Lohnverzicht macht konkurrenzfähig

Englische Manager wiesen ihre Bergleute auf deren belgische Kollegen hin, die nicht mehr Lohn verlangten und nicht mehr Lohn erhielten, als gerade nötig, um für ihre Masters zu leben. Die englischen Grubengesellschaften müßten nun ihre Arbeiter auf deren Lohnniveau drücken, um konkurrenzfähig bleiben zu können.

Na, kommt euch das nicht sehr bekannt vor. Vor kurzem noch heulten hier in Deutschland die Konzerne landab – landauf ein ähnlich schauriges Lied. Unterstützung fanden sie reichlich bei allen Parteien, denn da sitzen ja die Experten, heute für dies – morgen für das. Die Gewerkschaften spielten das böse Spiel mit, ging doch auch die SPD mit solchen Sprüchen hausieren und der Partei wollte man auf keinen Fall schaden. Gebracht hat es nichts, nicht ein einziger Arbeitsplatz wurde durch den Lohnverzicht gerettet. Im Gegenteil, die Bosse haben sich verschluckt an dem zu großen Bissen und eine neue Weltwirtschaftskrise ausgekotzt. So war es immer – so wird es bleiben – immer!

Die Meldung über die englischen Manager und ihre Lohndrückerei stammt von 1863. Die belgischen Bergleute hatten dann genug und 1867 gestreikt. Der Streik wurde blutig mit Pulver und Blei unterdrückt. Das ist wohl das einzige, was sie sich heute nicht mehr trauen würden.

2 Gedanken zu „Lohnverzicht macht konkurrenzfähig

  1. Mario

    In einigen Regionen dieser Welt würde man sich das noch trauen, da bin ich mir ziemlich sicher 🙁

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