Meine EU Familie

Einmal im Jahr muss ich zum Steuerberater, heute war’s wieder soweit. Ich legte ihm die Aktenordner auf den Tisch und nach Stunden emsigen Treibens drückte der gute Mann an der Tastatur auf Enter. Die seelenlose Blackbox verklickerte ungerührt, in dicken roten Zahlen, wieviel von meinen sauer verdienten Moneten ich demnächst an’s Finanzamt überweisen darf, damit es Deutschland gut geht.

Was machen die wohl mit meinem Geld ging es mir während der Schufterei an der Steuererklärung durch den Kopf. Wenn’s für Deutschland ist und obendrein noch mit Vernunft ausgegeben wird, könnte ich den staatlichen Fischzug in meinem Konto verkraften. Aber für unser Land und seine Bevölkerung ist doch der kleinste Teil der Euros gedacht, die brauchen doch jede Menge Money für die Verteidigung des Bundestags am Hindukusch und auch einige seit kurzem verarmte Banken möchten ein bisserl von mir, kann ich ja nachvollziehen, Pleitemanager brauchen Boni, da geb ich gern. Das sind doch nur Peanuts, geht’s mir durch den Kopf, während ich den Steuerfachmann bei der Arbeit beobachte, da gibt’s noch die darbende europäische Familie, der 16 Familien starke EU Clan. Na ja, hungern tun erst 6 Familien von ihnen, die restlichen 10 Sippen sollen nun für die Luftikusse das Futter rüberreichen. Die 6 Verschwender gehören zu den finanzschwächsten Ländern der Welt, da ist Griechenland, das sich bis über beide Ohren verschuldet hat, da ist Spanien mit seinen heißgelaufenen Immobilienmärkten oder Irland, das sich mit niedrigen Steuern in den Ruin getrieben hat, um uns die großen Unternehmen abspenstig zu machen. Der Euro, der einzige Kitt der den Eu Clan zusammenhält, hat ihnen allen keinen Vorteil gebracht, sie alle betrachten doch die EU nur als Transferunion, wo die Reichen den Armen geben müssen. Nur was blüht denen, die noch etwas im Säckel haben, wenn ihnen der letzte Bissen weggefressen wurde?

Die Steuererklärung ist fertig, ich sitze wieder im Auto und fahr heim und weiß, die Steuern, die der Staat mir abpresst, sind bald dahin, in Afghanistan verpulvert, in Griechenland Spanien, Portugal, Irland verspekuliert oder Risikobänkern in den gierigen Rachen geschmissen. Aus dem Radio kommt’s passend von Heinrich Heine: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“