Körnerstraße – Straßenbau in Eigenregie

Bürger bauen Straßen – ein interessantes Thema für eine Gemeinde mit zu vielen löchrigen Sandpisten. Wie läuft es normalerweise ab? In Woltersdorf stellt die Gemeinde jedes Jahr 200 TE für den Straßenbau in den Haushalt ein. Dafür bekommen wir eine Straße pro Jahr. Die Kosten holt sich die Gemeinde über die Straßenbausatzung zum großen Teil, bis zu 90 Prozent zurück. Eine Straße pro Jahr, wann wird da wohl der letzte Sandweg verschwinden? Nachteil dieser Methode, der Anlieger hat wenig Einfluss auf das Geschehen, er weiß nicht, wann seine Straße angegangen wird, dieses, nächstes Jahr oder erst in 20 Jahren. Solange bleibt die Schlaglochpiste mit seinen tiefen Kratern, die bei Regen zum Baden einladen und im trockenen Sommer wirbeln Stürme von feinen Sand durchs Wohnzimmer, falls die Fenster offen stehen.

Das muss nicht sein. Die Landesregierung hat vorgesorgt, die Anlieger können ihre Straße selber bauen, in Eigenregie. Die genauen Modalitäten verrät eine Broschüre, die jeder aus dem Internet herunterladen kann. Auch unser Bauamt ist eine gute Anlaufstelle, ohne Bauamt läuft nichts. Ist die Straße, die die Anlieger zu einhundert Prozent bezahlten, fertig, schenken die Anlieger sie der Gemeinde. Dennoch wird der Bau kostengünstiger werden, als wenn die Gemeinde der Auftraggeber ist. Das von den Bürgern beauftragte Ingenieurbüro kann über Angebote, Nachverhandlungen, Pauschalierungen und Skonti allerhand einsparen. Vorteil, sie bekommen Ihre Straße bald und nicht erst in vielleicht zwanzig Jahre, bis dahin kostet sie bestimmt das Doppelte und Sie können bei der Planung ein Wörtchen mitreden.

Einen Haken hat die ganze Sache, es wird verlangt, dass alle Anlieger, quasi einstimmig, den Baubeschluss fassen. Das wird kaum jemals klappen, die Interessen der Menschen sind zu verschieden. Der Ausweg dabei, die Gemeinde zwingt diejenigen, die sich zurückhalten wollen, über die Straßenbausatzung zur Zahlung des gesetzlichen Anteils von 90 Prozent. Da können u.U. die freiwillig Bauenden günstiger dastehen als die, die nicht ganz so freiwillig mitmachen.

In Woltersdorf gibt es eine private Initiative der Anlieger der Körnerstraße. Die wollten auch nicht bis zum Jüngsten Tag warten und sind selber tätig geworden. Dort wird z.Z. eine einfache, zweckmäßige Straßenbefestigung, die den Mindeststandard entspricht geplant. Momentan wird eine Straßenbreite von 4.75 Metern angestrebt, die gepflastert werden soll. Vorteil von Pflaster zu Asphalt, die Straße wird weniger versiegelt, das gibt weniger Probleme mit dem Regenwasser und Reparaturen sind auch einfacher. Ein paar defekte Pflastersteine lassen sich leichter wechseln, als Löcher im Asphalt mit heißem Bitumen aufzufüllen. Begrenzt wird die Straße beiderseitig von 3 cm hohen Rundborden die das Regenwasser fassen sollen. Das Regenwasser kann nicht über seitliche Versickerungsmulden entsorgt werden, es muss über den vorhandenen Regenwassersammler abgeführt werden. Das Bauverfahren ist auch für die Gemeinde, die später für die Instandhaltung sorgen muss, günstig. Die Beleuchtung wird die gleiche sein, wie in der Ahorn- und Fontanestraße, die notwendigen Kabel sind vorhanden. Die Grundstückszufahrten sollen mit grauen Betonpflaster realisiert werden.

Ein Foto der sehr schönen Bauzeichnung dürfen wir auf Anordnung des Planungsbüros (Ingeneurbüro Straßenbau Joppa), das über unseren Wunsch Rücksprache mit der Gemeinde hielt, hier nicht veröffentlichen, obwohl alles schon öffentlich gezeigt wurde. Ich meine, den dadurch geringeren Informationsgehalt für den Leser, hält unser Bürgermeister für „Öffentlichkeit und Transparenz“ wohl für notwendig.

  1. DS

    Ich konnte sehen, Euer Bürgermeister bevorzugt das Neue Deutschland, die MOZ, alles ehemalige SED Blätter und Medien von Die Linke sowie örtliche Anzeigenblätter, deren Gehalt hier schon untersucht wurde. Obendrein hast Du die penetrante Angewohnheit die Wahrheit zu schreiben und Kritik recht harsch zu äußern. Also was willst Du, Information von der Verwaltung? Dann schreib wie die oben vorgestellten Medien. Magst Du nicht angepasst berichten, beschwer Dich nicht über Ausgrenzung. Menschen die keine Kritik vertragen und bei demokratischen Regeln fremdeln, werden Dir niemals Infos geben. Sie fürchten die freie Meinungsäußerung.

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