Sollen 18.000 qm Wald vernichtet werden?

Bäume sind für Menschen lebensnotwendig, deshalb sollte kein Baum ohne Not gefällt werden. In Woltersdorf sind rund 18.000 qm Wald im Gespräch, aus dem Anlass veröffentlichen wir mit Erlaubnis des Verfassers, Hans-Ulrich Wall, folgende Mail an Entscheidungsträger in Woltersdorf.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie hiermit davon in Kenntnis setzen, das zu dem Vorentwurf des Bebauungsplanes mehrere Stellungnahmen beim Bauplanungsamt eingereicht sowie Einwände gegen die Vorgehensweise der Firma Venture2000 vorgebracht wurden. Neben der bereits gestarteten Waldrodung und dem daraufhin vom Forstamt ausgesprochenen Baustopp gibt es aber für die betroffenen Anlieger und Bürger dieses Wohngebietes viele offensichtliche Probleme, die unserer Meinung nach nicht gebührend Berücksichtigung finden.

Nachdem das Bebauungsplanverfahren gestartet wurde, hat die Gemeinde damit deutlich gemacht, das eine Bebauung laut § 34 Baugesetzbuch im betroffenen Gebiet nicht mehr ausreichend ist. Ein folgerichtiger Schritt wäre es, das die Gemeinde eine Veränderungssperre für das B-Plan-Gebiet ausspricht, um einem weiteren Vorgehen der Firma Venture2000 Einhalt zu gebieten. Dies ist bisher nach unserem Wissensstand leider nicht erfolgt.

Bevor mit weiteren Veränderungen durch die Venture2000 Fakten geschaffen werden, erwarten die Anlieger als Mindestmaßnahme die Hinterlegung einer Bürgschaft für den Straßenbau durch die Venture2000. Mit dieser Bürgschaft in Höhe der geplanten Baukosten sollte eine Absicherung der Maßnahmen für den Ausbau des Kieswegs bzw. der Anliegerstrassen erfolgen.

Wie kann eine Gemeinde, die mit ihrer herrlichen wald-und seenreichen Umgebung für die Naherholung geradezu prädestiniert ist, einer Vernichtung von ca. 18.000 qm Waldfläche zustimmen. Selbst die ‚Untere Naturschutzbehörde‘ spricht sich auf Grund der vorhandenen Bebaungsdichte gegen eine weitere Bebauung in diesem Wohngebiet aus.

Ein weiteres Problem der ungelösten verkehrstechnischen Anbindung des Wohngebietes „Am Stolp“ können Sie aus den Stellungnahmen ersehen. Wir fordern hiermit die Erstellung eines Verkehrsgutachtens zur Organisation der Verkehrsströme im B-Plan-Gebiet. Wie sollen hier über einen Zugang (Kiesweg) für das Wohngebiet Rettunsmaßnahmen im Katastrophenfall möglich sein: welche alternativen Entlastungsstrassen sind notwendig; (Wiedereröffnung der Zufahrt zur Rüdersdorfer Str., Grenzstrasse, Krähenwinkel); welche Kompensationsmaßnahmen für die zusätzliche Lärmbelästigung werden vorgesehen ?

Wir hoffen Ihnen hiermit einen ersten kleinen Eindruck geben zu können, welche Probleme die Bewohner des Wohngebietes „Am Stolp“ bei einer Fortführung der Bauplanung sehen. Wir möchten Sie hiermit bitten, in den entsprechenden Ausschüssen und der Gemeindevertretung auf die angesprochenen Probleme hinzuweisen und akzeptable Lösungen für die Betroffenen zu schaffen.

Mit freundlichen Gruß
Hans-Ulrich Wall