Kostenloses Wappen für Woltersdorf

Nach den neusten heraldischen Richtlinien sollte ein Wappen nicht überladen, also kein Bilderbuch, sein. Viele Symbole, wie z. B. Schleuse, Turm, Berge (Kranichsberg), ein offenes W als Symbol für Schleuse und Woltersdorf sind nicht mehr zulässig, da sie bereits vergeben wurden. Ein Wappen soll einen historischen Hintergrund aufzeigen, so wie z. B. der Maulbeerbaum im Wappen von Erkner. Wie entstand nun das hier gezeigte Wappen?

Im Museum hängt eine alte Woltersdorfer Karte von 1734 mit einem Wappen, in dem der Berliner Bär, der preußische Adler und der rote Adler von Brandenburg abgebildet sind (ganz oben im Bild). Beide Adler zusammen dürfen nicht mehr verwendet werden. Eben so wenig der Berliner Bär im Ganzen. Das vorliegende genehmigungsfähige Wappen hat einen historischen Hintergrund. Ein symbolisches W für Woltersdorf als auch die Schleuse und der halbe Bär bezieht sich auf die Historie von Woltersdorf. Mitte des 13. Jahrhunderts (um 1250) begann die Inbesitznahme und Kolonisation des Niederbarnims durch die askanischen Markgrafen Johann I und Otto III. Der Markgraf als Grundherr verkaufte an bestimmte Personen das Amt des Lokators, damit dieser Einwohner ansiedelt. Der Lokator gründete Dörfer, zog Steuern ein. Wahrscheinlich war es ein Lokator mit dem Namen Walter oder Wolter, der Woltersdorf gründete. Da Woltersdorf über Jahrhunderte als „Waltersdorf slavica“ in den Akten geführt wurde, hieße er eher Walter. Warum ein halber Bär? 372 Jahre war Woltersdorf ein Berliner Kämmereidorf, was über so einen langen Zeitraum einzigartig in dieser Gegend war und deshalb wurde ein halber Berliner Bär als Figur vorgeschlagen. Die Farbkombination Blau- für Wasser, Silber (weiß) für Luft, Woltersdorf war ja einmal Kurort und der halbe Berliner Bär für die 372 Jahre Kämmereidorf von Berlin.

Dieses Wappen wäre sofort genehmigungsfähig. Außerdem würde der Gemeinde Woltersdorf dieses Wappen keine 5.000 Euro kosten, da kein Grafiker mehr damit beauftragt werden müsste. Also, das Ganze zum Nulltarif, was angesichts der klammen Kassen, und auch in den nächsten Jahren ist keine Besserung in Sicht, ein enormer Vorteil ist.

Unser BM, auch Grafiker, lehnt das Wappen ab, möchte es selber gestalten. Vogel möchte Zeit schinden – geschenktes Geld verschenken, einen Arbeitskreis bilden, wofür? Er schreibt in der MOZ, dass er dafür sei, dass Woltersdorf frühestens in eins bis zwei Jahren ein Wappen bekommen könnte, allerdings ist es dann nicht mehr für den jetzigen Nulltarif bekommen. Woltersdorf sollte in die Puschen kommen oder haben wir 5000 Euro zu verschenken, wie es der Bürgermeister anstrebt.

Ein Wappen für Woltersdorf

  1. Niro70

    Nein, doch nicht so etwas; einen halben Bären und der Rest nichts sagend. Ich habe erst heute von dem Woltersdorfer Problem gehört; meine Frau ist gebürtige Woltersdorferin; da habe ich sofort gegrübelt und einiges zu Papier gebracht. Sollte ein Vorschlag davon genehmigungsfähig sein dann absolut kostenlos von mir. Los, ran, macht tolle Vorschläge; Woltersdorf ist erwachsen und kein halbes Stück Berlin; aber auch kein Ort in Bayern.

  2. Bernd

    Ist aber schwer, bisher wurden ca. 15 Entwürfe, darunter sehr schöne, eingereicht. Keiner wurde bewilligt, die Materie ist irre schwierig. Wir sollten mit dem was uns geboten wurde – sehr, sehr zufrieden sein.

  3. Norman

    Ok, dann entschuldige ich mich für das „Bayerlein“.
    Trotzdessen gefällt mir dargestelltes überhaupt nicht.

    Kann doch nicht so schwer sein, was passendes für unser Örtchen zu finden….

  4. Bernd

    Dann eben rot, wie das „Rote Meer“. Der halbe Bär ist geschichtlich bedingt, Heraldik ist Geschichte auf Blechschildern. Grünheide hat eine halbe Schildkröte, ist da nicht ein Bär etwas handfesteres?

    Grüß Dich Norman, ein kleiner Hinweis: Die Bayern werden stinksauer sein, wenn Du, weiterhin behauptest, der Vogel ist aus Bayern zugeflogen. Der kommt aus dem von Bayern besetzten Frankenländle und die haben wiederum etwas gegen gestandene Weißwurstesser.

  5. Norman

    Ich sag mal so, wie siehsts denn eventuell ein fremder Ortsunkundiger???
    Ne blaue Welle mit nem halben Bären???

    Ich bitte euch, das kann doch keine Präsenz für nen Woltersdorf sein.

    Und schon allein das Blau/Weiß, das geht überhaupt nicht. Denn das sind Bavarias-Landesfarben. Und wir wissen, wo das Gefieder her geflogen kam.

    Wollen wir tatsächlich Bayrische (Richt)Linien in Woltersdorf??? Ich denke mal eher nicht.
    Denn dann vergessen wir, wo wir herkommen.

    Wir sollten vielleicht mal überlegen, für was Woltersdorf steht!!!

  6. Blade Runner

    @Bernd
    Sicherlich gibt es in der Heraldik Regeln, ich bin mir aber sicher, dass man die auch in (allgemein) verständlicher Form in die Wettbewerbsregeln einfließen lassen könnte. Und je enger und anspruchsvoller die Regeln gefasst sind, desto ernsthafter werden die Beiträge sein, weil sich dann nämlich nur diejenigen damit befassen, die es auch ernst meinen.

    Nachdem ich meinen ersten Beitrag nochmals gelesen habe, wo ist denn der Hinweis darauf, dass ich einen Wettbewerb um das bunteste Wappen veranstalten möchte???

    @ D.S.
    Nun, bei einer so wenig existenziellen Angelegenheit wie dem Wappen (es klappte bisher auch ohne, ob Woltersdorf nun ein Wappen hat oder nicht – die Erde wird sich weiterdrehen) sollte es schon erlaubt sein, den persönlichen Geschmack (mit)entscheiden zu lassen. Außerdem, warum sollte man „froh darüber sein“? Nur weil etwas kostenlos ist, muss es noch lange nicht gut sein.

    Schätze, es wird mehr Woltersdorfer interessieren, wie es mit der neuen Kita vorangeht, als wie das Wappen aussieht…

    Wo aber steht jetzt nochmal, dass der Entwurf mir nicht bunt genug ist??? Und was hat das mit Hollywood zu tun??? Immer diese Unterstellungen, tse, tse, tse…

    Von mir aus kann in dem Wappen auch ein lebensbejahender Grau-Ton dominieren…

    Man könnte ja das Wappen von Schilda auf die politischen Verhältnisse von Woltersdorf ummünzen und das Pferd durch ein ansehnliches Grautier ersetzen…

    @ Norman
    Naumburgs Straßenbahnnetz ist kleiner. Und ob es die Straba in 10 Jahren noch geben wird… (bis 2022 müssen alle ÖPNV (außer Museums- und Touristikbahnen ohne regulären Betrieb) Anlagen/Fahrzeuge barrierefrei, dh. stufenfrei sein – dh. es müssten neue Straßenbahnen angeschafft werden. Der Stückpreis beträgt rund 1,5 Mio €. Woher soll das Geld kommen?)

    @All
    Man könnte ja statt einem Wappen auch ein Stadtlogo entwerfen und kann dann frei von der Heraldik agieren… etwas clevereres als „BeWoltersdorf“ wird sich sicher schon finden.

  7. Peter Müller

    Hallo,
    dann gebe ich meinen Senf auch mal dazu!
    Wenn, dann würde ich das oben links favorisieren, aber mit einem blauen W,
    dann hätten wir den Bezug zum Wasser.
    Beste Grüße

  8. Bernd

    Ich votiere auch für das blaue Wappen. Es gibt m.E. daran nichts auszusetzen! Alle Wappen köönen auch mit blauer Farbe gestaltet werden.

  9. Minerva McGonagall

    Genauso ist es: ein heraldisch korrektes (genehmigungsfähiges) Wappen ist etwas anderes, als ein Firmen- oder Vereinslogo, das alle möglichen Farben und Formen nutzen darf.
    Um nur ein Beispiel zu nennen: ein Firmenlogo darf also auch die Gestalt eines angebissenen Obstes haben…
    Bei einem Ortswappen verhält es sich anders.
    Die Farb- und Formgebung ist in der Heraldik stark eingeschränkt,
    damit soll sicher auch bunter Kitsch auf Ortswappen verhindert werden.
    Die beiden rechten Wappen sehen doch ganz ansprechend aus.
    Und die Kombination blau/silber könnte den BM sogar an seine bayrische Herkunft und Heimat erinnern.
    Der halbe Bär ist auch historisch sinnvoll.
    Natürlich nur ein halber Bär, denn wir möchten uns ja noch von unserem verschuldeten großen Vorort Berlin unterscheiden.
    Schließlich haben wir hier auch eine schnuckelige, saubere und zuverlässige Straßenbahn, um die uns die Berliner beneiden.
    Der BM fühlt sich natürlich mal wieder in seinem werbegrafischen Sachverstand nicht ernst genommen. Sei’s drum.
    Vielleicht hat er auch einen grünen Grafiker an der Hand, dem er den Auftrag (und Bezahlung) zuschieben wollte.
    Aber wollen wir hier ein Sonnenblumenwappen???
    Na also.

    Minerva

  10. D.S.

    Nach Möglichkeit soll das neue Wappen redend sein, d.h. den Namen in bildlicher Form wiedergeben. Ferner muss sich jedes neu geschaffene Wappen von anderen, schon bestehenden Wappen hinreichend unterscheiden, d.h. es darf ihnen weder völlig gleichen, noch zum Verwechseln ähnlich sein. Dieser Ausschließlichkeitsgrundsatz verbietet es, bei neu zu schaffenden Wappen auf allzu einfache oder häufig vorkommende Schildteilungen und Schildfiguren, z. B. Ähren, Pflugscharen, Schwerter, Schleusen, Türme zurückzugreifen, da solche Schildbilder meist längst durch ältere Wappen belegt sind.

    Selbst für Farben, die in Wappen verwendet werden, gibt es strikte Regeln. Es dürfen nur rot, grün, blau und schwarz sowie die Metalle Gold (im Wappen gelb dargestellt) und Silber (im Wappen weiß) verwendet werden. Dabei darf sich eine Farbe immer nur mit einem Metall abwechseln.

    Ihr solltet also froh sein ein genehmigungsfähiges Wappen zu besitzen und nicht nach – gefällt mir nicht – oder – nicht bunt genug- entscheiden. Wettbewerb – wer schafft das farbenprächtigste Bild – Hollywood läßt grüßen. Heraldische Grafik ist nicht mit bunt verzierter Werbegrafik zu vergleichen.

  11. Bernd

    @Blade Runner, du sprichst genau das Problem an. Ein Wettbewerb, wer das bunteste Wappen entwirft ist tödlich. Das bekommt man in Potsdam nicht genehmigt. Die Behörde legt solche Wappen unter Bilderbuch ab.

    Die bunten Wappen, die man in manchen Gemeinden sieht, sind schon zu früheren Zeiten entstanden und unterliegen damit dem Bestandsschutz. Woltersdorf hat leider diese Gelegenheit verpasst. Heute gelten sehr strenge Richtlinien, wie und mit welchen Farben und Formen ein Wappen gestaltete werden kann. Es dürfen z.B. die Metallfarben wie Silber nicht aneinander stoßen, es muss immer eine andere Farbe dazwischen sein.

    Bei dem blauen Wappen sieht man das sehr deutlich. Der geschichtliche Hintergrund von Woltersdorf begann im Jahr 1487 als Woltersdorf an Berlin verkauft wurde und dort über 372 Jahre verblieb und deshalb nur der halbe Bär. Ein Wappen sollte einen geschichtlichen Hintergrund haben. Es werden auch keine Symbole mehr genehmigt, die schon andere Gemeinden im Wappen haben. Die Schleuse z.B. ist im Wappen von Kleinmachnow. So kann man fast alle Symbole, die für Woltersdorf stehen würden abhaken, sie sind schon vergeben. Wie sagte einst Gorbatschow, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben oder hier die Heraldik.

  12. Norman

    Moin Bernd….

    Also nichts für Ungut, aber mir gefällt das dargestellte Wappen von Herrn Dr. Wilke überhaupt nicht. Sicherlich ist es von den Kosten her super, aber vom Bildlichen her nicht schön.
    Und mal im ernst, nur diese Welle als W dargestellt, woraus ist da Woltersdorf zu erkennen??
    Und der Bär ist auch nicht schön anzusehen.
    Ich finde, wenn man sowas entwirft, sollte man immer im Hintergedanken behalten, das auch noch in 1000 jahren und mehr, dieses Wappen für Woltersdorf steht.

    Wie wäre es mit dem Gedanken Woltersdorfs Wasserstrasse mit der Strassenbahn zu verbinden???
    Denn, wir haben wie jeder hier weiß, das kleinste Strassenbahnnetz Deutschlands oder sogar der Welt. Und ich finde, darauf können wir Stolz sein.

    MfG, Norman

  13. Blade Runner

    Also bevor man so ein lahmes Null-Acht-Fünfzehn Wappen nimmt sollte man es doch besser ganz bleiben lassen.

    Ein örtlicher Wettbewerb, wer das schönste Wappen entwirft, das wäre doch Mal was…

    B.R.

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