Jahresrückblick 2011 und Ausblick 2012

Neues Jahr. Neues Glück. Gute Vorsätze. Das letzte Jahr verlief chaotisch. Im Rathaus drehte unentwegt das Personalkarussell. Mit dem Neubau der FAW lief es nicht richtig, viel zusätzliches Geld musste aufgebracht werden, um den Rohbau zum Jahresende zu beenden. Um die drei Millionen werden die Kosten liegen, nach meiner letzten Info sind schon drei Kinder aus Woltersdorf angemeldet. Eine Million pro einheimisches Kind, die Gemeinde greift da richtig tief in die Tasche.

Die Alte Schule, für reichlich Euros frisch saniert, ist fertig, nur noch der Maler pinselt auf einst weiße Wände grüne Farbe, überall Grün in allen Schattierungen. Der Mann, der die vielen Grüns bestimmte, was dachte er sich dabei? Öffentliche Besichtigung, einer Frau tränten im ersten Stock die Augen, ihre Schimmelallergie meldete sich zu Wort. Der Architekt, auf Schimmel in den Wänden angesprochen, lächelte nachsichtig, es sah aus, als ob er Mitleid mit der Armen hatte, na, wir werden’s sehen. Auch der Bau ist teurer geworden als geplant und dauerte unendlich länger als geplant, weil da Einer war, der laufend bestehende Pläne änderte.

Der Rathausanbau ist fertig Hässlich und teuer ist er geworden. Der Ratssaal, geplant als Stätte der Diskussion, wurde eine akustische Zumutung. Bald war es zu merken, die Besucherzahlen sanken, was soll man da, verstehen kann man eh nicht viel. Die Hilfskrücke Mikrophonanlage, was nutzt sie den Zuhörer, wenn immer wieder Abgeordnete zu faul sind auf den Knopf zu drücken, oder ein Bürgermeister zum Gotterbarmen nuschelt.

Einwohnerversammlungen, über Fluglärm, Schulwegsicherung und Polizeireform. In einer ging’s um die Weinbergstraße. Klasse fanden alle den Vorschlag eines Anwohners, ausgeführt wurde er nicht. Ein Plan kam zustande, reichlich Geld hat die Planung gekostet. Nun wird wieder umgeplant, neues Geld geht dem Alten hinterher. Der erste Plan hat nicht eingeplant, dass das Regenwasser auf dem Schulhof nicht wie geplant in den Mulden versickert und die Bauherren übersahen die desolaten Abwasserrohre unter dem Hof. 100.000 Euro rund kostet es mehr, ein Abwasserrohr in Richtung Seestraße zu legen, damit der Schulhof nicht absäuft. Woher nehmen und nicht stehlen? Mit dem neuen Plan wälzen die Planer gleich die Kosten auf die Anwohner der Weinbergstraße, die brauchen auf einmal eine Regenentwässerung stellten die Planer fest und die müssen sie natürlich bezahlen und schwupps sind die Kosten von den Fehlplanungen Schulhof auf einige Anwohner verteilt. Die mussten im Dezember schon die neuen Straßenlaternen bezahlen, woher sollen die in der Weinbergstr. das Geld nehmen. Das scheint, ist den Planern und der Gemeinde richtig schnuppe.

Sommerfest. Ausgefallen! Eingegangene Spenden – Verschoben, an des Bürgermeisters liebstes Kind. Ein Skandal, den sich der Bürgermeister leistete und keiner, nicht ein einziger hat ihn in die Schranken gewiesen. Locker vom Hocker berichtete der gewählte Würdenträger, die eingegangenen Spenden fürs ausgefallene Sommerfest hat er seinem Verein „Kulturhaus Alte Schule“ zugeschoben, natürlich nach Rücksprache mit den Opfern, sorry Spendern. Nur war da von „Alte Schule“ die Rede, nicht von seinem Verein. Ich mein, da wurden die Unternehmen, die spendeten, ganz schön fies ausgetrickst. Mal sehen, wo in diesem Jahr die Spenden landen werden, falls das Sommerfest wieder ausfällt.

Dann war und ist da noch die Wilhelm-Tell-Straße. Zum Jahresende gab’s den ersten Unfall durch die dort abgestellten LKWs. Der Verwaltung ist das Problem bekannt und schnuppe, die Straßenverkehrsordnung juckt den Amtsleiter Ordnung ebenfalls nicht. Der beschäftigt sich lieber mit Satzungen und deren Änderungen, die Kohle ins Säckel bringen soll, wie die Straßenreinigungssatzung. Mal sehen, wie es weitergeht mit dem zweiten Würdenträger der Gemeinde.

Da hatten wir noch den Aussichtsturm, jedes Jahr wurde seine Sanierung verschoben, letztes Jahr musste es geschehen. Am Turm sollten an die 70 qm Holz ausgewechselt werden, der Turm mit Holzschutzmittel gestrichen und das Dach neu gemacht werden. Alles in allem waren für die Erneuerung an die 27.000 Euro vorgesehen. Anstatt 70 qm Bretter wurden so an die fünf, sechs Bretter ausgewechselt, angestrichen wurde es von Leuten, die wohl wenig oder gar keinen Schimmer von Holzbearbeitung vorweisen können. Haben die doch den Anstrich auf den Moos- und Algenbewuchs des Holzes aufgespritzt, dünn aufgespritzt, nicht satt mit dem Pinsel eingedrückt. Jeder, auch jeder, der Nichts kann, weiß, bevor man streicht, muss alte Farbe, Rost, Schimmel und auch Algen und Moos gründlich abgebürstet werden. Die Schildbürger haben einen funktionierenden, amtlich abgenommenen Blitzableiter erneuert und saniert, für unser Geld. Wie das Dach aussieht, keiner weiß es, keiner kann es mehr nachprüfen, wie will er da hinauf kommen. Die „Sanierung“ ist geschafft, die auszuwechselnden Bretter sind immer noch da, wo sie waren, auf dem Kranichsberg. Der Holzanstrich schützt Moos und Algen und gekostet hat’s dann um die 33.000 Euro anstatt der geplanten 27.000. Die Gemeinde, der Bürgermeister sieht’s anders, sie haben es wohlwollend abgenommen. Nun mag die Gemeinde sparen, der Turm wird gewiss bald noch einmal saniert werden müssen.

Es ist kein Geld mehr da, aber die Gemeinde baut schon wieder ein neues Häusle, einst Mehrzweckhalle, jetzt Zweifeldhalle genannt. Die Halle soll auf dem Gelände des Sport- und Freizeitparks entstehen. Geplant sind Kosten in Höhe von 2.5 Millionen, über 100.000 Euro sind schon weg, fürs Planen. Betrachte ich so, wie unseren Planern, bei allen Bauten, die Kosten davongelaufen sind, ja dann Gute Nacht, auch die geplanten 2.5 werden dann wohl eher auf ungeplante 3.5 Millionen zugehen.

Ob’s dieses Jahr besser wird? Die erste Sitzung des Bauausschusses in diesem Jahr lässt nichts Gutes ahnen. Der Vorsitzende würgte jede Diskussion ab, ob Jens Mehlitz oder Monika Kilian, keinen ließ er ausreden. Wieder, wie allzu oft im letzen Jahr, wurde über Tischvorlagen entschieden. Tischvorlagen sind Vorlagen, die den Abgeordneten auf den Tisch geknallt werden, mit Inhalten von denen vorher keine Rede war und darin geht’s oft um stattliche Summen, wie jetzt beim Ausbau der Weinbergstraße und der, deren Anwohnern übergestülpte Regenentwässerung. Unsere Gemeindevertretung, ist kein richtiges Parlament mehr, seit immer mehr ad hoc per Tischvorlage, einer Spezialität unseres Bürgermeisters für „Öffentlichkeit und Transparenz“, entschieden wird. Vielleicht sollten unsere Parteien einmal innehalten und darüber nachdenken, ob sie sich nicht auf diese Weise vor den Karren der Verwaltung haben spannen lassen.

  1. roy

    ich bin jetzt seit 5 jahren in einer ehrenamtlichen einrichtung in woltersdorf tätig und vor 2 jahren bin ich auch nach woltersdorf gezogen ich glaub was man hier mit den bürgern und dem ort macht hat noch keiner erlebt
    es kann nur besser werden

  2. Andreas Heinitz

    Die Trauer an der Tatsache Woltersdorf besteht darin, es interessiert keinen mehr. Viele, ach so große Köpfe, haben es geschafft Woltersdorf im Nirvana verschwinden zu lassen. Fragt ihr Gemeindeobersten doch mal den Nachbarn 3 km weiter, was er von euch hält. Nee lieber nich, im eigenem Lager ist es so kuschelig. Streichelt euch über den Kopf und beweihräuchert euch, aber ihr seid Vergangenheit. Woltersdorfer Bürger würden so gerne einen neu gewählten Gemeinderat haben, vor 2013. Über unseren BM ? Reicht! Hau ab auf die Wiesn.
    Meine innigsten Genesungswünsche an Frau Prof.Dr. Böhm.

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