Manager sein ist schwer

Eine überwältigende Mehrheit der Vorstandschefs vermissen die notwendigen Informationen über die Risiken ihrer Geschäfte. Nur 23% finden ausreichende Informationen im eigenen Unternehmen. Nur ein Fünftel glaubt hinreichend zu wissen, was ihre Kunden wirklich von ihnen wollen.

65% der Firmenlenker beschäftigen sich nur unzureichend mit der gegenwärtigen Krise und notwendigen Gegenmaßnahmen. Es herrscht erhebliche Verunsicherung und ein gefährlicher Hang zum Altbewährten. Das Ausmaß der Krise ist so immens, das sich viele Manager am sichersten fühlen, wenn sie in gewohnter Weise weiter agieren.

Was sind das für Firmenlenker, die nur bei Schönwetter ihre Unternehmen leiten können? Die geschockt sind, wenn es zu Turbulenzen kommt. Gesichert ist nur das Unternehmen zunehmend von einem standardisierten Einheits-Manager geleitet werden, mit oft fatalen Folgen.

Sieht man sich die jüngere Generation der Vorständler an, so stellt man verblüffende Ähnlichkeiten fest. Studium in Deutschland, eine weitere Ausbildung in den USA zum Master of Business und nach einigen Jahren in einer Unternehmensberatung, die Berufung in eine Spitzenposition eines Konzerns.

Personalberater beschreiben sie als sehr gut im Rationalisieren, aber nicht beim Erneuern. Erfinderisch im Kleinen, aber nicht im Großen. Es sind keine Visionäre darunter, wie Siemens, Ford und Thyssen.

In Krisenzeiten stellt sich die Frage, ob dieser Einheitstypus den schweren Zeiten gewachsen ist, so wie es ihre fachkundigen Vorgänger waren.

Für unser Land ist zu hoffen, dass die Führungskräfte mit der Krise fertig werden. Wenn nicht, kann die Devise nur heißen: Neue Manager braucht das Land. Solche die Ahnung davon haben was in ihren Unternehmen produziert wird und die den Draht zum Kunden nicht verloren haben.