Kaufland und seine Flaschen

Einkaufen – ungern. Auf dem Dorf ist die Auswahl an Läden nicht so doll. Bis vor kurzem hatten wir einen Penny, der war richtig gut. Dicht bei eröffnete ein Plus, dass Warenangebot war nicht schlecht. Der Penny machte seine Pforten dicht und jetzt gibts den Plus auch nicht mehr, der nennt sich jetzt „Roter Netto“. Dessen Angebot lohnt sich nicht zu beschreiben. Bleiben noch: Aldi, Lidl und Kaufland. Die sortierten sich schnell, übrig blieb Kaufland in Vogelsdorf. Die hatten ihren Verkaufstempel in einem aufgegebenen Familia Laden eröffnet. Familia, das war ein Einkaufsparadies mit klasse Frischfleisch und Wursttheke. Nun haben wir Kaufland, na ja man muss es nehmen wie es kommt.

Kaufland hat ein großes Angebot, ab und zu fanden wir auch etwas, dass uns gut gefiel. Solche Glücksmomente waren meist von kurzer Dauer. Beim nächsten Besuch stand an der gewohnten Stelle etwas Anderes, meist teurer. Wenns mehr kostet verdient der Händler mehr, nur du bist der Gelackmeierte. Wir haben es uns abgewöhnt das nun Teuere zu kaufen und sparen dabei beträchtlich. Der Pegel in unserem Einkaufswagen sinkt beständig. Bis jetzt haben wir auch unser Fleisch bei Kaufland gekauft, Rind- und Schweinefleisch. Beim brutzeln in der Pfanne entwickelte das schöne Stück Fleisch immer einen unangenehmen Schrumpfprozess und der Flüssigkeitspegel in der Pfanne stieg verdächtig stark an. Wie das zusammenhängt, keine Ahnung. Nun holen wir unser Fleisch woanders. Die Wursttheke haben wir uns nach einem Blick in die Auslage erspart – für immer.

Kaufland verkauft auch Getränke in Pfandflaschen und muss die als Leergut wieder zurücknehmen. Dafür hatten sie eine Abnahmestelle mit zwei bis drei Leuten, später dann einige Automaten hingestellt. Das war eine tolle Zeit, da konnte einem schon der Bart wachsen bis man seine paar Pullen los wurde. Die Manager des Ladens müssen das auch erkannt haben, sie entsorgten die blöden Geräte und kreierten eine stinknormale Abgabestation. Das heißt, ein Kaufland Mitarbeiter nimmt die Flaschen ab und gibt dem Kunden dafür einen Pfandbon. So sollte es jedenfalls sein, auch bei Kaufland in Vogelsdorf. Ist es aber nicht! Das pfiffige Management ist auf die Idee gekommen den Kunden als unbezahlten Mitarbeiter einzuplanen. So hängt denn da ein Schild mit der Aufforderung: „Lieber Kunde, stell deine Pullen selber in die Kisten, das spart Zeit, blah, blah, blah“. Die machen sich Gedanken über die Zeit des Kunden? Wohl eher über die Kosten für ausreichend Personal.

Neugierig, wie ich bin, wollte ich wissen was wohl passiert, wenn ich nicht so als kostenloser Mitarbeiter spure wie Kauflands Denker es sich dachten. Ich weigerte mich die Flaschen selber in diversen Kisten einzusortieren. Schnell lernte ich, die Freundlichkeit der Kaufland Leute hat dann Grenzen, wenn sie die Arbeit selber machen sollen. Beim ersten Versuch blieb es bei einer ziemlich üblen Beschimpfung, der Kerl schaffte das Leergut aber selber weg. Mal sehen, wie der Nächste reagiert. Ein Jungchen, ganz clever: „Dann kriegen Sie den Pfandbon nicht“ und steckte ihn in die Tasche. Nun dauerte es, viel Zeit, meine Zeit. Erst eine Dame, die sich Geschäftsführerin nannte, konnte den Knaben bewegen mir meinen Bon auszuhändigen und die paar Flaschen eigenhändig wegzuräumen. Ich wollte meinen Kummer an das Management schreiben. Die Geschäftsführerin war nicht in der Lage eine Postadresse ihres Unternehmens anzugeben. Die hinzugezogene „Info“ erst recht nicht. Irgendwann, nach einigen Telefonaten, hatten sie es dann. Toller Laden – wo das Personal nicht mal weiß, wo der Chef residiert. Gestern, zaghaft noch ein Versuch. Die hübsche Dame von Kaufland war nicht mehr hübsch als sie hinter mir herkeifte.

Liebe Manager von Kaufland, ich möchte von eurem Personal nicht angepöbelt werden und ich möchte auch nicht, dass man mir mein Eigentum (Pfandbon) vorenthält. Am Donnerstag komme ich wieder mit Leergut, bitte bringen sie ihren Mitarbeitern an der Leergutannahme bis dahin etwas Benimmse bei.

  1. Ist ja lustig was man über google findet

    Ich arbeite in besagtem Kaufland und habe glaube genau von dieser Aktion gehört mit den Flaschen – waren Sie der, der dann seine Flaschen wie ein Kleinkind auf den Boden geschmissen hat?

    1. Bernd

      Nein, war ich nicht! Ist aber interessant zu hören, dass andere Kunden von Kauflands Leergutabnahme ebenfalls bedient sind. Danke sehr für die Info, auch wenn der Schreiber lieber imVerborgenen wirkt.

    2. Ist ja lustig was man über google findet

      Es gibt glaube ich einen Unterschied zwischen „bedient sein“ und „meckern um zu meckern“. 🙂 Aber von dir gibts da so einige – in so ziemlich jedem Supermarkt.

  2. Mario

    Schön, wenn Du trotzdem „vorbeiliest“ 😉

    Ab und zu verirrt sich vielleicht doch nochmal ein Nicht-Technikartikel dazwischen, aber Du hast natürlich Recht, mein Blog ist (absichtlich) sehr techniklastig …

  3. Mario

    Mensch Bernd, habe in letzter Zeit zu wenig der selbigen auf Deiner Seite verbracht. Wie immer sehr lesenswert.

    Übrigens gibt es das Prinzip „Der Kunde ist König“ durchaus auch noch iin Deutschland. Meistens sind das aber sehr kleine, ambitionierte Läden mit genau einem Angestellten: den Chef!

    1. Bernd

      Hi Mario,
      danke für die Blumen, ich fühle mich gebauchpinselt. Zeit ist ein Gut von dem wir immer weniger haben, bedauerlich. Ich will ja nicht unbedingt König Kunde sein – Mensch Kunde reicht schon völlig aus. Wer es mir aber verwehrt Mensch zu sein, dem steige ich auf die Zehen.

      Ich gucke immer mal auf deine Seite, finde aber so wenig Bezug zu den neuen technischen Innovationen, über die du in der Hauptsache berichtest. So kann ich meist nichts dazu kommentieren, wie auch wenn ich es nicht verstehe. 🙁 🙂

  4. renate

    Wenn du mit den Lämmern die Kunden meinst, dann teile ich deine Meinung, lieber Bernd. Aber den Mund aufzumachen, war noch nie der Deutschen Stärke. Die machen das lieber im Unter(Hintergrund). So wie auch heutzutage die Trolle im Internet. Reißen das Maul auf und sind zu feige ihre Identität preiszugeben. Solchen Typen gegenüber hege ich eine große Abscheu. – Erinnert mich an frühere Zeiten – als ich zur Schule ging. Die ganze Klasse war gegen irgend etwas … und es wurde beschlossen, die Sache dem Direktor vorzutragen. Wer ging hin? Ich, natürlich. Der Direktor kam, fragte und keiner hob den Finger. Seit damals sind mir Feiglinge zutiefst zuwider.

    Lieber Gruß von Renate

    1. Bernd

      Zitat: „Aber den Mund aufzumachen, war noch nie der Deutschen Stärke.“

      Liebe Renate, da muss ich dir unbedingt zustimmen. Besonders, hier auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ist das wegducken noch weit verbreitet. Die nächste heranwachsende Generation macht aber Hoffnung.

      Lieben Gruß
      Bernd

  5. renate

    Sehr aufschlussreicher Thread, lieber Bernd. Ist immer wieder erstaunlich, wie Zeitgenossen die Sau raus lassen, wenn sie anonym sind.

    Und was die Service-Wüste Deutschland betrifft, so kann ich mich immer wieder nur wiederholen: er einmal das Vergnügen hatte, in Amerika zu weilen, der weiß was Service ist und wie gut man sich dabei fühlt, wirklichen Service zu erleben. In den USA ist der Kunde wirklich König und bekommt das auch zu spüren. Unaufdringlich und sehr freundlich.

    Und was obigen Troll betrifft, so machst du es genau richtig.

    1. Bernd

      Liebe Renate,
      Service auf amerikanisch habe ich nicht kennengelernt, ich habe den australischen genossen. Da kommt Deutschland nie hin. Hier geht es mir im Grunde nicht nur um Service. Knackpunkt ist der damit verbundene Abbau von Arbeitsplätzen und die Lämmer spielen mit 🙁
      Lieben Gruß
      Bernd

  6. Leergut

    Ich würde Sie gerne erleben, wenn Ihnen jemand Flaschen vor die Nase stellt, in denen verendete Nacktschnekcen oder verschimmelte Mäuse stecken, die randvoll mut Schimmel sind oder die Stinken als hätte man sie aus Latrinen herausgefischt. Ich würde Sie gerne erleben, wenn sie sich mit Leuten auseinandersetzen müssten, die aufgrund mangelnden Artikulationsvermögens aggressiv und unverschämt werden, weil sie grade mal 2 min warten mussten oder die auf ihren armseligen 8 Cent beharren. Meinen sie das macht Spaß? Meinen Sie, es macht Spaß Leuten „zur Hand zu gehen“ die es ganz offensichtlich genießen, sich endlich mal als „König“ zu fühlen, denen man alles vorsortieren muss wie Kleinkindern?

    Und in einem Punkt irren Sie sich gewaltig: ich habe großen Respekt vor Leuten, die in ausbeuterischen Einzelhandelsketten ihre Brötchen verdienen – egal ob im Leergut, an der Kasse oder sonstwo.

    Und warum sollte ich nicht Anonym bleiben? Damit ein Prinzipienreiter wie Sie mir aufgrund einer ehrlichen Stellungname das Postfach zumüllt?
    Seien Sie froh, dass ich ihnen mal eine schonungslose Antwort geschrieben habe, die ihren Horizont erweitern hilft.

    Gruß

    Leergut

    1. Bernd

      Hallo Frau/Herr Leergut,
      bevor Sie sich weiter auskotzen, lesen Sie bitte auch den II Teil:
      Kaufland-kümmert-sich-um-seine-Flaschen

      Meinen Abschlussbericht über Kauflands Flaschen können Sie in ca. drei Wochen lesen.
      Bernd

  7. Leergut

    Ich habe lange genug den Nebenjob als Mitarbeiter im Leergut einer Kaufland-Filiale ausgeübt, um ihnen folgendes mit auf den weg zu geben:

    Nur weil sie ein „Kunde“ sind, heisst das noch lange nicht, dass sie arbeitendes Volk nerven dürfen, nur um ihren – ehrlich gesagt ziemlich lächerlichen – Prinzipien gerecht zu werden.
    Verzeihen sie, wenn ich das jetzt so ungeniert schreibe: wenn Sie MIR auf diese Art das Leben schwer machen würden, ich würde ihnen ohne jegliche Skrupel ins Gesicht sagen: „Wenn sie zu blöd sind, ihre Kästen mit den Flaschen abzugeben, die da auch reingehören, dann ist das Ihr Problem. Tschüss!“

    Ich mache den Job schon lange genug und ich weiß von meinen Kollegen und von den Kollegen anderer Filialen, dass es überalll das gleiche ist: sehr viel Stress, Zusatzdienste, blankliegende Nerven, Streit mit Vorgesetzten und zu alledem noch viel zu viel sozial gestrandetes, unverschämtes oder debiles Gesocks (auch „Kunden“ genannt), dass auf seine Rechte pocht.

    Nehmen Sie sich also bitte in Zukunft nicht zu wichtig, wenn sie mal vor dem Automaten einer Kauflandfiliale stehen und eines ihrer Problemchen haben – es gibt nämlich Leute, die hart – sehr hart! – für ihre paar Euro arbeiten müssen.

    Schönen Abend noch…

    1. Bernd

      Was soll ich zu einem Anonymus sagen, der seinen Brötchengeber, seine Kollegen und seine Kunden als debiles Gesocks bezeichnet. Nichts, lohnt sich nicht!

  8. Markus

    Haben sie nichts besseres zu tun, als an das Management von Kaufland zu schreiben nur weil sie keine Minute aufbringen ihre Einwegpfandflaschen zu sortieren ?
    Lass nächstes Mal 10 Mitarbeiter da stehen die ihre Pfandflaschen fein säuberlich sortieren, dass nächste mal beschweren sie sich das die Preise ihrer Lieblingsgetränks gestiegen sind, weil Kaufland nun die Kosten an die VK Preise weitergeben muss.

    Ich bin zufriedender Kaufland Kunde, weil Kaufland die billigsten Preise hat und selbst wenn ich mein pfand selber sortiere, dafür spare ich.

    Ich glaube sie sind arbeitslos und wissen mit ihrer Zeit nichts besseres anzufangen als sich wichtig zu machen.
    Glaube sie wissen auch nicht, was die Menschen dort leisten um uns Kunden eine vernünftiges Sortiment zu gehen.
    Wenn sie wert auf Service legen, gehen die doch da einkaufen wo es teuer ist !!!

    Für meinen Teil gehe ich gerne aufgrund der großen Auswahl und der guten Preise dort einkaufen, zudem erlebe ich gerade an der Kasse immer freundliche Mitarbeiter.

    1. Bernd

      Hallo Markus,
      so empört – etwa selber involviert? Woher wissen Sie denn, dass ich an Kaufland geschrieben habe? Wenn ja, dann wissen es doch nur Mitarbeiter von Kaufland. Der Begriff „VK Preise“ ist wohl auch eine Interna von Kaufland, nicht wahr? Zur Nachhilfe: Einwegfandflaschen gibt es nicht.

      Was Sie über die Mitarbeiter an der Kasse schreiben, stimmt. Auf den Rest mag ich nicht eingehen, einen gekränkten Menschen kann man nicht mit Argumenten kommen. Nehmen Sie alles gelassener. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

      Tipp: Ein Mann benutzt keine Email-Adresse (spanischer.wirbelsturm@hotmail.com) die nicht existiert, der steht zu dem was er sagt und schreibt.

      Gruß
      Bernd

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