Meine Bank, die Postbank

Mein Brötchengeber gibt mir meinen Lohn nicht auf die Kralle, er schickt es auf mein Bankkonto. Ich brauchte ein Konto, denn ein Mensch ohne Konto ist eben kein Mensch. Der Markt in Brandenburg ist überschaubar: Die Sparkasse mit vielen Filialen und Automaten, ist mir zu bürokratisch. Deutsche Bank, Commerzbank und all die Anderen treibt es in die Großstädte, auf dem flachen Land ist ein Filialnetz nicht kostendeckend, sagen sie. Meine Wahl fiel auf die Postbank, es gab in meinem Kaff etwas, dass man als Bankfiliale bezeichnen kann, in der Dorfmitte, im Edekamarkt. So konnte ich denn zwischen Schrippen und Toilettenpapier mein Konto bewegen.

Eines Mittags komme ich hin und alles war anders, ab heute machen wir zwischen eins und drei Mittagspause und in der Pause gibts kein Geld. Eines Tages prankte ein Plakat an der Tür, da stand es fett gedruckt: Diese Filiale ist geschlossen, die nächste finden sie in Buckow. Für den, der ein Auto sein Eigen nennt oder noch Fahrrad fahren konnte, für den waren die zwei Kilometer noch machbar. So erledigte ich ab nun meine Abhebungen zwischen Kaffeeservices und Staubsaugern. Böses ahnend sah ich eines Tages auch hier einen Wisch an der Ladentür: Wir ziehen um, auf die andere Straßenseite. In dem Klempnershop ist das Hauptgeschäft Kloschüsseln und Waschbecken an den Mann zu bringen. Ist mal was anderes, dachte ich und ertrug es mit Humor, ebenso den Schließtag und die Mittagspause. Es dauerte nur kurze Zeit und die Postbank schloss die Filiale in dem Fachbetrieb für Gas-Wasser-Scheiße. Wir, die Kunden, mussten jetzt ins acht Kilometer entfernte Müncheberg. Die Bank logierte dort in einem Schreibwarenladen, der aber auch bald schloss. So zogen wir, die Kunden und die Postbank auf der anderen Straßenseite in einen Gemüseladen, ab nun wurde zwischen Erdäpfeln und Rosenkohl beraten und abgehoben.

Heute nun wollte ich nach Woltersdorf und brauchte etwas Pinke Pinke. Im 10 km fernen Rehfelde residiert die Postbank in einem Getränkemarkt. Geld gab mir der Flaschenmann aber nicht, seine Mittagspause ging von 12:00 bis 13:00 Uhr. Die galt aber nur für den Bankbetrieb, Bier, Selters und Erdnüsse konnte ich kaufen. Genervt zog ich weiter zur nächsten mir bekannten Postfiliale in einem Rüdersdorfer Schreibwarenladen. Auf den 25 Kilometern wurde ich von der Mittagspause überholt, die angesteuerte Postbank machte Freßpause, von eins bis zwei. Wut im Bauch, mit Schaum vorm Maul weiter nach Woltersdorf. Endlich, die Dame in dem Postfilialen und Andenkenladen fand, dass sie für die Kunden da ist, ganztägig.

Ich mag die Postbank nicht mehr. Was nützt mir eine Bank, die alle Naselang woanders residiert, überall andere Öffnungszeiten vorgibt, mal Mittagspause macht und mal nicht. Automaten sind ihr auch zu teuer, es gibt hier nur sehr wenige.

  1. Mario

    Mir ist es schon lange ein Rätsel, warum die Postbank so erfolgreich ist. Allerdings soll auch angeblich der Großteil der HartzIV-Empfänger dort sein Konto haben …

Kommentare sind geschlossen.