Mülltourismus von Erkner nach Alt-Golm


Erkner; In der Julius-Rütgers-Straße befindet sich seit vielen Jahren eine Annahmestelle für allen möglichen Kram, den wir loswerden wollen. Papier, Pappe, Elektroschrott, Batterien, Bauschutt, Sperrmüll, Grünzeug und anderes sind wir dort schnell und preiswert über all die Jahre losgeworden. Wir kannten das dortige Terrain, das Team, die kannten uns und wir kamen allesamt gut miteinander aus. Vorstellen kann ich mir, dass der nette AKA-Punkt auch für die Umwelt gut ist, er ist nah, schnell zu erreichen und nicht teuer. So wird so mancher Müll dort gelandet sein und nicht in unseren Wäldern.

Ab 1. Januar dieses Jahres ist das Angebot der AKA-Annahmestelle reduziert, mit einer Begründung, bei der sich mir die Haare sträuben. Der heftige Andrang von Abgabewilligen und die großen Abgabemengen hat den Betreiber verschreckt. Das kommunale Unternehmen verschanzt sich hinter Begriffen wie: Sicherheit und Platzmangel, eben die typische und platte Argumentation eines der kein richtig greifbares Argument hat. Da könnte man glatt fragen und wie war’s mit der Sicherheit und dem Platzmangel all die Jahre zuvor? Welche schrecklichen Ereignisse, so frage ich mich, sind jetzt verantwortlich für das besondere Augenmerk auf Sicherheit und Platzmangel? Eine Antwort wird ’s, wie meistens, nicht geben.

So können wir unseren Sperrmüll, Bauschutt, Abbruchabfälle dort nicht mehr abgegeben. Gut, die Abholung von Sperrmüll kann man zweimal im Jahr beantragen. Der wird dann kostenlos abgeholt. Nur was mache ich mit dem Sofa und dem Schrank, der zwischendurch ausgetauscht wird? Mit den alten Möbeln muss ich mich jetzt auf die Socken machen, Richtung Alt-Golm. Dort befindet sich der AKA-Punkt „Alte Ziegelei“; Alt Golmer Chaussee 1, 15848 Rietz-Neuendorf. Google bietet mir zwei Wege an, einmal über die Autobahn mit 50,6 Km und 31 Minuten Fahrzeit und einige Alternativen über Landstraßen, dass kann dann wieder dauern. Also ich habe anstatt bisher 8 Kilometer nun 50 Kilometer zu fahren, um das olle Sofa loszuwerden. Ein Trostpflaster hält die KWU bereit, sie bittet um unser Verständnis. Für diese KWU Neuerung war nichts mehr da, in meiner Verständnisschatulle. Verständnis haben wir schon Sackweise an die Bundesbahn, den Paketzusteller, den Autobahnbauern und anderen um Verständnis Heischenden gezwungenermaßen spendiert.
Die KWU ist doch ein Eigenbetrieb des Landkreises Oder-Spree, der Laden ist quasi Volkseigentum, richt nach VEB, gehört uns allen und da machen die mit uns so einen Müll. Nee danke, Herr Lindemann, das Gelbe vom Ei war und ist das nicht.

„Nein Mephisto, nein, schweig! Nein, ich mach keinen Rundblick und wenn die Luft rein ist ab mit dem Sofa ins Gebüsch. Ich mach ne Big-Schleife drum und schick das alte Möbel als Geschenksendung an die KWU. Geht auch nicht, die Post bittet dann wieder um Verständnis, dass sie solch große Teile nicht wollen und können und meine Veständnisschachtel ist ratzekahl leer.