, die verzichten auch. In Folge gibt es weniger Einnahmen und das bei den Schleusengeschäften, die im Sommer für den Winter, der toten Zeit, vorsorgen müssen.

Verärgern möchte unser Bürgermeister die Touristen mit Zettelchen am Scheibenwischer, abkassieren für die Verletzung eines willkürlichen Parksystems, erfunden von den Herren Langen und Vogel. In der letzten GV verkündete der große Vordenker unserer Gemeinde: „Die Ordnungswidrigkeiten im Schleusenbereich nehmen zu, er möchte noch zwei Leute einstellen, die am Wochenende dort kontrollieren. Er geht davon aus, dass das Knöllchengeld zumindest das Gehalt einbringt.“

Falls unser Bürgermeister mit seiner Annahme richtig liegt, bedeutet es – viele, viele Knöllchenzettel – für die Touristen, die so dämlich sind, einen Ausflug nach Woltersdorf zu wagen. Von den Vielen wird schon am nächsten Wochenende ein Teil die Falle für Reisende meiden und es werden weniger und weniger Knöllchen verteilt, aber auch weniger Kohle in die Schatulle der Gemeinde fließen. Weniger wird es auch in den Kassen der Schleusenwirtschaften, vielleicht wird der eine oder andere dichtmachen müssen. Weniger Betriebe heißt auch weniger Gewerbesteuer und mehr Arbeitslose. Mir scheint es, die Idee des Bürgermeisters ist eher ein Windei.

  1. Florin

    Nur kurz zum Absatz Nr. 5

    Die “ unfähige Bürgermeisterin Raab 1990 verbringt ihr Leben in der Sonne Portugals/ Algarve und in den Bergen von Kärnten. Da sind ihr und ihrem Mann/ ehem.Rechtsver… Gottfried solche Anmerkungen und Parkplatz Probleme wohl eher egal. Mit einem prall gefüllten Sack aus der ehemaligen Heimat……………auch kein Problem.

    Kein Fan

  2. Hein.Richter

    Jede Spielkarte hat zwei Seiten. Ich drehe die Karte auch mal um, um zu schauen, was die Kehrseite sagt:
    Da möchte also ein Dorffürst
    1.) die Arbeitslosenzahl seines Freundeskreises reduzieren und schafft, wie sein gestürzter Vorgänger ja auch, für die Unterhaltung seines Hofstaates weiterhin neue Arbeitsplätze. Die sorgen dann für Ordnung im Fürstenreich, verdienen sich ihren Sold und dem Hofstaat das üppige Salär. Mehr wäre aber bei aller Strenge nicht möglich.
    2.) Das spricht sich natürlich schon, Werbewirksam für die Woltersdorfer Straßenbahn, bis zum S-Bahnhof Rahnsdorf durch.
    Jetzt käme die Straßenbahn auf eine höhere Fahrgastzahl, und somit zu mehr Einnahmen.
    3.) Dass die Gastronomen nun keine Gäste mehr haben, weil nicht alle Touristen mit der Straßenbahn fahren wollen kann nicht sein. Denn fast jede Gasstätte ab der Schleuse hat (vorbildlich) einen eigenen Parkplatz für seine Gäste geschaffen. So, wie es die Landesbauordnung auch wünscht. Außer die beiden Cafés K. und ???. Da blockieren natürlich die Gäste-Pkws nach uralter Tradition die Schleusen-Gegend.
    4.) Doch die Gastronomen wünschen sich ja mehr Gäste, schließlich wollen sie von ihrem Profit auch tüchtig Steuern in die Gemeindekasse einzahlen. Also brächten sie noch mehr Parkplätze.
    5.) Und nun erinnern wir uns mal an das alte Berner-Grundstück, bis jetzt ein „totes Kapital“, das zu DDR-Zeiten immer als Parkplatz zur Entlastung der Schleuse diente. Wenn nun der Dorffürst sich für die eigenartigen Eigentumsverhältnisse (ein „tollkühner Handstreich“ der Gemeindeabgeordneten mit einer unfähigen Bürgermeisterin Raab im Jahre 1990) interessieren würde, und gemeinsam mit den Abgeordneten auch eine Lösung des Parkplatzproblems fände, dann bräuchten wir ja die vielen (4) Ordnungshelfer nicht mehr.
    6.) Doch wohin dann mit denen ? Nun ja, der neue umweltfreundlich geschaffene Parkplatz könnte dann ja von drei Ordnungshütern in Wechselschicht außerdem noch bewacht und bewirtschaftet werden. Das brächte der Gemeinde, je nach Preislage wiederum neue Einnahmen.

    Sollte es sich tatsächlich rechnen, dann wären alle Probleme an der Schleuse gelöst, einige einheimische Arbeitslose vom TV-Sessel auf der Straße, mehr Platz den Touristen zum flanieren und einkehren,
    die Straßenbahner freuen sich über mehr Fahrgäste, der Fahrradverleih floriert, mehr Geld in der Gemeindekasse mit den fast 7 Millionen Schulden und mehr dankbare Untertanen würden ihren Dorffürsten schätzen. Wo wäre da die gezinkte Karte ?

    1. Bernd

      Es ist bisher keinem Staat gelungen seinen Bürgern den öffentlichen Nahverkehr schmackhaft zu machen. Das Auto ist da, kostet, ob es steht oder fährt, wer will da noch ein hohes Beförderungsentgelt zahlen, für ein Verkehrsmittel das insbesondere am Wochenende nach stark ausgedünnten Fahrplänen fährt.

  3. Ingo

    Über den Dorf-Führer und den petit Führer seines Hilfsverein, Namen habe ich vergessen, irgendetwas mit Unternehmer, ist hier bereits alles gesagt worden. Neu ist, diese Schnapsidee trifft bei Umsetzung auch ein führendes Mitglied seines Hilfsvereins am Kranichsberg, vielleicht auch einige Nur-Zahlmitglieder. Denen sind Umsatzrückgänge bestimmt gleichgültig, geht es doch ums große Ganze, da muss man auch Opfer bringen können.

  4. Theo Mütze

    Ist doch klar was der Bürgermeister Vogel treibt: Stänkern und Unfriede schaffen. Die Gemeinde spalten um sein tatsächliches Ziel zu verfolgen….

    Aufschwingen als Führerpersönlichkeit, Abhängigkeiten und Feindbilder schaffen….

    Ich war da mal auf einer Sektenseite… scheint mir zu passen:

    http://www.hilfe24.de/sekten_definition.htm

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