Müntefering und die Freiheit

Da raspelt der kantige Alte der kleinen Volkspartei immer wieder die vergangene Melodie: „Lieber links und frei als Freiherr und rechts“. Wenig zuvor hatte der Übervater der SPD festgestellt, dass seine Partei vereinbart habe, „..dass wir nicht immer auf den anderen rumkloppen“. Warum das nicht für den großen Vorsitzenden gilt, bleibt sein Geheimnis. Lassen wir ’s, Anführer haben schon immer etwas anders getickt, denn der gemeine Parteisoldat.

Weniger toll ist es, wenn der Unbeugsame meint, „links und frei“ sei ein Markenzeichen seiner Sozis, dazu ein Ausschnitt, der seine Haltung zur Freiheit, jedenfalls der roten Abgeordneten aufzeigt:

„Trotz massiver Kritik an ihrer Vorgehensweise ist die SPD-Führung entschlossen, künftige Abstimmungsniederlagen im Bundestag wie bei der Mazedonien-Entscheidung durch Druck auf die Parlamentarier zu verhindern. Ein solches Abstimmungsverhalten sei für eine Regierungspartei nicht akzeptabel, sagte SPD-Generalsekretär Franz Müntefering nach einer Sitzung des SPD-Parteirats und Präsidiums in Berlin“.

Nach seinen Drohungen gegen die 19 SPD-Abgeordneten, die im Bundestag gegen den Mazedonien-Einsatz gestimmt haben, steht der SPD- Generalsekretär am öffentlichen Pranger: Wegen Missachtung des Grundgesetzes, wegen Geringschätzung des freien Mandats des Abgeordneten, wegen Verachtung der Gewissensfreiheit und wegen versuchter Nötigung der Parlamentarier.

Es scheint mir, der Alte aus der Zentrale in der Müllerstraße, hat sich da ein bisschen verhoben. Da war doch auch noch was in Hessen, nicht 2001, sondern vom November 2008. Hat da nicht die SPD Führung, ihre Abgeordneten Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts abgestraft. Die wollten doch auch nur frei entscheiden, wie es das Gesetz befiehlt. Eigenartige Vorstellungen die der SPD Grande da pflegt. Freiheit und Sozialdemokratie, da scheint er wohl kräftig daneben gedacht zu haben.