Nachspiel Interlakenstraße

8. Juni 2015 Aus Von BerndWohlers

Abpumpen von Grundwasser in den Bauersee. Unwahre Angaben des zuständigen Amtsleiters. Wie konnte es dazu kommen?

Der Weg nach Woltersdorf führt über eine besondere Annonce. Da wurde nicht nach einem Amtsleiter gefragt, sondern nach einem kreativen Kopf. “Ich habe in den Spiegel geguckt und gedacht, das bin ich.” Am Ende des Zeitungsartikels kommt dann noch ein dicker Klops: Dass der Bereich Ordnung und Soziales, Neuland für ihn ist, kümmert ihn nicht. “Ich bin Leiter und habe fachkompetente Mitarbeiter.” So Hannes Langen, der Architektur studiert hat, über sich.

Wie kam’s? Gemeindevertretung und Bürgermeister suchten einen neuen Amtsleiter für das Ordnungsamt und fanden ihn. Mehrere Juristen bewarben sich, die Auswahl an Fachleuten war gegeben. Woltersdorf wollte aber keinen Fachmann, Woltersdorf wollte Hannes Langen, so schrieb ich am 8. Januar 2011.

Viel ist seitdem geschehen, alles aufzuzählen wäre eine unendliche Plackerei, die ich mir ersparen möchte. Nur eins, seine Sicht auf sich selbst, so zeigten es die Jahre mit ihm, waren selbstkritisch und ehrlich.
Lassen wir alles weg, bis aufs letzte üble Langen-Ding. Kalkseestraße 61 oder vielleicht besser bekannt, als die Grundwasserabsenkung in der Interlakenstraße. Links zum besseren Verständnis gibt’s am Ende des Artikels.

In der Gemeindevertretung vom 7. Mai belog der Amtsleiter die Gemeindevertreter, vielleicht log er auch nicht, vielleicht verfiel er in das, was sein selbst erstelltes Porträt über ihn sagt, siehe ganz oben.
Langen erklärte den Gemeindevertretern, dass es um die Kalkseestraße 61 ging. Da wäre die Baugenehmigung erteilt worden. Für das Abpumpen von Grundwasser bedarf es in diesem Fall keiner wasserbehördlichen Genehmigung, da es hier nur um eine Grundwasserabsenkung ginge. Gegen die Lärmbelästigung könne er als Ordnungsamt nichts unternehmen.

Da hat Hannes Langen feste drauf gelogen. Wahr ist, genehmigungsfrei darf nur 30 Tage lang abgepumpt werden und dann auch nur eine begrenzte Menge. Hier wird aber bereits zwischen 30 bis 60 Tagen in Massen abgepumpt. Gegen eine 24 Stunden nonstop Lärmbelästigung über mindestens zwei Monate, Tag und Nacht, kann sehr wohl etwas unternommen werden, wenn man denn einen ordentlichen Job machen will.

Ein Bürger, den ich gut kenne, widersprach öffentlich. Gleich in der Sitzung, sagte er, wie’s wirklich ist, mit dem Gesetz. Leider, weder Bürgermeister noch Gemeindevertreter noch Verwaltungsleute, interessierte es die Bohne.

Nur ein Mann in Woltersdorf zeigte Mitgefühl für die geplagten Anwohner und kümmerte sich. Prof. Dr. Wolfgang Stock, Kreistagsabgeordneter der CDU, ergriff die Initiative und wandte sich mehrfach an Landrat Zalenga. Mit Erfolg, die Pumpen schweigen, die Anwohner können wieder ruhig schlafen. Jetzt ist die Zeit gekommen, die Lüge von Hannes Langen arbeitsrechtlich zu bewerten, ohne seine vorherigen Taten außer Acht zu lassen. Auch hier ist es wieder der Kreistagsabgeordnete Prof. Dr. Wolfgang Stock, der eine Klärung möchte, um weiteren Schaden von der Gemeinde Woltersdorf abzuwehren. Wolfgang Stock reichte eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Amtsleiter Hannes Langen an die stellvertretende Bürgermeisterin von Woltersdorf ein. Die wichtigsten Parts des Beschwerdeschreibens sind mir aus der Nähe des Rathauses zugegangen und werden hier sinngemäß vorgetragen:

„Falsche Auskunft an die Gemeindevertreter in der Sitzung am 7. Mai 2015. Langen behauptete, dass das Abpumpen von Grundwasser genehmigungsfrei sei und er deshalb nichts machen kann. Wahr ist, dass die Aktion schon aus wasserrechtlicher Sicht viele Genehmigungen und Kontrollen durch die Untere Wasserschutzbehörde erfordert. Ebenso war die Bodenschutzbehörde involviert. Dinge, die ein Amtsleiter als sein täglich Schaffen kennen sollte. Das dem Gemeindeparlament, seinem Arbeitgeber, mitzuteilen, wäre unabdingbare Pflicht gewesen.

Zudem wischte er die berechtigten Klagen der Anwohner, wegen der Lärmbelästigung selbstherrlich beiseite. Hinweise auf die uralten Pumpen und den großen Krach, den die alten Maschinen machten, konnten ihn nicht bewegen, seine Pflicht gegenüber den Bürgern nachzukommen. Was soll Woltersdorf von seinem Amtsleiter halten, der den Ruf der Verwaltung und der Abgeordneten so nachdrücklich, durch dieses Nichtstun, über alle Maßen schädigte“.

Auf der anderen Seite war er ein tüchtiger Ordnungshüter, wenn er denn einen Frevler zusammenstauchen konnte, der im Herbst mal vergaß rechtzeitig sein Laub zusammenzukratzen oder mal sein Auto nicht so parkte, wie es sein sollte.

Woltersdorf kann nur hoffen, dass wir zum abgeflogenen Bürgermeister auch noch einen Ersatz für Hannes Langen suchen dürfen.

Abpumpen in den Bauersee Teil 1
Abpumpen in den Bauersee Teil 2
Abpumpen in den Bauersee Teil 3
Abpumpen in den Bauersee Teil 4
Gemeindevertretung Mai 2015 Teil 1
Woltersdorfs Amtsleiter Hannes Langen