Tod zweier Brandenburger

SeeadlerAlle Jahre wieder, ziehen sie mit Flinten durch unsere Wälder. Sie nennen sich Jäger, betrachten sich selbst als Hüter und Beschützer des Wildbestands. Wenn es dann im Unterholz raschelt, greifen sie zur Büchse. Ein kurzer Blick über Kimme und Korn, ein Knall und wieder ist ein Leben ausgelöscht. Landauf – Landab wird, wie sie es nennen, weidmännisch getötet. Sie, die Jäger – sie sind stolz auf ihre Leistung, mit modernster Waffentechnik und Zielfernrohr wird da vom sicheren Hochsitz aus geballert. Nur ihre Munition, die ist von gestern. Die Jäger, die viel Geld dafür ausgeben das sie töten dürfen – schießen mit bleihaltiger Munition durch die Botanik. Bleifreie Munition gibt es, die nehmen sie aber nicht. Der Grund ist auch darin zu suchen, dass im Brandenburgischen Landesforst nur bleihaltige Munition verwendet werden darf. Ein Versuch mit bleifreier Munition zu jagen, wurde wegen zu vieler Jagdunfälle abgebrochen. Dabei gibt es auch mit der Bleimunition seit eh und je jede Menge Unfälle. Der Grund scheint wohl nur vorgeschoben.

So bleibt denn nach einer Jagd allerhand totes und verletztes Getier zurück. Das lockt auch den Seeadler, das Wappentier von Brandenburg, an. Der Verzehr der bleihaltigen Mahlzeit führt zu einer Bleivergiftung und im Ergebnis zu einem qualvollen Tod. Die Tiere können kaum noch atmen, dass zentrale Nervensystem wird zerstört, der Transport des Sauerstoffs im Blut funktioniert nicht mehr und der Tod tritt ein.

So sind jetzt wieder zwei Seeadler in der Tierklinik der FU daran gestorben. Jens-Uwe Schade, der Sprecher des Umweltministeriums, verweist darauf, dass in Brandenburg immer noch rund 120 Seeadlerpaare leben. Na ja, dann ballert man mit euren Bleispritzen fröhlich weiter drauf los.