Ist das noch demokratisch?

In demokratischen Systemen wird mehrheitlich entschieden. In der Natur der Sache liegt es, dass sich eine Vorstellung durchsetzt und die andere verworfen wird. Es gehört zum guten parlamentarischen Stil, wenn die, die sich nicht durchsetzen konnten, den Mehrheitsbeschluss akzeptieren und sich aktiv an seiner Umsetzung beteiligen. Zum schlechten parlamentarischen Stil gehört es, wenn der, der keinen Erfolg hatte, über diejenigen herzieht, die sich mit einer demokratischen Mehrheit durchsetzen konnten und damit auch, das sollten wir nicht vergessen, den Willen der Mehrheit der wahlberechtigten Bürger durchsetzen.

Hier in Woltersdorf haben wir einen Bürgermeister, der sich schwer tut mit dieser einfachen demokratischen Spielregel. Seine Kampfansage gegen CDU, FDP, SPD und WBF im Mitteilungsblatt März/April 2012 endet mit den aufschlussreichen Worten: „…gehen Sie in zwei Jahren gut informiert zur Wahl“. In dem Fall meint der Bürgermeister mit „Gut informiert“ von ihm informiert und mit einzig seiner Wahrheit willig zu sein, seine Widersacher, die Mehrheit der Bürger, über die Wahl der Gemeindevertreter abzustrafen. Die gleiche jedes demokratische Maß hinter sich lassende, Kampagne gegen die oppositionellen Parteien inszenierte der Bürgermeister in seiner Bürgerbefragung am 17. April 2012. Hier wurde deutlich, ein Strippenzieher werkelt im Hintergrund, führt Regie, zieht an den Schnüren seiner Marionetten, die er geschickt, bei der Gründung ihm treu ergebener Vereine, um sich scharrte. Als Kriegsgrund muss die U3-Förderung – Kita Weinbergstraße – ja oder nein herhalten. Mit dem Wohl und Wehe von Kindern Politik zu betreiben, fällt wohl schon in die Kategorie: skrupellos.

Die Entscheidung der demokratischen Mehrheit ist gefallen, gegen eine Kita Weinbergstraße, aus guten nachvollziehbaren Gründen. Dennoch gibt es keinen Frieden in der Gemeinde, die Unterstützertruppen des Pro-Weinbergstraße Bürgermeisters, der auf demokratische Weise erfolglos blieb, versuchen noch im Nachhinein das Blatt zu wenden und wenn das schon nicht klappt, die demokratisch erfolgreichen Parteien zu diskreditieren. So tauchten in letzter Zeit, zwei Leserbriefe auf, einer in der MOZ von einer Künstlerin aus der Schleusenstraße und einer im neuestem „Kümmels Anzeiger“. Beide Schreiber ziehen unison über die dem Bürgermeister unliebsamen Parteien her, posaunen unbedarft die vom Bürgermeister vertretenen, inzwischen oft widerlegten Argumente für die Kita-Weinbergstraße in die Öffentlichkeit. Sie verschweigen dabei aus Unkenntnis oder Böswilligkeit die guten Argumente, die gegen einen Ausbau der Kita in der Weinbergstraße sprechen. Zumindest bei der Künstlerin und Dauerdemonstrantin gegen Fluglärm kann ich bezeugen, sie hat an keiner der unzähligen Ausschusssitzungen im Rathaus teilgenommen. Dennoch hat sie keinerlei Hemmungen in einem Leserbrief, die Meinung des Bürgermeisters zu verdichten und unters Volk zu streuen. Über die andere Meinung konnte sie sich nicht äußern, die hat sie ja nie wahrgenommen, wollte sie sie überhaupt wahrnehmen? Mit Einseitigkeit ist viel leichter zu leben, Einseitigkeit macht alles so einfach und übersichtlich, nicht wahr Frau Elke L. ? Beim zweiten Leserbriefschreiber, ich kenn ihn nicht, gehe ich einmal davon aus, dass auch er nur des Bürgermeisters alte Parolen verbreitet, dass auch er, Herr Ferdinand S., sich mit einseitigem Halbwissen begnügte.

Einseitiges Halbwissen und daraus gebildete Meinungen ohne nachzufragen weiter zu verbreiten, als alleinselige Wahrheit zu verkaufen, sollte für gebildete Menschen unwürdig sein, nicht wahr Frau Elke L. und Herr Ferdinand S.?

Auch die CDU-Woltersdorf und dasWoltersdorfer Bürgerforum haben sich mit dem Brief des Herrn F. Schmidt beschäftigt. Ach ja, auch über Frau Leetz erfährt der Leser einiges, das manches -unerklärliche- verdeutlicht.