Tempo 30 auf der Schleusenstraße

1. November 2016 Aus Von BerndWohlers

Mit Freude haben wir Anlieger wahrgenommen, dass endlich Schilder mit Tempo 30 auf der Schleusenstraße aufgestellt wurden. Endlich!

Haben wir uns doch schon jahrelang für Tempo 30 wegen Lärmschutz eingesetzt. Jedoch schockieren uns die Zusatzschilder „Straßenschäden“ auf der gesamten Schleusenstraße. Diese Zusatzschilder geben ein irreführendes Signal an die Öffentlichkeit und suggerieren eine gefährlich schadhafte Straße.

Seltsamerweise ist die Warnung an die Autofahrer jahrelang nicht nötig gewesen und plötzlich akut.

Für uns Anlieger sieht es so aus, als ob eine Entscheidung für den grundlegenden Ausbau der Straße schon längst getroffen ist und die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollenund nur dafür die Schilder aufgestellt wurden. Hier scheint man nicht auf das grundlegende Recht der Bürger auf Lärmschutz eingehen zu wollen, sondern nur ein Bauvorhaben an den Bürgern vorbei zu planen. Schilder „Straßenschäden“ sollten nur dort sein, wo es gerechtfertigt ist.

In der Tat ist die Schleusenstraße problemlos befahrbar. Mängel gibt es im Abschnitt Haltestelle Blumenstraße bis Haltestelle Krankenhaus, sie betreffen die Pflasterung innerhalb des Gleisbetts, sowie auch Schlaglöcher im Asphalt. Der übrige Straßenabschnitt Richtung Schleuse bis zum Sanierungsgebiet ist bis auf Kleinigkeiten in intaktem Zustand. Hier gibt es ab und zu Unebenheiten, besonders an der Kante zum Gleisbett, wo vor einigen Jahren an den Gleisen gearbeitet wurde. Das könnte man angleichen.

Ursache der Bauplanung der Schleusenstraße sind die geplanten Gleisarbeiten der Straßenbahn GmbH. Aus der Befürchtung heraus, dass bei den Bauarbeiten der Anschluss vom Gleisbett an die Fahrbahn nicht exakt gelingt, favorisiert man nun, die gesamte Straße neu zu bauen.

Es ist Angelegenheit der Straßenbahn GmbH, ihre Bauarbeiten so durchzuführen, dass die Straße nicht darunter leidet.

Alles, was sich zwischen den Gleisen befindet, ist sowieso Sache der Straßenbahn. Auch wenn wegen der angeblich notwendigen Gleisentwässerung die Straße Schaden nimmt, bleibt auch dies in der Verantwortung der Straßenbahn.

Hier fahren ausschließlich alte und die historischen Wagen, und das schon über hundert Jahre.

Uns scheint es fragwürdig, ob die neuen Standards einer Gleisentwässerung überhaupt auf unsere alte Woltersdorfer Straßenbahn anzuwenden sind. Bisher gab es nur äußerst selten ein Problem mit Regenwasser.

Was uns Anlieger empört, ist dass man ernsthaft daran denkt, eine intakte Straße aufzureißen und für den Neubau dann die Anlieger mit gravierenden Kosten belasten möchte.

Dabei, so schreibt auch unsere Bürgermeisterin im letzten Mitteilungsblatt, sind die Planungen noch gar nicht abgeschlossen. Und weiter schreibt sie:“ Dabei ist es erklärtes Ziel, die Anlieger finanziell zu schonen und auch mit öffentlichen Mitteln, die ja das Geld
aller Bürger sind, äußerst sparsam umzugehen und dennoch nachhaltig- auch im ästhetischen Sinn zu handeln.“

Wir wünschen uns sehr, dass die Verantwortlichen im Interesse der Bürger handeln und nicht alteingesessene Anlieger vertreiben oder in finanzielle Not zwingen.

Johanna Görke          Maria Sibylla Ponizil
Malerin/ Grafikerin   Malerin/ Grafikerin
Schleusenstraße
15569 Woltersdorf