Neuer Schiedsmann in Woltersdorf

Wir haben ein Grundstück in Woltersdorf und so ein Stückchen Land grenzt an andere Parzellen, die anderen gehören – Nachbarn genannt. Nachbarn und Nachbarschaft sind so ein Ding, bei manchen geht es gut, bei einigen nicht so gut und bei wenigen verdienen sich Anwälte eine goldene Nase. Wir gehören zur letzteren Spezies, dieser Aufzählung, es ist ein Nachbar, mit dem wir uns ab und zu auseinandersetzen müssen. Gründe, Schuld, der oder der, will ich mal aus dieser Betrachtung ausklammern, fast jeder kann da auf einen eigenen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Mit unserem Nachbarn kam es wie es kommen musste, eines Tages ging nichts mehr, Funkstille. Wir ahnten, in nächster Zeit werden wir zu denen gehören, die Anwälte reicher machen, schließlich, unser Nachbar ist Rechtschutz versichert und irgendwie will man ja einen Gegenwert für die Beiträge.

In Brandenburg muss, bevor geklagt werden kann, ein Schiedsmann konsultiert werden. Ist der Schiedsmann gut, ist es eine feine Sache. In Woltersdorf hatten wir bis zum September Herrn Meindl als Schlichter, der hat für uns und unserem Nachbarn schon einmal, die aufs Eis getriebene Kuh von da zurückgeholt. Jetzt haben wir Februar und die Kuh war wieder auf dem Eis, nur Herr Meindl war nicht mehr da, sie zu bändigen. Der neue Schiedsmann, Dr. Udo Harms, durfte sich mit dem hoffnungslosen Gezerre plagen.

Vorab, auch er hat die Kuh behutsam und professionell vom Eis geholt, beide Parteien können mit seinem erarbeiteten Kompromiss leben, bis zum nächsten Mal. Allen Woltersdorfern, die mit Nachbarschaftsstreit gesegnet sind, möchte ich unseren Schiedsmann als guten Schlichter empfehlen, obendrein wird es deutlich billiger als Anwalt und Gericht zu bemühen. Mit ihm hat unser Ort einen guten Ehrenamtlichen bekommen.

Nachtrag: Unser Nachbar hat kaum den Raum verlassen, eine neue Kuh aufs Eis getrieben: Woltersdorf krallt sich 1704

4 thoughts on “Neuer Schiedsmann in Woltersdorf

  1. renate

    Ja, warten wir mal ab, lieber Bernd. Ich denke, er hat gute Karten, denn mittlerweile gibt es ein BGH-Urteil, in dem bestimmt wurde, dass bei EC-Kartenmissbrauch die jeweilige Bank beweisen muss, dass es sich bei unrechtmäßigem Geldabheben um die Originalkarte handelte. Denn das AG, das den Fall meines Bruders in der ersten Instanz behandelte, war der Auffassung, mein Bruder müsse beweisen, dass es sich nicht um die Originalkarte handelte. Wie soll er das denn machen können – um Gottes Willen?

    Liebe Grüße an dich und Angelika – von Renate

    1. Bernd

      Liebe Renate, vor Gericht ist es wie auf hoher See, du weißt nie wie es ausgeht.

      Lieben Gruß
      HD und Bernd

  2. Renate

    Das deutsche Rechtssystem ist möglicherweise besser als so manches andere. Aber alles in allem trotzdem sehr erklärungsbedürftig … im jeweiligen Fall.
    Mein Bruder erlebt seit drei Jahren was mit der Postbank – wirklich putzig. Demnächst allerdings scheint der „Sieger“ klar zu sein. Scheint … warten wir ab.

    Liebe Grüße
    Renate

    1. Bernd

      Du, liebe Renate, hast ja ab und zu über die Posse berichtet. Deinem Bruder drücke ich die Daumen.
      Lieben Gruß
      Bernd

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