Radtour Schleusenviertel

Magnolien WoltersdorfUm 11 Uhr stand ich mit Knipse, Notizbuch und Rad neben der Kita Entdeckerland Ecke Rudolf-Breitscheid-Str / Rüdersdorfer Straße und bewunderte die dort blühenden Magnolien. Nach 20 jähriger Abstinenz sollte mich meine erste Fahrradtour durch die Schleusenstr, über die Schleusenbrücke, entlang der Strandpromenade bis zu den zwei Findlingen aus der Eiszeit führen. So ganz sinnfrei war die Tour nicht, ich wollte den Zustand der Bürgersteige auf beiden Seiten der Schleusenstraße sehen. Der Gedanke kam nicht aus heiterem Himmel, sondern entstand in unzähligen Gemeindeausschüssen, in denen der Bürgermeister ständig klagte, wie schlecht doch die Bürgersteige in der Schleusenstraße sind, insbesondere der auf der Seite des Krankenhauses, der auch als Radweg freigegeben ist. Er, der Bürgermeister möchte, dass zumindest dieser Rad- und Bürgersteig saniert wird.

Delta Gelände WoltersdorfNa, dann radeln wir doch mal los, hinunter zur Schleuse auf der rechten Straßenseite. Vorweg, der gesamte Weg ist in einem schlechten Zustand, mit wackligen Steinen gepflastert, an anderer Stelle sind Platten gelegt, dazwischen befinden sich Einfahrten mit den unterschiedlichsten Steinsorten, eben das, was gerade zur Hand war und deutlich ist noch jetzt das unterschiedliche Geschick der Erbauer zu sehen. Die Überquerung der Gartenstraße ist ganz miserabel, der Weg führt dann weiter vorbei am Fidusdenkmal. Das Mahnmal ist erst im allerletzten Moment zu sehen, davor ragen zwei hässliche Baracken in’s Sichtfeld. Gleich danach beginnt das Delta Gelände, dessen Zufahrt fachmännisch gepflastert wurde. Rechterhand auf dem Gelände steht an der Straßenfront entlang ein wuchtiges, einstöckiges Gebäude. Sonnenstrahlen lassen es freundlich weiß leuchten. Bald kommt die Kreuzung Hans-Knoch Straße, mittelalterliches Rumpelpflaster, die Straße hier zu queren ist nicht ganz einfach und ich spüre jeden Zentimeter im Rücken. Holpernd geht es weiter, zwischen von Wurzeln hochgedrückten Steinen und zerbrochenen sowie fehlenden Gehwegplatten versuche ich einen gangbaren Weg zu finden. Ob sich Touristen dieser Mühe unterziehen, so richtig mag ich’s nicht glauben.

Otto Tade WoltersdorfUnten an der Schleuse wird es deutlich besser und ich komme bequem vorwärts, über die Schleuse in die Strandpromenade. Dort ist der Weg gut, die Promenade sieht ein wenig verwahrlost aus, die Sitzbänke warten seit langem sehnsüchtig auf einen Anstrich. Meine Erkundung endet bei den am Weg aufgeschichteten Findlingen, die die Gedenkstätte für Otto Tade (+1919) sind. Den Aussichtsturm und die Strandpromenade verdanken wir dem Berliner Unternehmer.

Radweg Schleusenstr WoltersdorfZurück zur Schleusenstraße auf den Rad- und Bürgersteig, der am Krankenhaus vorbeiführt. Der Weg ist gegenüber dem auf der anderen Seite sehr gut. Hie und da wären kleine Reparaturen angebracht, die der Bauhof locker ausführen könnte. Im Bereich Krankenhaus ist der Bürgersteig, im Kontrast zur anderen Seite, sogar als first class zu bezeichnen. Nur die Kreuzung Parkstraße, da hapert es mächtig, da müssten die zu hochstehenden Kanten abgesenkt werden, um ohne abzusteigen weiterzukommen. An der Rüdersdorfer Straße endet die Tour für heute.

Das der Bürgermeister den guten Weg auf der Krankenhausseite neu gepflastert haben möchte, anstatt den sehr schlechten auf der gegenüberliegenden Seite, kann ich mir nur damit erklären, dass es sein Radweg vom Rathaus zur Friedenstraße ist und er den Bürgersteig auf der anderen Seite nicht kennt.

  1. Dr. Vogel

    Hallo Herr Wohlers,
    ein sehr schöner Selbstversuch. Der Schlussfolgerung kann ich aus Sicht des Radfahrers auch folgen. Ich kenne nämlich tatsächlich beide Seiten. Aber dort soll kein Radweg, sondern ein Gehweg gebaut werden und der ist auf der Seite beim Krankenhaus eindeutig höher frequentiert. Und gerade die älteren und teilweise behinderten Besucher von Krankenhaus und EC-Begegnungsstätte kann man im Sommer fast täglich mit ihren Rollatoren und Rollstühlen an dem von Ihnen gepriesenen Gehweg scheitern sehen. Aber Sie haben recht, der Weg gegenüber ist tatsächlich etwas schlechter und am besten wäre es beide Seiten zu machen und am besten die Straße gleich mit dazu.

    1. Bernd

      Hallo, Herr Dr. Vogel,
      schön, dass Sie sich auf unsere Seite „verirrt“ haben. Gepriesen – nein, zuviel Ehre für den Bürgersteig. Gut – kann ich aber mit gutem Gewissen sagen. Vom Fahrrad sieht der, der sehen will, doch deutlich besser und mehr. Meine Empfehlung an die Abgeordneten, geht zum Wurster und kauft euch Fahrräder, vielleicht kann ich dann ein sachkundiges Abstimmverhalten – preisen.

      Rollstühle, Rollatoren wurden bisher nie als Begründung für die Sanierung angegeben, allzeit war nur vom Rad- und Bürgersteig die Rede, wobei der Bedarf nach einem besseren Fahrradweg primär war. Über den neuen Aspekt muss ich nachdenken, was dabei herauskommt, werde ich hier vorstellen.

      Wir wünschen Ihnen und ihrer Familie ein frohes Osterfest.

      Mit freundlichen Grüßen
      Angelika und Bernd

Kommentare sind geschlossen.