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Lasst ihn in Frieden ruhen!

Karl Holzfäller Woltersdorf

Am 29. Januar dieses Jahres veröffentlichte Sebastian Meskes, Vorsitzender der Woltersdorfer Linken, auf deren Webseite einen Artikel zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und insbesondere an Karl Holzfäller, einer, ich meine unfreiwilligen, Ikone der Woltersdorfer Linken.

Meskes schreibt, dass sich die Linken am Grab des Woltersdorfer Kommunisten Karl Holzfäller trafen und das Holzfäller von einem Nachbarn an die Geheimpolizei verraten wurde.

Kann man einen Menschen, der 1928 der KPD den Rücken kehrte, im Nachhinein noch als Kommunist bezeichnen? Ich denke nein, denn wer einer Partei wie der KPD Ade sagt, der hat mit den Kommunisten nichts mehr am Hut, da ist das Tischtuch zerschnitten. Weiterlesen

Eine Partei mit geschichtlichem Defizit

Unsere Roten haben endlich ihren Widerstandskämpfer, in dem Fall – Karl Holzfäller. Endlich können sie alle Welt, bis an Woltersdorfs Grenzen, zeigen, die Kommunisten haben gegen die Nazis gekämpft und Die Linke als seelenverwandter Nachfolger würdigt das gebührlich. Leider mit Schönheitsfehler, Karl Holzfäller wurde am 5. Januar 1945 zum Tode verurteilt und nicht wie Die Linke auf ihrer Webseite ganz allgemein schreibt 1943, kein Monat, kein Tag. Irgendwie sieht’s hingeklatscht aus, als wenn’s dem Schreiber sonstwo vorbeiging. Weiterlesen

Gedenken an Karl Holzfäller

130 Jahre Karl Holzfäller
Heute, vor 130 Jahren, am 5. Februar 1884 wurde Karl Holzfäller im pommerschen Köslin geboren. Er führte ein bewegtes Leben in einer bewegten Zeit, die der Welt zwei große Kriege bescherte. Politisch betätigte er sich bis 1928 in der KPD. Holzfäller kam 1931 nach Woltersdorf und lebte hier bis zum 11. Novemver 1943, wo er wegen Abhören von Feindsendern verhaftet wurde. Im Januar 1945 verurteilte der Volksgerichtshof Potsdam Karl Holzfäller zum Tode. Weiterlesen

Die Akte Karl Holzfäller

Karl Holzfaeller WoltersdorfWarum wurde die Andreas-Hofer-Straße in Karl-Holzfäller-Straße umbenannt? Mit der Frage endete mein erster Artikel über Holzfäller. Die Antwort fand ich in öffentlichen Archiven. Karl Holzfäller hat bis zu seiner Verhaftung am 11. November 1943 durch einen Woltersdorfer Gendarm in der Andreas-Hofer-Straße 5 gelebt. Es fanden sich noch die Anklageschrift, das Todesurteil und ein Fotos von ihm an. So scheint es mir notwendig die Geschichte, soweit mir bis jetzt bekannt, fortzuschreiben.

Holzfäller war von 1915 bis 1918 Soldat und wurde mit dem EKII ausgezeichnet. Er trat 1918 der neu gegründeten KPD bei und blieb Mitglied dieser Partei bis 1928. Er hatte dort die Funktion eines Zellenleiters inne. In den Jahren von 1924 bis 1932 war er Stadt- und Bezirksverordneter in Berlin und wohnte am Markgrafendamm. Nach Woltersdorf zog er 1931. Weiterlesen

Karl Holzfäller

Karl Holzfaeller Woltersdorf
Es gibt in Woltersdorf eine Straße, die seinen Namen trägt und es gibt im Ort ein Grab mit seinem Namen. Am 12. Dezember bekam die Grabstelle einen neuen Grabstein aus dunklen Stein von der Kriegsgräberfürsorge. In weißen Druckbuchstaben steht darauf, Karl Holzfäller von 1884 bis 1945. Wer war der Mann, der dort beerdigt wurde? Gehen wir in der Zeit zurück bis Anfang Januar 1945, dem letzten Monat seines Lebens. Am 5. Januar 1945 wurde er vom Volksgerichtshof (VGH) Potsdam zum Tode verurteilt:

Zitat aus dem Urteil: „Der Angeklagte Holzfäller hat im Oktober 1943 dem Wehrmachtsangehörigen Niendorf gegenüber Äußerungen kommunistischer Prägung getan, Weiterlesen

Ein Denkmal

VdN Denkmal WoltersdorfMitten in Woltersdorf, gleich neben der Feuerwehr finden wir einige düstere, behauene Steine aufgeschichtet. In dem größten ist ein großes Dreieck aus einer anderen Steinsorte mit dem Schriftzug VdN eingelassen, unter den Buchstaben ist ein weiteres Dreieck angedeutet, es soll an den roten Winkel, das Kennzeichen der politischen Häftlinge in den KZs erinnern. Verloren vor dem nicht einladenden Ort stehen zwei Holzbänke und warten vergeblich, dass sich auf ihnen Einer zum Gedenken niederläßt. Geschaffen wurde das Denkmal 1952 von Kurt Holzfäller, dessen Vater Karl, der, wie die Linken behaupten, dem kommunistischen Widerstand angehören sollte, 1945  in Brandenburg-Görden ermordet wurde. Weiterlesen