Tiertötungen in Woltersdorf – Die neue Touristenattraktion?

Nachtrag 9:40 Uhr am 23. Juli:
Der „Jäger“ rannte förmlich durch das Grundstück zur Falle. Ein Schuss peitschte laut – Stille – ein zweiter Schuss brachte nach einer gefühlten Minute dem durch den ersten Schuss verletzten Tier den Tod. Wieder keine Gefahr im Verzug, keine Tierseuche im Anmarsch. Der Scheiß steht nur im Gesetzblatt, um das sich hier niemand kümmert.

Gerd und Rudi, zwei ehemalige NVA-Offiziere der Regierungsfliegerstaffel der DDR, beide arbeiten jetzt eng bei der Waschbärentötungsaktion zusammen, werden begeistert sein. Zum Frühstück eine Leiche, nun schon das zweite Mal diesen Monat, das gibt es nur in Woltersdorf.

Woltersdorf will doch Touristenort werden, wäre das nichts, eine kleine Arena bauen und zu bestimmten Zeiten werden dann Tiere erschossen. Nee, liebe Touristen bleibt diesem Ort so fern ihr könnt, hier darf im Wohngebieten rumgeschossen und getötet werden.
Querschläger fragen nicht nach, ob Mensch oder Tier.

Tiertötungen in Woltersdorf

Tiertötungen in Woltersdorf


Waschbärenbulletin 23. Juli
Gestern hat unser Nachbar, obwohl es verboten ist ohne Jagdschein die Falle aufzustellen oder scharfzumachen, diese auf das Grundstück des angrenzenden Nachbarn gebracht und wieder einen Waschbären in der nicht verblendeten Falle gefangen. Im Fernglas konnte ich sehen, dass es wohl ein weiteres Mal das Muttertier ist. Jetzt warten wir wieder auf den Mann, der sich Jäger nennt, um die Hinrichtung oder Freilassung zu erleben. Wann hört endlich die Ballerei hier im Wohngebiet auf. Oder müssen wir hier auch um unser Leben fürchten, auch Querschläger töten.
Auf dem Foto, man muss genau hinsehen, sind die Umrisse der Ohren und ganz schwach der Kopf zu sehen.

4 thoughts on “Tiertötungen in Woltersdorf – Die neue Touristenattraktion?

  1. Frank

    Unabhängig von der Tierschutzfrage: Ich mache mir vielmehr Sorgen um unsere Kinder, die im Garten spielen, während in der Nachbarschaft scharf geschossen wird. Sie werden verstört und bedroht von Querschlägern oder ähnlichem. Von potenziellem menschlichem Versagen will ich gar nicht erst anfangen.

    Wenn sowas in Berlin passieren würde, wäre sofort ein SEK vor Ort und das Gebiet würde abgeriegelt. Hier in Woltersdorf dagegen fallen Schüsse und nach 40 Minuten kommen mal zwei Streifenbeamte, die von Nachbarn gerufen wurden, um dann wieder schulterzuckend wegzufahren, als sei der scharfe Schuss auf dem Nachbargrundstück die normalste Sache der Welt. Da kann man doch nur wütend werden.

    Man müssten sich mal bei der Jagdbehörde beschweren, selbst wenn das Jagen in besiedeltem Gebiet hier erlaubt wäre.

  2. blitzmaerker

    Hallo Bernd, wie sieht es mit einer Gefährdungsanzeige ( bzgl. Queschlägern ) aus. ? Wenn Jäger in Wohngebieten schießen müssen ( Wildschweine verschanzen sich in der Garage oder so 🙂 ) dann ist doch auch die Polizei vor Ort.
    Von Waschbären wird wohl keine akute Gefahr für Leib und Leben ausgehen, da sollte doch „umsiedeln“ vor töten gehen.
    Tierschutzbund informieren. Naturbehörden ?
    VG
    Ringo

    1. Bernds Journal

      Du, ich habe mich ein wenig in die Jagdgesetze eingelen. Ein irres Wirrwar, von Juristen für Juristen gemacht. Bundesjagdgesetz und dann jedes Bundesland sein eigenes. Da spielen noch Grundgesetz, Tierschutz und Waffenrecht mit. Hier geht alles ganz langsam voran.
      Grüße Bernd

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