TLG Gelände Rüdersdorfer Straße

Riesige Grundstücke, die nahtlos an ein Gewässer grenzen, sind bei Investoren heiß begehrt. In Woltersdorf gibt es ein solches Schätzchen, das TLG-Gelände an der Rüdersdorfer Straße 45. Das Gelände neben der Ertel Werft hat stattliche 36.000 qm und eine Seite liegt am Kalksee. Früher, zu DDR Zeiten, wurde es, die einen sagen vom Zoll, die anderen meinen von der Stasi, als Erholungsgelände genutzt. Nach der Wende versank das Gelände im Dornröschenschlaf, die vielen kleinen Häuschen verfielen, wobei auch einiges mutwillig zerstört wurde.

Dann kam ein Investor, der wollte dort eine Marina entstehen lassen, die Bäume wurden gefällt und die Hütten abgerissen. Danach kehrte für längere Zeit Ruhe ein, der Investor wollte nicht mehr. Vor wenigen Tagen, am 3. März, trafen sich der Bauausschuss und ein neuer Investor auf dem Gelände. Der wollte für eine Klientel, die gehobenes Ambiente liebt, bauen. Das Gelände sollte parzelliert werden, einige Zufahrten und Wege bekommen, ja und schön wär’s, könnte er die Ertel Werft gleich mit dazubekommen, als Hafen für die betuchte Kundschaft.

Hindernis bei allen Investitionen ist der Flächennutzungsplan, der weist das Gelände als Erholungsgebiet aus. Die Gemeinde müsste, um den Investor die Gelegenheit zum investieren zu geben, das Gelände anders kennzeichnen. Soweit ich es beim nicht so gut gelaufenen Ausschuss zum Flächennutzungsplan, am 14. März mitbekam, ist der Interessent inzwischen abgesprungen. Die Gegenleistung, die, die Gemeinde für die Änderung der Nutzungsbedingungen verlangte, passte wohl nicht zum Investitionsplan.

Bisher waren zwei Investoren da, beide wollten für Gutbetuchte bauen, beide wollen bis an’s Ufer des Sees bauen. Dem stimmte die Partei „Die Linke“ nicht zu, Frau Prof. Dr. Böhm möchte, dass ein breiter Streifen am Ufer für die öffentliche Nutzung erhalten bleibt und vom Strandbad durchgängig erreichbar ist. Solche Forderung macht eine Investition nicht mehr rentabel und der Investor verabschiedete sich.

Der Kalksee, ist auf der Woltersdorfer Seite zugebaut, fast das gesamte Ufer befindet sich in privater Hand. Die Woltersdorfer, die es nicht so dicke haben, sind von der Nutzung des größten Teils des See’s ausgesperrt, ihnen bleibt nur das Strandbad. Mir scheint, es ist kann nicht Gottes Wille sein, dass einige Reiche alles, was schön und in geringer Menge vorhanden ist, für sich okkupieren und der Rest ohne Geld muss draußen stehen bleiben. Seen und Flüsse mit ihren Ufern müssen für alle Menschen zugänglich sein, deshalb nenne ich es eine gute Entscheidung der Gemeinde, den Flächennutzungsplan für die von den Investoren gewünschten Ziele nicht zu ändern.