Kauflands Flaschen in Dresden

Es erreichte mich vor einigen Tagen die Email einer Blogbesucherin aus Dresden, mit der Bitte den Inhalt bei mir im Blog zu veröffentlichen. Tja, machen wir doch! Den Anfang und das Ende habe ich leicht gekürzt, weil es nichts mit Kaufland zu schaffen hatte.

Kaufland Dresden, oder  der ganz normale Wahnsinn

Die Leergutabteilung! Selbst wenn im Kaufland kaum Kundschaft anwesend ist, so ist ein Stau vor der Leergutannahme immer vorhanden, warum auch immer. Wir stellen uns artig hinten an. (Das Stauende befindet sich in einer Rechtskurve Richtung Ein-/Ausgang)

Knapp 7 Minuten später, nachdem mein Sohn schon wieder gehen wollte, weil ihm so furchtbar langweilig war, sind wir endlich an der Reihe. Beutel auf und man möge uns doch bitte das Leergut aus ihm nehmen, damit die einzelnen Stücke leichter zu zählen sind. Zwischenzeitlich weise ich Sohnemann darauf hin bitte beim Wagen zu bleiben. Die Dame ist derweil mit ihrer Zählung fertig, lächelt und bittet mich, doch die Flaschen welche keine Fremdmarke sind, wieder in den Beutel zu räumen, damit ich diese doch in die Kästen einsortieren kann. Ich warte auf den Leergutbon, glücklicherweise drängelte der Mann, der hinter uns steht so penetrant, dass die Dame ohne freundliches Lächeln den Zettel wortlos aushändigte, um eine weitere Konfrontation mit dem Mann in der Leergutabteilung zu vermeiden.

„Mama, die Frau guckt so böse!“ .. ähm.. ja,nein. Alles dreht sich zu mir und meinem Sohn um. Die „nette“ Dame von der Leergutabteilung wirkt leicht sauer. Ich: „nein, sie schaut nicht böse, sie muss nur viele Zahlen eingeben und das ist nicht so einfach“. Ein bisschen Sarkasmus sei vergönnt, gleichzeitig schickte ich ein strahlendes Lächeln in die Richtung der „böse blickenden Frau“. Nun auf in den Bereich des Leergutkastenwaldes. Reger Betrieb. Die Kastenordnung wurde verändert! Alles sucht nach den richtigen Plätzen – Chaos! Mein Sohnemann hat gar keine Lust „Kästen suchen“ zu spielen. „Mama, ich will nach Hause, dass ist langweilig hier!“ Ja, sehe ich auch so, nur dass ich langweilig gegen nervig austauschen möchte. “ Wir sind gleich im Laden, sind doch schon fast fertig.“ Weiter geht es. Klar, dass die Kästen extra hoch gestapelt werden, spart Platz, nur, wie bitte soll man seine Flaschen einsortieren, wenn keine Kästen in „normaler“ Höhe vorhanden sind. Genervt stelle ich nun meine Flaschen in irgendwelche Kästen, die gerade leer sind. Sortieren, keine Lust und auch keine Zeit mehr. Nach rund 15 Minuten und etlichen bösen Gedanken geht es endlich IN den Einkaufsbereich.

Jetzt gehts zügig voran. Einkaufszettel rausgekramt und die Liste abarbeiten. Pustekuchen! Durch die Angebote der Woche, wurde mal wieder einiges meiner Liste umgeräumt, also „suchen & finden“ zum 2. mal für heute. Nach rund 20 Minuten haben wir alles „erbeutet“, was auf dem Zettel stand, fast alles.

Diese Woche im Angebot Pampers Mega-Pack zu 22,95 € – der Rabattcoupon ist da, das Angebot bekannt. Kurz nach 10:00 Uhr Montagmorgen – wo ist die Ware? Wir brauchen Größe 4… Größe 3 vorhanden und gut sichtbar gestapelt im Mittelgang. Der Rest, gute Frage. Wir gehen den Mittelgang erneut ab. „Mamaaa, sind wir endlich fertig?“.  “ Nein, es fehlen noch die Windeln.“  „Ich mag nicht mehr einkaufen, das ist sooo langweilig.“ Trauriger, wehleidiger Blick, gefolgt von einem tiefen Seufzer. „Wir sind gleich fertig, versprochen.“ Missmutiger Blick und der kleine Stoffbeutel landet im Einkaufswagen. Wir gehen etwas schneller. Keine Pampers! Im Seitengang, gut versteckt, entdecke ich dann doch noch die Ware, ordentlich verpackt auf einer Palette. Kein Zuständiger weit und breit. Das Stadium des Genervtsein verlassend und langsam in das Stadium des Frustiertsein gleitend, gehe ich samt deprimierten Sohn und mittlerweile quengeliger Tochter nochmals eine Runde. Ich finde tatsächlich einen Zuständigen. „Ich hätte gerne eines der Pampers-Pakete der Größe 4“,  Er: „Tut mir leid, dort bin ich noch nicht dran, da müssen sie warten, bis ich bei dieser Palette angekommen bin.“ Ich denke, ich höre nicht richtig, aber diese Person lächelt nur und geht dann wieder gemütlich ihrer Arbeit nach.

Meine Stimmung macht jetzt einen scharfen Schwenk von frustiert sein in Richtung sauer. Einmal tiiieeef einatmen. Wagen und Sohnemann geschnappt und ab zur Kasse. 10:30 Uhr und die übliche Frage: „War alles in Ordnung mit ihrem Einkauf?“ Das soll wohl ein Scherz sein, oder? Ich hole noch einmal tief Luft und sage: „Nein, ich finde es schade, wenn man Werbung erhält und darin ein Angebot findet, welches man kaufen möchte und man Montags Vormittags hierher kommt und die Ware nicht präsent ist. Ich wollte Pampers der Größe 4 kaufen, doch die Ware war noch nicht ausgepackt und man wollte mir auch kein Paket herausgeben.“ Die Kassiererin schaute etwas zerknirscht und notierte sich etwas zu meiner Aussage. Sohnemann guckte neugierig zu. „Ich werde es unverzüglich weiterleiten, so was ist nicht wünschenswert!“, erklärte mir die Kassiererin mit ernstem Blick. Ich dachte mir, warum kann diese Dame nicht überall arbeiten? Dann gäbe es wenigstens bessere Laune und ein wenig mehr Service hier. Sie wünscht uns noch einen schönen Tag und wir gehen raus.

Fazit:

So ist Einkaufen ein Erlebnis, nur leider oftmals kein freudiges. Oder möchte jeder gern so einkaufen? Dauernd diese Warterei vor der Leergutrückgabe, gefolgt vom Einsortieren der Flaschen, egal ob man bepackt ist oder nicht. Anschließend die Sucherei nach den Waren die man üblicherweise kauft, immer wieder umgeräumt, wenn man sich gerade zurechtgefunden hat oder aber sie wurden aus dem Sortiment genommen. So macht mir einkaufen keinen Spass!

  1. Hase

    Lieber Bernd!

    Genau aus diesem Grund werden überall nun Leergutautomaten angeschafft, damit die Kunden ihre Drecks-pullen einzeln einstecken können. Wir sind Verkäufer und keine Sklaven von all den Leuten die ihre Scheiß pullen wochenlang sammeln müssen! Viel Spaß mit den Automaten!
    Wenn alle Kunden sich so dumm und dämlich anstellen würden um ihr Zeug richtig wegzuräumen das wäre der Untergang.
    Einfach mal nicht immer fluchen wenn’s mal länger dauert…Verkäufer sind auch nur Menschen mit 2 Händen und keine Maschinen!

    1. 84 bitte zu

      Dem stimme ich voll zu!!! Das Zeug wird ja sonst schlecht , wenn es nicht sofort angenommen wird…;-)

    1. Bernd

      Eben nicht, da ist es absolut nicht toll. Wir haben uns jetzt von Kaufland Island freigeschwommen und sind unterwegs zu neuen Ufern.

  2. Dirk

    Ich kann die Vogtländer empfehlen! Lustiges Völkchen. Plappert manchmal etwas unverständlich daher ( von wegen Dialekt), aber nett und freundlich. Sicher gibt es auch bei denen Flaschen..äh, und natürlich Leergutabteilungsleiter. Neulich sagte mir einer, vogtländisch sei keine Sprache, sondern ein Geräusch…och nö… find ich nicht. 🙂 LG Dirk

    1. Bernd

      Kaufländer sind ein eigener Volksstamm verteilt über das ganze Land. Sie leben in winzigen Enklaven, tragen rote Kittel und möchten immer ihren Besuchern die Arbeit aufdrücken, so ’ne Art Handels-Schotten.
      LG Bernd

    1. Bernd

      Unter dem Tag „Handel“ findest du hier jede Menge „Kauflands Flaschen“ aus Brandenburg. Also braucht dir nichts peinlich zu sein.

    2. Bernd

      Da kann ich dir nicht folgen, ich bin öfters in Seifersdorf. Ich komm mit den Sachsen prima aus und die, die ich kenne mögen auch uns Preussen.

    3. randOM

      Schön, dass Du gute Erfahrungen gemacht hast, es gibt aber auch eine Menge Muffel hier… Mir ist das mal aufgefallen, als ich in der Wittenberger Ecke war – die Leute dort sind viel zugänglicher und freundlicher. So zumindest mein Eindruck. Aber ist ja auch Wurscht. Schönes Wochenende!

Kommentare sind geschlossen.