Plädoyer für Einen mit Einkommen

Es gibt in unserem Staat, wie überall auf der Welt, Menschen, deren Auskommen, mit einem guten Einkommen abgesichert ist. Von denen verlangt unser Finanzminister viel, er der Gutverdienende soll abgeben, am besten immer mehr. Er soll es mit Freuden geben und sich jeder Klage enthalten. Unserem Staat fehlt, seitdem er, erfolglos, die ganze Welt retten wollte, Geld – Money – Penunse. Er, der Staat hat deshalb keinerlei Bedenken, ihn, den Gutverdiener zur Kasse zu bitten. Wer ist der Gutverdiener? Wo kommt er her? Warum verdient er eigentlich mehr als Andere?

Schon in der Schule war Max anders als die anderen Jungs, anstatt mit ihnen Blödsinn zu verzapfen, ging er eigene Wege, hatte eigene Vorstellungen. Während seine Schukameraden sich mit dem Ball vergnügten, besserte Max sein Taschengeld als Kegeljunge auf. Er jobbte beim örtlichen Käseblatt als Zeitungsjunge und füllte im Supermarkt Regale auf. Für größere Anschaffungen jobbte Max in den Ferien in einer Möbelfabrik. Nach der Schule, die Armee wollte ihn nicht, arbeitete er viele Monate als Zivi in einem Altersheim, stand jeden Morgen um fünf auf. Genug seiner Kumpels waren da noch in den Kneipen am Bechern und ließen sichs gut gehen.

In seiner ersten Festanstellung arbeitete Max jeden Tag weit über die üblichen acht Stunden hinaus. Wochenenden, regelmäßiger Feierabend kannte er nicht. Freie Tage gabs auch nicht so viele, war der Krankenstand zu hoch, wurde er in den Betrieb geholt. Mit dem Siegeszug des Handys bekam auch Max eines und war seitdem für seinen Arbeitgeber immer erreichbar, auch im Urlaub.

Max hat immer den vollen Betrag geblecht, für Kita, Schulbücher, Klassenfahrten, Beiträge für Vereine, Bibliotheken, Eintrittskarten, für ihn, den Gutverdiener, gab es nie eine Ermäßigung.

Max weiß, dass er eine Menge Glück hatte, nur Leistung allein reicht nicht aus. Er kennt Einige, die ohne Mühsal ein gutes Einkommen haben, durch Erbe, Steuertricks, Vitamin B oder durch Glück. Er kennt welche, die sich anstrengen und nichts verdienen, weil Leistung in Deutschland immer geringer geachtet und bezahlt wird. Max weiß auch, dass man ihm und anderen Gutverdienern automatisch unterstellt, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, dass sie die Mitarbeiter ausbeuten und dunkle Geschäfte betreiben. Er weiß, dass es auch Neider gibt, die ihm sein Einkommen nicht gönnen, weil sie nicht erkennen wie hart es erarbeitet wurde.

Max hat von Geburt an, bis heute nie etwas vom Staat bekommen. Über die Hälfte von seinem Salair geht Monat für Monat für Steuern und Sozialabgaben drauf. Es gibt viele Maxe in unserem Land, sie sind es die dafür sorgen, dass diejenigen, die kein Auskommen mit dem Einkommen haben, zumindest bescheiden leben können.

  1. Renate

    Ach, du frisst den Jüngeren die Zukunft weg?! Wer so einen Blödsinn sagt, ist wirklich nicht bei Trost.

    Du „frisst“ lediglich das, was du einbezahlt hast. Wenn überhaupt… Und das auch noch mit miserabler Verzinsung!

    Liebe Grüße – Renate

  2. Renate

    statt „meinen Urlaub bezahlt keiner“, muss es natürlich heißen, „meine Urlaubszeit bezahlt keiner“.

    1. Bernd

      Liebe Renate, ich bekomme nach einem Leben voll Arbeit eine kleine Rente und muss mir des öfteren anhören und auch lesen, dass ich den Jüngeren ihre Zukunft wegfresse.
      Lieben Gruß
      Bernd

  3. Renate

    Prima Beitrag, lieber Bernd! Du triffst den Nagel auf den Kopf!

    Vor ein paar Jahren hat die Frau eines Freundes zu mir gesagt: „Du hast es gut, kannst jeden Tag bis um neun Uhr schlafen. Ich dagegen muss immer um sieben aufstehen.“

    Darauf habe ich gesagt: „Ja, stimmt. Aber du bekommst deinen Urlaub bezahlt. Wenn du krank bist, kriegst du weiter dein Gehalt. Meinen Urlaub bezahlt keiner, und wenn ich krank bin, verdiene ich keinen Cent. Und meine Altersvorsorge muss ich ganz allein bezahlen.“

    Darauf hat sie nichts mehr gesagt, sondern mich nur doof angeschaut.

    Liebe Grüße – Renate

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