Stasi fordert Rentengerechtigkeit

Nach der Wende ging es einem Personenkreis der ehemaligen DDR an die Rente. Sie gründeten einen Verein, die „Inititiativgemeinschaft zum Schutz der sozialen Rechte ehemaliger Angehöriger bewaffneter Organe und der Zollverwaltung der DDR“ kurz „ISOR“ genannt. Sie fordern Rentengerechtigkeit, wollten nicht sozial benachteiligt sein.

Sie haben uns wie Ihren schlimmsten Feind schikaniert: die Zollverwaltung, die Volkspolizei, die Staatssicherheit und die Grenztruppen der DDR. Jede Fahrt auf den Transitstrecken war ein Abenteuer. Bei der Ein- und Ausreise wurden die Papiere der verhassten Wessis von der Stasi gedreht und gewendet. Durchschnittliche Fahrzeiten von Grenzpunkt A nach Grenzpunkt B berechnet und wehe die Abweichung war zu groß. Die Volkspolizei lauerte Tag und Nacht auf Autos mit Westkennzeichen, sie schafften die Devisen ran, nach denen das Politbüro so gierte. Bei Verwandtenbesuche in die DDR kamen die besonders verhassten Zöllner zum Zuge, sie schnüffelten in allen Taschen. Mancher musste sich nackt ausziehen und unzählige Autos haben sie so zerlegt, dass die Karre danach an allen Ecken klapperte. Noch mehr haben sie die Ihnen voll ausgelieferten DDR Bürger drangsaliert, jedenfalls diejenigen, die freie Luft zum Atmen brauchten.

Ob sie sich je um die sorgten, die sie in Bautzen verschwinden ließen, die nach brutaler Haft seelische Krüppel waren? Wie viele Tote an der Mauer, wie viele wegen Republikflucht Verurteilte, wie viele Ihren Eltern weggenommene Kinder schleppen die Angehörigen der Organe der DDR mit Ihrem Gewissen herum? Millionen sind aus der DDR getürmt, diese DDR wurde u.a. von der Stasi, Volkspolizei, Zollverwaltung und Grenztruppen für sie ungenießbar, ein einziges ungeheuer großes Bautzen. Die Ex-Bewaffneten, die jetzt jammern, ob die sich Gedanken über die sozialen Leiden Ihrer Opfer machten? Sie haben mit Ihren Waffen 40 Jahre lang Ihre 18 Millionen Mitbürger eingesperrt und wollen nun zumindest mit Ihren Opfern sozial gleichgestellt werden. Nein! Das wäre zu viel des Guten. Fordern mögen sie, gewähren sollte man Ihnen nichts.

  1. Bernd

    Stimmt nicht ganz, dear Conny, unser allergnädigster Landesherr Platzeck hat einige IMs in seinen Landtag untergebracht und damit deren Branche salonfähig gemacht. Im Bundestag krebst auch ein Ex-IM rum. Es dauert noch bis alle weg sind, die biologische Uhr tickt, aber sie tickt langsam.

  2. renate

    Meine Ersatzeltern (liebe Nachbarn hier im Haus) haben alles stehen und liegen gelassen und sind mir wehenden Fahnen und unter gefährlichen Umständen vor vielen Jahren aus der DDR geflüchtet. Mit nichts als den Klamotten am Leib.

    Es ist mir völlig unverständlich, wie man glaubt, jemand zu seinem Glück „zwingen“ zu können. Menschen in einem Land einsperren. Eigentlich ist es kaum zu fassen, dass so etwas im 20. Jahrhundert überhaupt möglich war. Erinnert an mittelalterliche Sklaven-Methoden.

    Und warum diese Typen überhaupt Rente fordern … haben sie denn in die Rentenversicherung einbezahlt?!

  3. Renate

    Die Stasi erinnert mich stark an die Nazis. Ich denke, die haben nicht nur die Vokale gemeinsam, sondern auch die völlig abhanden gekommene Fähigkeit zu Selbstkritik und Mitgefühl. Die größten Verbrecher der Menschheit reden sich selbst ein, im Recht zu sein. Unsäglich!

    1. Bernd

      Liebe Renate!
      Als junger Bengel wollte ich mal von Ost nach West Berlin umziehen. Solche Umzüge nannten die SED Betonköpfe „Republikflucht“ und unternahmen alles um Reisende zu hindern. Sie scheuten nicht vor Panzersperren, Minenfelder und vollautomatischen Waffen zurück. Lieber ein toter DDR Bürger als ein lebender Neu-Wessi. Mich haben sie damals an dem Umzug gehindert und ich durfte acht Monate Ihre Gastfreundschaft ertragen, bei ungenießbarem Fraß, schwerster Arbeit und ab und zu einige Schläge. Ich habe für die neue DDR Nostalgie keinerlei Verständnis und auch kein Verständnis für Rentenforderungen meiner ehemaligen Peiniger.
      LG Bernd

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