Schild und Schwert der Partei

Als die Russen 1989 die DDR aus der Sklaverei entließen standen plötzlich viele Menschen dieses Staates vor dem Aus. Vorher gesicherte Existenzen waren auf einmal keinen Pfifferling mehr wert. Besonders hart vom Ende betroffen waren die, die dem System treu gedient hatten. Ganz loyal und wohl auch verhasst waren Mitarbeiter der Staatssicherheit, kurz Stasi genannt. Nach der Einbindung der DDR in die BRD wurden in den Neuen Bundesländern Stellen eingerichtet, die sich mit dem Thema Stasi beschäftigten. Nur in dem Bundesland, in dem es die meisten Stasiangehörigen gab, in Brandenburg, da wurde das vermieden. Der erste Ministerpräsident Stolpe (SPD) wollte es so, ob das mit seiner Vergangenheit zu tun hatte, wer weiß. Die Beweggründe dafür sind nun auch egal.

Nach so vielen Jahren, 20 an der Zahl, da möchte man jetzt in Brandenburg auch auf Stasijagd gehen. Der Grund ist, dass ab und zu mal ein Dorfbürgermeister als ehemaliger IM enttarnt wird. Das ist peinlich! Dagegen muss man etwas tun. Was kann man tun? Die Stelle eines Stasibeauftragten schaffen, das möchte die SPD. Klar, so ein Posten bringt mit allem Drumherum ein gutes Salär und Parteien haben ja immer alte Kameraden zu versorgen.

Es stellt sich aber die Frage, was bringt das Ganze ein? Was hat man davon, wenn man nun Leute jagt, die vor 20 Jahren jemanden über die Klinge springen ließen. Welche Befriedigung bringt das den ehemaliges Opfern?

Es ist wohl zu spät – 20 Jahre zu spät. Die Leute in verantwortlicher Position waren damals so zwischen 40 und 50 Jahre alt. Sie sind fast alle im Rentenalter oder kurz davor. Aus welchen Positionen will man sie noch entfernen? Hat sich die ganze Angelegenheit „Stasi“ nicht biologisch fast von selbst erledigt?

Im Focus gelesen:
Kerstin Kaiser: Ohne Scham

In Bild gelesen:
Sex und Verrat – die Stasi-Akte von Platzecks Kaiserin

  1. Pingback: Das Journal» Blogarchiv » Verbrechen im Auftrag der Regierung

Kommentare sind geschlossen.