Konsequenz, ein schwierig Ding

18. Juli 2010 Aus Von Angelika

Es war heiß und ich war unterwegs, versuchte meine wöchentliche Einkaufstour zu bewältigen. Bei Schlecker stieß ich auf ein junges Paar, das zwischen den Regalreihen mit ihren zwei kleinen Kindern kämpfte. Der junge Vater hielt die Hand des Jüngsten, um die zwei Jahre, fest umklammert und versuchte lautstark den Zweiten, gut doppelt so alten, freilaufenden Bruder im Zaum zu halten. Bekam er für einen kurzen Moment den Großen in Griff, streckte der Kleine die andere, ungebändigte Hand in ein Regal und wuselte durch das dortige Warensortiment.

Vater hielt nicht lange durch, er kapitulierte und verließ entnervt mit dem Jüngsten den Laden, begleitet von Juniors lauten Protestgeheul.
Jetzt hatte der ältere der beiden Stepkes freie Bahn. Er stürzte sich auf die Regale, grabschte hier eine DVD, langte dort zur Seife, wobei das Eine oder Andere zu Boden ging. Alle Naselang stürmte er zu seiner Mama und krähte: kann ich das haben, kaufst du mir das? Mama versuchte sich im Nein – Neiiin – Neiiiiiiiin, das bekommst du nicht, bring es wieder zurück.

Im Stillen bewunderte ich die konsequente Haltung der jungen Frau. An der Kasse trafen wir uns wieder, der Knabe krallte sich gerade aus den dort lauernden Lockangeboten einige Tüten mit Gummibären und bettelte: „Mama, kaufst du mir die.“ Ein bestimmtes: „Nein! Du hast doch bei Netto schon eine Wasserpistole bekommen“, beendete den Versuch. Der Nachwuchs trennte sich lautstark maulend von einer Packung Gummibären, hievte dafür als Ersatz eine Tüte, mit Bonbons in den Wagen. Nun war ich gespannt wie die junge Frau damit fertig würde.

Mama gab auf, warf die Tüten mit den Gummibärchen und Bonbons aufs Band. Das war ’s, Junior grinste, er hatte Muttern mal wieder gezeigt wo es lang ging. Schade! Dachte ich, dass sie die Konsequenz nicht bis zum Ende durchhielt. Sie wird es eines Tages zu spüren bekommen, mangelnde Konsequenz in der Erziehung der Kinder rächt sich bitter.