Springeberg, Verkaufsauktion brachte 163.000 Euro

Protokoll:
Vermerk zum 14.12.2018 Position 76 Deutsche Grundstücksauktionen AG im Abba-Hotel Berlin
Auch wenn z. Zt. in Woltersdorf selbst nicht viel los ist, aber zur obigen Auktion war am 14.12.18 am späten Nachmittag richtig was los, als die Pos. 76, eingeliefert von der BVVG, zum Aufruf kam.
Die Pos. 76, das waren 10.886 qm Waldfläche im Bereich Springeberg, die Bestandteil des Natur-Campingplatzes „Springeberg Flakensee Westseite“ sind und bis 31.12.2018 vom dortigen Verein von der BVVG gepachtet sind. Die Kurzpräsentation im Auktionskatalog und auch das Expose` dazu priesen die einmalig tolle Lage am Flakensee und schilderten Aufbauten und bauliche Anlagen, die angeblich die Gemeinde Woltersdorf früher errichtet haben soll, die aber speziell auf dem angebotenen Auktionsobjekt selbst nicht vorhanden sind, sich aber womöglich auf dem zum Berliner Forsten gehörenden größeren Waldstück befinden.
Die Autoren des Auktionstextes hatten sich im Expose` mit folgendem Satz vorsorglich haftungsfrei gestellt: „Wir weisen darauf hin, dass die beigefügten Fotografien weder vollständig noch repräsentativ sind. Möglicherweise befinden sich unter ihnen auch Fotografien, die die nähere oder weitere Umgebung des Objektes zeigen. +++Die Fotografien beinhalten ausdrücklich keine Informationen zur Beschaffenheit des Objektes im Sinne des Kaufvertragsrechtes des BGB“.
Vor der Versteigerung war auch die Stellungnahme der GV Woltersdorf verlesen worden, wonach das Auktionsobjekt „Wald“ darstellt.
Nach gründlichem Verlesen des insbesondere von der BVVG gelieferten Textes begann die Versteigerung mit einem Einstiegsgebot von 75.000 €.
Und wer nun dachte, dass es keinen Menschen geben wird, der für knapp 11.000 qm Wald 75.000 € bieten wird, sah sich in der Folge arg überrascht, was jetzt ablief. Zuerst waren es fünf Bieter, die sich in Schritten von je 1.000 € überboten. Dann noch vier, dann drei und zuletzt boten sich ein Telefonbieter und ein Bieter im Saal ein echtes Bietergefecht, bis der Telefonbieter beim Gebot aus dem Saal bei 163.000 € aufgab. Ein Supergeschäft für die BVVG und natürlich auf Grund der Courtage auch sehr einträglich für das Auktionshaus. Und das alles für knapp 11.000 qm Wald, der nur bis 31.12.18 verpachtet ist.
Zum Schluss dieses rasanten Bietergefechtes hatte man auf Grund des plötzlich einsetzenden Verhaltens dieser Bietergruppe aus dem Saal irgendwie den Eindruck, dass ihnen bewusst wurde, dass sie Wald ohne die typischen Campingaufbauten für extrem viel Geld ersteigert hatten und offensichtlich das Auktionsobjekt nur vom Katalog her kannten. Aber irgendwie passt das ja zu Woltersdorf, das jetzt wahrscheinlich neue Grundstückseigentümer aus einem anderen Kulturkreis bekommt.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass es in diesem „Camping-Wald“ das Flurstück 5 gibt, das zwischen dem Auktionsobjekt und dem zu Berlin gehörendem Teil des Campingplatzes liegt und bisher zweifelsfrei von diesem Campingverein „Springeberg“ genutzt wurde und wofür noch nie Pacht bezahlt wurde, weil ja auch kein Pachtvertrag zwischen Gemeinde und Verein über die fast drei Jahrzehnte hinweg abgeschlossen worden war. Da muss man in der Vergangenheit in der Verwaltung offensichtlich kein sonderliches Interesse an Einnahmen gehabt haben. Oder hatte man bei den vielen Liegenschaften, die die Gemeinde besitzt, etwa die Übersicht verloren? Bei der BVVG war das bisher anders. Die hat sich die Verpachtung sehr gut bezahlen lassen und jetzt noch einmal kräftig zuverdient.

Zusatzinformationen von Bernds-Journal:
Das Gelände, Springeberg, liegt im Außenbereich und ist im Flächennutzungsplan als Wald angegeben, somit ist bauen dort unmöglich, nur abreißen geht. Zudem gibt es den Verdacht, dass dort Kampfmittel verbuddelt sein könnten. Dort stoßen drei Kommunen zusammen: Berlin, Erkner und Woltersdorf.
Der Käufer ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts aus Woltersdorf und die hat für den Wald 163.000 Euro bezahlt.
Zur Zeit wird das Gelände vom Verein „Naturfreunde“ bewirtschaftet, dieser zahlt dafür 6000 Euro jährliche Pacht, wohl an die BVVG *. Der Pachtvertrag endet jetzt am Monatsende. Wie’s weitergeht werden wir sehen.

* Bodenverwertungs und Verwaltungs GmbH, eine Nachfolgerin der Treuhand