Kirchturmfest 2018; Eine Orgel kehrt heim

2. Dezember 2018 1 Von BerndWohlers

zwar nur als Bild, aber immerhin wissen wir jetzt wie sie aussah, die 1945 verbrannte Orgel.


Das Kirchturmfest wurde wie jedes Jahr wieder auf dem Vorplatz von Rathaus und Alter Schule gefeiert.
Gisela Schuldt, Vorsitzende des Verschönerungsvereins, hatte wieder etwas Besonderes mitgebracht, ein ganz persönliches Geschenk für Pfarrer Trodler und die Kirchengemeinde. Gisela Schuldt kam in Begleitung zweier Damen, die sie uns nun vorstellten. Wir lernten Frau Goldmann mit ihrer Tochter kennen.
Frau Goldmann, so erklärte Gisela Schuldt, wäre eine geborene Streubel und ihr Großvater war der erste Besitzer der Gaststätte „Liebesquelle“ sowie Bademeister im Sanatorium von Hans Knoch. Weiter war er Vorsitzender des Landwehrvereins Woltersdorf und habe maßgeblich 1926 dazu beigetragen, dass das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges in der Schleusenstraße errichtet wurde. Der im Jahr 1935 verstorbene Herr Streubel, war leidenschaftlicher Kartograph und Photograph. Er machte im Jahr 1932 zwei wunderschöne Fotos vom Innenraum und der originalen Orgel in der Kirche von Woltersdorf. Die Kirche brannte 1945 aus. Vom Innenraum waren verschiedene Fotos vorhanden. Es gab aber bisher kein Foto von der damaligen Orgel. Erst letzte Woche bekam Gisela Schuldt diese Fotos aus dem Archiv des verstorbenen Herrn Streubel für den Verschönerungsverein überreicht. Es waren zwei fast passbildgroße Aufnahmen. Was mit der heutigen Technik möglich ist, kann anhand der beiden gerahmten Bilder gesehen werden.
Gisela Schuldt erklärte weiter, dass diese alte Orgel damals an einem ersten Advent eingeweiht wurde. Deshalb wurde auch dieser zeitnahe Zeitpunkt für die Übergabe der Bilder gewählt.
Sie überreichte nun dem Pfarrer die gerahmten Bilder.

Pfarrer Trodler war sehr gerührt, zumal bei der Innensanierung der Kirche nicht ganz klar war, wie das Ganze früher aussah. Das Jahr 1932 hat einen besonderen Bezug zur Kirche, da vieles an der Kirche renoviert wurde. Im Jahr 1938 wurde der Nebenanbau durch Pfarrer Wendt realisiert. Man könne noch heute anhand der Scheiben sehen, wo vor dem Anbau die Kirche endete.
Das Jahr 1945 war dann das Jahr der Katastrophe, da brannte die Kirche ab und lag in Schutt und Asche. Die Orgel wurde zerstört, denn sie ist bei dem Brand geschmolzen. Im Fußboden im Eingangsbereich unter dem Turm wurde Blei von den Orgelpfeifen gefunden. Das Blei der Orgelpfeifen wurde dann in Kreuzform an der Seite angebracht, um daran zu erinnern, dass der Krieg nicht das richtige Mittel wäre, um Probleme zu lösen. Er dankte noch einmal für das schöne Geschenk. Es könne sich nun ein Bild gemacht werden, wie diese Orgel ausgesehen habe.