Seltene Anzeigenblättchen

Seit zwei Wochen habe ich einen Nebenjob. Während des Urlaubs von Freunden die Katze füttern, Blumen gießen und in der Hauptsache den Briefkasten leeren. So ein ehrenamtlicher Briefkastenjob bringt, wie ich gleich darlegen werde, manchmal grundlegende neue Erkenntnisse über seinen Wohnort. Ich wohne in der Rüdersdorfer Straße, mein zu wartender Briefkasten in einer Straße, zu Fuß fünf Minuten weg.

Nie bekomme ich eines der abgebildeten Anzeigenblättchen, bisher habe ich vier Publikationen gezählt. Die Heftchen sind ganz interessant, da findet man Veranstaltungen, Hinweise von Ämtern und Werbung von großen und kleinen Firmen. Vielleicht sogar mal ein Schnäppchen. Nur habe ich davon nichts, wenn diese Blätter nicht bei mir und den anderen vier Mietparteien in der Rüdersdorfer Straße ankommen.

Der „Märkische Markt“ wirbt mit 329.913 Exemplaren Gesamtauflage
Der „Märkische Sonntag“ wirbt mit 329.247 Exemplaren Gesamtauflage
Beide Blätter kommen vom Märkischen Medienhaus in Frankfurt/Oder, da kommt auch die „MOZ“ her.
Der Blickpunkt wirbt mit einer Gesamtauflage von 653.038 Exemplaren, zusätzlich verweist er auf eine geprüfte Trägerauflage von 53.910 Exemplaren.
Dann „Kümmels Anzeiger“, die wichtigste Botschaft an den Werbenden, die Gesamtauflage fehlt. Auch nach zweimaligen Durchblättern konnte ich sie nicht finden.

Alle Blättchen sind gespickt mit Werbung. Zusätzlich sind sie vollgepackt mit Beilagen von Firmen. Gezählt habe ich insgesamt 14 verschiedene Druckerzeugnisse.

Ich würde mich freuen, wenn auch ich diese Blättchen bekommen würde, auch mich interessieren Werbung, Sonderangebote, amtliche Hinweise, Veranstaltungen. All das kommt bei mir nicht an, seit ich hier wohne und das ist eine recht lange Zeit. Vielleicht liegt es einfach daran, unsere Straßenseite hat keinen Fußweg, die andere Seite hat so einen Trampelpfad.
Neugierig schlich ich an den Briefkästen auf der Trampelpfadseite vorbei und siehe da, dort klappt es. Jetzt grüble ich, inwieweit ein vorhandener oder nichtvorhandener Fußgängerweg für die Zustellung oder Nichtzustellung verantwortlich ist. Interessieren würde mich noch, bin ich als Zahl in der Gesamtauflage mit aufgeführt oder wurde ich gleich mangels Trampelpfad nicht in der Gesamtauflage aufgeführt. Und wie sieht es aus, wenn ich in der Gesamtauflage enthalten bin aber nie etwas bekomme. Muss dann nicht die Gesamtauflage korrigiert werden, nach unten?
Bin ich der Einzige, der dank mangelndem Trampelpfad nicht beliefert wird, oder gibt es noch andere Leidensgenossen/innen, die nie ein Blättchen samt Einlagen bekommt? Gibt es noch andere Ausschließungsgründe außer – kein Bürgersteig da -, dann würde ich die gerne erfahren. Schließlich ist geteiltes Leid – halbes Leid.

  1. Lustiger Lektor

    Hallo Bernd,
    ich gehe davon aus, dass die Verleger die gedruckte Auflage angeben, nicht die verbreitete Auflage.
    Wir bekommen übrigens keines der Druckerzeugnisse in den Briefkasten geworfen dank eines entsprechenden Hinweises. Kümmels Anzeiger liegt beim Bäcker aus.

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