Merkwürdige Kolumnen – Teil 3

Die merkwürdigen „Leserbriefe“ in „Kümmels Anzeiger“ sind noch nicht gänzlich abgearbeitet. Im ersten Teil stellte ich die merkwürdigen Übereinstimmungen der Satz- und Wortwahl zu gleichen Themen in verschiedenen Publikationen des Hauke Verlags aus Erkner dar, wie der „Fürstenwalder Zeitung“ (FW). Der zweite Teil beschäftigte sich mit den ominösen, nicht nachgewiesenen 12 Mio. Schulden, die unser Bürgermeister erspähte und über die in „Kümmels Anzeiger“ in einen der merkwürdigen „Leserbriefe“ palavert wurde. Der dritte Teil geht auf die angebliche Einstellung des Mitteilungsblattes der Gemeinde Woltersdorf ein. Drei merkwürdige „Leserbriefe“ in „Kümmels Anzeiger“, die sich im gleichen Tenor zum Thema äußern. Dazu ein Artikel von Michael Hauke in „Die Fürstenwalder Zeitung (FW)“, ebenfalls in der gleichen, wie ich meine, falschen Tonhöhe, animieren mich, diese Produkte des Hauke-Verlags, zu kommentieren.

Die Statements aus dem Hauke-Verlag:
Michael Hauke beklagt im FW in fetter Überschrift: „Woltersdorf in Zukunft ohne Mitteilungsblatt“ und fährt fort: „Es haben also drei(!) Gemeindevertreter beschlossen, dass 7.730 Woltersdorfer kein Mitteilungsblatt mehr lesen dürfen, in dem sich ja auch viele andere Informationen befinden.“(Anmerkung: alle 7.730 lesen, auch die Babys und Kleinkinder, na ja)

In „Kümmels Anzeiger“ meldet sich Askell Kutzke in einem der merkwürdigen „Leserbriefe“ zu Wort: „Und um sicherzugehen, dass das Volk nicht mehr so gut informiert wird, über Dinge im Ort wurde das Mitteilungsblatt der Gemeinde Woltersdorf, in dem die Gemeinde über aktuelle Sachverhalte im Ort informiert, von der SPD, der CDU/FDP und dem WBF abgeschafft.“

Im gleichen „Kümmels Anzeiger“, diesmal Dr. Bernd Brauer (Mitglied BI Unser Woltersdorf) in den merkwürdigen „Leserbriefen“: „Zur Reißleine gehört auch, dass der Antrag des WBF auf Einstellung des Mitteilungsblattes keine Mehrheit im Gemeinderat findet. Nichts ist wichtiger als Information…“

Gleichfalls in dieser Ausgabe von „Kümmels Anzeiger“, nun von Henry Henschel: „Maulkorb für den Bürgermeister! Wollen wir in Woltersdorf ein Mitteilungsblatt, das durch Fraktionen gefilterte Informationen enthält; …;…über dessen Erscheinen bzw. Nichterscheinen die Fraktionen ohne Einbindung der Bürger entscheiden.“

Merkwürdig, auch Michael Hauke verwendet als Überschrift im FW: „Maulkorb für den Bürgermeister“ und fährt fort: „Woltersdorf in Zukunft ohne Mitteilungsblatt“.

Merkwürdig, die gesammelte Entrüstung verschiedener Menschen zum gleichen Thema trifft sich, auch noch zur gleichen Zeit im Hauke-Verlag, dessen Inhaber seine Entrüstung ebenfalls in einer Gazette seines Verlages veröffentlichte. Was ist dran an den Vorwürfen, die vom Hauke-Verlag kommend durch unseren Ort wehen?

Die Vorgeschichte, unser Bürgermeister hat in den letzten Mitteilungsblättern heftig, ich meine, zu heftig gegen ihn missliebige Parteien polemisiert. Im letzten Blatt überzog er total, indem er sich des Konterfeis von Walter Ulbricht als Werbung für seine Ziele bediente. Obendrein ließ er alles Missliebige aus dem Blatt hinausfallen, wie: alle Parteien; alle Vereine, bis auf seine Mitgründung, seinen Unterstützerverein „Kulturhaus Alte Schule“ dem Er so viel Platz schaffte in „seinem“ Mitteilungsblatt.

Das Mitteilungsblatt konnte so nicht mehr weitergeführt werden, es musste neu organisiert werden. Es fehlte ein Statut, dass die redaktionelle Arbeit regelt. Im Fall einer Zeitung wird es Redaktionsstatut genannt. Der Bürgermeister wurde beauftragt, solch ein Statut zu erarbeiten. Hilfe erhielt er vom WBF, der ihm einen Entwurf übergab. Den Entwurf lehnte der Bürgermeister ab, einen eigenen Vorschlag konnte oder wollte Er in der Hauptversammlung nicht anbieten, obwohl Er diesen hätte bringen können und müssen. Die Weigerung des Bürgermeisters einen Entwurf für ein Redaktionsstatut zu erarbeiten, führte folgerichtig zur vorübergehenden Einstellung des Mitteilungsblattes. Einstellung aber nur bis zur Inkraftsetzung eines von der Gemeindevertretung beschlossenen Statuts.

Da das nächste Mitteilungsblatt erst im Dezember erscheinen würde, ist die vorübergehende Einstellung mehr symbolisch zu sehen. In zwei Monaten ist es durchaus locker möglich solch ein Statut zu erarbeiten, oder? Dann stände dem Erscheinen eines Mitteilungsblattes im Dezember nichts mehr im Wege.

Reicht die eigene Begabung zur Erstellung eines Redaktionsstatutes nicht aus, Hannes Langen der vieles googelt, braucht bei Google nur „Redaktionsstatus“ einzugeben. Unendlich viele Vorlagen werden angeboten. Warum bedient sich unsere Verwaltung nicht aus dem gewaltigen Fundus? Will sie es nicht? Warum nicht? Keinen Bock? Oder grundsätzlich dagegen?

Eine Zusammenstellung verschiedener Redaktionsstatuten:
Wiki Redaktionsstatut
TAZ Redaktionsstatut
Berliner Zeitung Redaktionsstatut
Unter „Suche mit Stichwörtern“ finden Sie unter dem Begriff „Mitteilungsblatt“ mehrere Artikel zum Thema.

  1. Peter Müller

    Wie kann es sein, dass sich Bürger für die einseitige Berichterstattung im Mitteilungsblatt einsetzen?
    Wie kann es sein, dass so viele Bürger die Gemeindevertretersitzung besuchen und jeder etwas anderes versteht?
    Wie kann es sein, dass einige Bürger die Arbeit der Gemeindevertreter beurteilen, ohne das geringste Hintergrundwissen?
    Wie kann es sein, dass der Bürgermeister die Versammlung des Sportvereins besucht und danach feststellt, dass kein Bedarf für die Sporthalle besteht?
    Wie kann es sein, das der Bürgermeister sich systematisch weigert die Beschlüsse der Gemeindevertretung umzusetzen, ohne das daraus Konsequenzen entstehen?
    Wie kann es sein, dass uns ständig ein finanzielles Fiasko suggeriert wir, ohne diese Aussage mit Zahlen zu hinterlegen?
    Wie kann es sein, dass ein Sommerfest den gesamten Missstand überdecken soll?
    Wie kann es sein, dass dieser Überbürgermeister sich überhaupt noch mit uns unmündige Bürger abgeben möchte?
    Wie kann es sein??????????????????

    1. Bernd

      Es kann dazu kommen, wenn ein BM die Bürger in meine Bürger und in anderen Bürger unterscheidet. Es kann dazu kommen, wenn die Amtszeit acht lange Jahre beträgt, zu lang bei einem Fehlgriff. Es kann dazu kommen, wenn merkwürdige Artikel veröffentlicht werden. Hier, in diesem Artikel habe ich auf das öfter verbreitete Statement „Maulkorb“ in Blättern des Hauke-Verlags hingewiesen, die von mehreren Schreibern, zum gleichen Thema, in verschiedenen Blättern verwendet wurde. Ebenfalls verwendete Die Linke in einem Artikel den Begriff „Maulkorb“ zum gleichen Thema und nun gesellt sich auch noch das „Neue Deutschland“, eine linke Zeitung die viele Bürger lange Jahre mehr als genug genossen haben, dazu. Das Blatt veröffentlicht ebenfalls einen „Maulkorb“ Artikel. Alle erwähnten Blätter argumentieren ähnlich und verzichten auf eine alle Seiten beleuchtende Darstellung, die zeigen würde, wie sich der Beschluss wirklich auf das Erscheinen des Mitteilungsblattes auswirkt. Nämlich, dass es einzig an der Verwaltung und dem BM liegt, wann sein Blatt wieder erscheint. Es zeigt aber auch, dass die Woltersdorfer Koalitionäre Grüne und Linke sich schwer tun, demokratische Mehrheits-Entscheidungen, die ihnen nicht passen, hinzunehmen, wie Mitteilungsblatt und Kita-Umbau. In einer Demokratie werden sich bei Abstimmung Unterlegene der Mehrheitsentscheidung beugen und helfen, sie umzusetzen. Dahin müssen wir noch kommen. Es scheint noch ein weiter Weg zu sein – packen wir’s an.

      Maulkorb Artikel von Die Linke

      Maulkorb Artikel von Neues Deutschand

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