MOZ-Statur, Größe oder kleines Karo

In der Samstagsausgabe der MOZ fand ich einen Kommentar, geschrieben vom stellvertretenden Chefredakteur Peter Philipps. Der Titel lautete: „Statt Größe zeigt sich nur kleines Karo“ und befasst sich mit Herrn zu Guttenberg, seinem Doktortitel und einer etwas verunglückten Pressekonferenz.

Die MOZ erkennt bei Guttenberg nicht einmal den Ansatz echten Bedauerns und wirklicher Nachdenklichkeit. Vor ausgewählten Kameras und Stenoblock Haltern wurden Worthülsen poliert, natürlich mit arrogantem Lächeln, passend zum Zerrbild adliger Hoffart. Dies alles passt dann natürlich nicht zu den Gepflogenheiten einer bürgerlichen Demokratie. Jetzt wo er selbst Statur und Größe beweisen muss, wird nur kleines Karo sichtbar. Zum Ende hebt der redliche Schriftsteller den moralischen Zeigefinger und kommt zum Urteil: „Hier aber hat ein aufstrebendes Polit-Talent, das schon als Reservekanzler gehandelt wurde, in seiner Promotion geschummelt und fremdes geistiges Eigentum verwendet“.

Die untersuchende Universität Bayreuth hat sich bisher noch kein Urteil über zu Guttenbergs Doktorarbeit gebildet, für die MOZ dagegen ist alles klar. Mir scheint, die schnelle Vorverurteilung durch unsere MOZ ist aus gekränkter Eitelkeit geboren, fühlen sich doch einige Vertreter der Presse, durch die daneben gegangene Pressekonferenz, von zu Guttenberg nicht hinreichend wichtig genommen.

Schön wäre es, würde die MOZ die Messlatte, die sie Anderen überstülpt, bei sich ebenso hoch anlegen, wie bei zu Guttenberg. So erinnere ich mich an eine Gegendarstellung, die Andreas Heinitz aus Woltersdorf an die MOZ sandte, gedruckt wurde sie nicht, wozu auch. Da wäre noch eine Email von mir an die MOZ Redaktion, die wurde, was auch nicht die feine englische Art ist, als Leserbrief gedruckt. Darüber könnte ich ja noch hinwegsehen, aber das in dem angeblichen Leserbrief dann das Gegenteil von dem zu lesen war, was ich in der Email geschrieben hatte, das war schon übel. Also, liebe MOZ Redaktion, seht doch lieber den Balken im eigenen Auge, als den Splitter im Auge eines zu Guttenberg.