Kämpften Sie wirklich um jedes Baby?

Die MOZ beschäftigt sich in einem Artikel vom 19. Juli mit der organisierten Tötung von Frühchen in der DDR. Der MOZ-Schreiber Mathias Hausding fand keinerlei Hinweise darauf und bringt die rührende Geschichte einer früheren Hebamme aus Seelow unter dem Titel „Wir kämpften um jedes Baby“

Die Erzählung der Hebamme aus Seelow wird sogar stimmen, nur stimmte sie für die ganze DDR?

Der Spiegel sieht es ganz anders. Schon im Heft 8/1992 äußerte sich das Magazin dazu – Stellen Sie ’nen Eimer hin Zitat Spiegel: „Frühgeborene, die weniger als 1000 Gramm wogen, wurden in der größten Frauenklinik der DDR über Jahre hinweg ertränkt – eine Praxis, die offenbar überall in der DDR betrieben wurde.“

Im Heft 34/1992 äußerte sich der Spiegel in einem weiteren Artikel – Kleine Idioten Zitat: „In der Erfurter Frühchen-Affäre haben Zeugen die Aussagen der Hebamme Christine Hersmann bestätigt. Doch viele Mitwisser schweigen aus Angst weiter.“

Mir scheint, die aus der ehemaligen Bezirkszeitung der SED „Neuer Tag“ hervorgegangene MOZ mit ihrem Chefredakteur Frank Mangelsdorf hätten auch andere Stimmen zu Wort kommen lassen sollen. Schauen, nur auf einem Auge, bringt uns nicht vorwärts.